Arbeitskreis Öffentliche Sicherheit der Freien Wähler kritisiert fehlenden Hochwasserschutz

FW: "Hochwasserschutz des Starzelbaches in Olching extrem verbesserungsfähig"

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Unverändert kritisch: Der Zustand des Starzelbachs ist im Sinne des Katastrophenschutzes auch im März 2014 kritisch. Die Brücke unter der Fürstenfeldbrucker Straße ist nach wie vor nicht ausgeräumt.

Olching – Der Zustand des Starzelbaches ist in Olching ein Dreivierteljahr nach der Überschwemmung allen Warnungen zum Trotz noch immer unsicher und im Sinne des Hochwasserschutzes extrem verbesserungsfähig. Auch der Ascherbach ist eine mögliche Gefahr für die Anwohner(innen), der neue Flächennutzungsplan-Entwurf bietet aus der Sicht der Freien Wähler für größere Überschwemmungen durch die Amper ebenso wenig eine – überfällige – überzeugende Lösung.

 Im Juni 2013 ist der Starzelbach über die Ufer getreten. Dadurch ist es in Olching zu massiven Hochwasserschäden gekommen, die sich pro Haushalt teils auf mehrere 10.000 Euro belaufen haben. „Eine Ursache war das verwahrloste Flussbett des Starzelbaches; der Wasserlauf war durch Verlandung, Sträucher, Bäume, niedrige Brücken, Treibgut behindert. Eingeschwemmter Sand und Kies hat insbesondere die Durchführung unter der Fürstenfeldbrucker Straße weitgehend verstopft“, berichtet Matthias Noell. Der Olchinger Rechtsanwalt ist seit Jahrzehnten im Katastrophenschutz aktiv, war unter anderem Kollonnenführer des Deutschen Roten Kreuzes. Nachdem sich die geschädigten Bürger massiv zu Wort gemeldet und die Stadtratsfraktion der Freien Wähler einen entsprechenden Antrag gestellt hatten, hat die Stadtverwaltung endlich mit den erforderlichen Arbeiten begonnen. Im Uferbereich wurden den Wasserlauf störende Bäume und Sträucher entfernt oder zurückgeschnitten. „Allerdings lagern die abgeschnittenen Äste und abgefischtes Treibgut am Ufer. Bei hohem Wasserstand wird der Starzelbach diese Gegenstände wieder als Treibgut aufnehmen und sie an den immer noch bestehenden niedrigen Brücken aufstauen – wie gehabt“, warnt Noell. Stadtrat Peter Knoll ergänzt: „Genau auf diese Gefahr haben mehrere Stadträte bereits im vergangenen Jahr in öffentlicher Sitzung hingewiesen und Abhilfe gefordert.“ Matthias Noell: „Der Zustand der Durchführung des Starzelbaches unter der Fürstenfeldbrucker Straße – und damit der Ablauf in die Amper – ist jedoch auch heute noch unverändert ungepflegt. Die westliche Röhre ist durch eingetragenen Sand und Kies auf eine lichte Höhe von geschätzt 1,40 Meter reduziert, die östliche Röhre ist derart verlandet, dass dort kein Wasser fließt.“

Liegen gelassen: Abgeschnittenes Gehölz könnte bei Hochwasser den Durchfluss sperren und das Wasser aufstauen.  Matthias Noell

Als sich die Hochwassersituation 2013 aufgebaut hatte, hat sich die Stadtverwaltung mit der ständigen Messung der Pegelstände der Amper befasst, die nicht besonders alarmierend waren. „Dass der Starzelbach als eigenständige Überschwemmungsursache infrage kommt, wurde damals offensichtlich nicht ausreichend berücksichtigt“, erinnert Matthias Noell. „Nach der massiven Schadenssituation hat der 1. Bürgermeister mit seiner Verwaltung nun nicht nur die Amper, sondern auch den Starzelbach auf seinem Bildschirm. Die zur Gefahrenabwehr erforderlichen Maßnahmen am Flußbett des Starzelbaches sind aber bis heute nicht abgeschlossen. Die Lage ist noch immer unsicher.“ Offenbar unbeachtet bleibt die Tatsache, dass es in Olching auch noch den Ascherbach gibt. Noell: „Nur wenige Meter nach dem Kreisverkehr am Gut Graßlfing kann man von der Gröbenzeller Straße aus flussaufwärts erkennen, dass der Uferbereich von Sträuchern und Bäumen überwuchert ist und dass meterlange Baumstämme im Wasserlauf liegen. So etwa hat der Starzelbach vor dem Hochwasser auch ausgesehen. Nach Mitteilung eines Anwohners war der Wasserstand des Ascherbaches im Juni 2013 bedenklich hoch. Auch am Ascherbach hat die Stadt Olching die dringende Aufgabe, durch vorbeugende Maßnahmen Hochwasserschutz zu leisten. „Dabei dürfen wir das Hochwasser von 1999 nicht vergessen“, mahnt der Architekt Alfred Koch. „Der Überschwemmungsschutz ist ein viel größeres Problem als es sich 2013 gezeigt hat. Im Entwurf des Flächennutzungsplans sind jetzt Flächen als „faktisches Überschwemmungsgebiet“ ausgewiesen, die seit Jahrzehnten, vermutlich aber noch nie, überflutet waren.

Das Wasser lässt sich aber nicht bergauf schicken, für die damals überfluteten Gebiete wird nichts getan. Wir sollten diese Warnung der Natur ernst nehmen und nach einer generellen Lösung suchen, gemeinsam mit den anderen betroffenen Gemeinden“, fordert Koch. „Die Verantwortung dafür trägt der noch amtierende 1. Bürgermeister als Kopf der Verwaltung. Dieser Verantwortung war und ist der Feuerwehrmann weder im vergangenen Jahr im erforderlichen Maß nachgekommen noch ist bis heute erkennbar alles Nötige geschehen, um die Olchinger(innen) vor drohendem Hochwasser zu schützen“, sagt Matthias Noell. „Es wird höchste Zeit, an der Wahlurne für Abhilfe zu sorgen!“

redkb

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