Beim traditionellen Starkbierfest in der Marthabräuhalle Fürstenfeldbruck wurden die Politiker aufs Korn genommen

Starkbierfest in Fürstenfeldbruck

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Ein bisserl gespritzt hat es beim Starkbieranstich mit (v.l.) Richard Sturm, Verkaufsleiter der Schlossbrauerei Kaltenberg, Vizebürgermeister Erich Raff, Jürgen Völkl von den Faschingsfreunden, Bierkönigin Marlene Speck, Prinz Luitpold sowie Geschäftsführer Oliver Lentz und Marketing-Chef Thomas Lillpopp von der Brauerei.

Fürstenfeldbruck - Die Wahl zum 2. Bürgermeister, die Wartezeiten in der Brucker Kfz-Zulassungsstelle, Asyl – an Themen mangelte es beim traditionellen Politiker-Derblecken beim Königlichen Starkbierfest der Schlossbrauerei Kaltenberg nicht. Und so konnte das Publikum in der fast voll besetzten Marthabräuhalle einen Abend voller Gaudi erleben.

Weil vor dem Vergnügen stets die Arbeit steht, musste Brucks Vizebürgermeister Erich Raff in Vertretung von OB Klaus Pleil aber erst einmal das erste Fass Gerstenbräu anstechen. „Ein bisserl nervös“ sei er, gab Raff bei Moderator Stefan König zu Protokoll. Schließlich wolle er nicht die Gäste in der ersten Reihe vollspritzen. Und in der Tat ging Raffs Anstich unter den Augen der Bayerischen Bierkönigin Marlene Speck mit einem Vorklopfer, zwei richtigen Schlägen und einem Sicherheits-Nachschlag nicht ganz trocken vonstatten. Doch außer den Bühnenbrettern wurde niemand nass. Ehe wie in den beiden Vorjahren der Ober-Braumeister aus dem Oberland – Wolfgang Ober aus Miesbach – die Bühne zur Krüglrede betrat, begrüßte Seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold von Bayern die Gäste. Dabei bewies er selbst sein Krüglreden-Talent als er zwar nicht die Politiker, aber die neue Mode der Craft-Biere derbleckte. Doch auch der Prinz kam nicht ganz ungeschoren davon.

Wolfgang Ober kam nicht umhin, an den Tag zu erinnern, als Luitpold beim Segeln gleich dreimal kenterte und jeweils von der Wasserwacht gerettet werden musste. Süffisant legte Ober den Wasserwachtlern da kurzerhand den Ausspruch „Sag'ns moi, zum Segeln san sie aber ned do, oder?“ in den Mund. Hauptsächlich waren aber natürlich die lokalen Politiker im Fokus des Krüglredners – ob es nun der „Chef-Satiriker“ Florian Weber mitsamt seinem Partei-, aber nicht Fraktionsaustritt aus der BBV war, oder Karin Geißler, die bei der Sitzungsleitung im Stadtrat „Schluss mit Kuschelkurs“ macht. Besonders abgesehen hatte es Ober auf Andreas Lohde. „Wenn Frau Geißler die Sitzung leitet, wird ihnen schon mal was abgeschnitten... also das Wort – was ja nicht immer das Schlechteste ist“, kommentierte der Ober-Braumeister die Redseligkeit Lohdes. Nach dessen gescheiterten Versuch, Vizebürgermeister zu werden, hatte der Krüglredner aber auch einen Rat für den CSU-Politiker für eine künftige große Bundestags-Karriere parat: „Bleiben's am Ball, der Bocklet ist ja schon fast 75 Jahre alt.“ Der Derbleckte selbst nahm's mit Humor. „Der OB ist ja nicht da und irgendeiner muss herhalten.Da nehm ich das gerne auf mich“, sagt Lohde. Und mit einem Augenzwinkern: „Dass ich zuviel rede, stimmt nicht. Ich höre spätestens nach 45 Minuten auf – wenn es gongt.“

Hauptsächlich für die langen Wartezeiten in der Kfz-Zulassungsstelle musste sich Landrat Thomas Karmasin die Leviten lesen lassen. So geht man laut Ober am besten „mit'm Rucksack, Kühlbox und Gaskocher“ dort hin. Karmasin dazu: „Nach unserer Umstrukturierung gibt’s ja kaum noch Beschwerden, aber einen kleinen Nachtritt muss ich da wohl noch ertragen.“ Lustige, aber auch nachdenkliche Töne vor allem zum Thema Asyl schlug das Brucker Brett'l mit seinem anschließenden Einakter „Auf der Amperbruck'n“. So sinnierten die Laien-Darsteller als die Kultfiguren Monaco Franze und Manni Kopfeck darüber, dass ein Teil des Geldes für die Unterbringung der Asylbewerber schließlich durch deutsche Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien wieder hereinkomme. Ganz ohne Politik kam dagegen Star-Gast Andreas Griebl aus. Der Kabarettist sorgte mit seinen Alltags-Geschichten dafür, dass die Stimmung in der Marthabräuhalle zum Ausklang noch einmal den Siedepunkt erreichte.

Andreas Daschner

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