Die Bürgermeisterwahlen in der Gemeinde Eichenau müssen in eine zweite Runde gehen, nachdem am 19. Juni keiner der vier Kandidaten die Mehrheit er ...

Stichwahl in Eichenau

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Podiumsdiskussion in der Friesenhallen in Eichenau (von links): Martin Eberl (SPD), Dirk Flechsig (CSU), Moderator Stefan Weinzierl, Claus Guttenthaler (Freie Wähler) und Peter Münster (FDP) 

 Eichenau – Die Bürgermeisterwahlen in der Gemeinde Eichenau müssen in eine zweite Runde gehen, nachdem am 19. Juni keiner der vier Kandidaten die Mehrheit auf sich vereinen konnte. Als Etappensieger ging der 44-jährige CSU-Kandidat Dirk Flechsig hervor, der mit 38,6 Prozent (2086 Stimmen) gegen den 50-jährigen Peter Münster am 3. Juli in die Stichwahl muss. Der FDP-Kandidat erreichte 25,3 Prozent (1367 Stimmen).  

 Vorbei ist dagegen die Wahl für den SPD-Kandidaten Martin Eberl und den FW-Kandidaten Claus Guttenthaler. Der 41-jährige Eberl erhielt nur 21,4 Prozent (1154 Stimmen), der 46-jährige Guttenthaler 14,7 Prozent (792 Stimmen). Enttäuscht zeigte sich der Wahlleiter und Noch-Bürgermeister Hubert Jung (CSU) von der geringen Wahlbeteiligung von 56,2 Prozent. Von 9.637 stimmberechtigten Eichenauern suchten nur 5.416 Bürgerinnen und Bürger die Wahllokale auf.

 Groß war die Freude bei Flechsig. Der seit 20 Jahren für die CSU im Eichenauer Gemeinderat aktuelle Fraktionsvorsitzende, gelernte Bankkaufmann und Unternehmer im Bereich Informations-Technologie wurde von Amtsinhaber Hubert Jung seinerzeit als Kandidat vorgeschlagen.

„Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden. Ich freue mich über das Vertrauen, das mir über 2000 Eichenauerinnen und Eichenauer geschenkt haben. Um im Jargon der Fußball-Europameisterschaft zu sprechen: das war das Finale, jetzt geht es in die Verlängerung. Ich hoffe, dass mir auch noch die Wähler die Stimmen schenken, die sich zuvor für einen anderen Kandidaten entschieden haben. Vielleicht sind auch noch die 44 Prozent, die nicht zum Wählen gegangen sind, diesmal zu motivieren. Mit mir erhält Eichenau einen pragmatischen zielorientierten Bürgermeister.“ Rechtsanwalt Peter Münster, der seit 26 Jahren in Eichenau lebt und eben solange FDP-Fraktionsvorsitzender ist, arbeitet in einer Kanzlei in München. „Es freut mich sehr, dass die Wähler meine Form des Wahlkampfes angenommen haben“, sagte Münster. „Ich hoffe, dass mich die Wähler weiter unterstützen. Ich werde meinen Wahlkampf in den nächsten zwei Wochen unverändert fortsetzen. Es war mein Ziel, bei 25 Prozent zu landen, denn dann war mir die Stichwahl sicher, von der ich ausgegangen bin. Überrascht hat mich die geringe Wahlbeteiligung. Ich hoffe, dass sie in zwei Wochen doch noch etwas höher ausfällt.“

 Der gebürtige Münchner SPD-Kandidat Martin Eberl ist seit 2013 Mitglied im oberbayerischen Bezirkstag und von Beruf Lehrer an der Wirtschaftsschule in Dachau. Er gehört dem Gemeinderat seit 2014 an. „Natürlich bin ich enttäuscht, dass ich es nicht in die Stichwahl geschafft habe, das ist keine Frage“, sagte Eberl. „Ich hoffe nur, dass sich der Bürgermeister, egal wer es wird, an seine sozialen Versprechungen hält. Ich halte natürlich an meinem Programm fest und sage, besser das richtige Programm mit 21 Prozent, als das falsche mit 50 Prozent.“ Claus Guttenthaler war 17 Jahre lang CSU-Mitglied und wechselte erst im Februar 2016 zu den Freien Wählern. Der Kaufmann ist in Eichenau aufgewachsen und seit 2002 im Gemeinderat. „Nach meinen Eindrücken, die ich im Straßenwahlkampf und von meinen Bekannten gewonnen hatte, habe ich durchaus geglaubt, dass eine Stichwahl kein unerreichbares Ziel für mich sei.

 Deshalb bin ich schon ein wenig vom Ausgang der Wahl überrascht. Ich habe wohl meine konkreten Ideen nicht so rübergebracht. Andere haben mit ihren Phrasen, die meiner Meinung nach nicht so wirklich greifbar waren, mehr Erfolg gehabt. Nicht destotrotz, als Mitglied im Gemeinderat werde ich meine Ideen dann eben als Antrag einbringen.“ Im Vorfeld der Bürgermeisterwahlen in Eichenau hatte sich wohl keiner der vier Kandidaten als Favorit herauskristallisiert, so dass letztlich die nun am 3. Juli stattfindende Stichwahl zwischen Dirk Flechsig und Peter Münster die Entscheidung bringen muss, wer Bürgermeister Hubert Jung (CSU) beerben wird. Jung hat bekanntlich nach 18 Jahren als Bürgermeister auf eine erneute Kandidatur verzichtet.

Dieter Metzler

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