Stoppt den Landfraß - Landkreis-Jungbauern wehren sich mit dem BBV-Kreisverband gegen den Verlust von landwirtschaftlichen Flächen

ungbäuerinnen/-bauern gegen den „Landfraß“: (v.li.) Barbara Metzger, Josef Robeller, Maria Beham, Martin Neheider, Andreas Drexl, Johann Bichler, dazu Kreisobmann Joh. Drexl und Kreisbäuerin Gabi Waldleitner. Foto: Günter Schäftlein

Man traf sich im Hattenhofener Landwirtschaftsbetrieb von (Kreisobmann) Johann und Andreas Drexl GbR um die Problematik eines ständigen Nutzflächenverlustes im Landkreis und bayernweit zu erörtern. Im Beisein von Kreisbäuerin Gabi Waldleitner ein ebenso aktuelles wie für Jungbauern zukunftsweisendes Thema. Die Jungbäuerinnen/-bauern Barbara Metzger, Luidenhofen, Maria Beham, Aich, Josef Robeller, Mammendorf, Martin Neheider, Mammendorf, Andreas Drexl, Hattenhofen, und Johann Bichler, Wenigmünchen, befürchten für diese Zukunft den Verlust weiterer landwirtschaftlicher Flächen im Landkreis Fürstenfeldbruck - der insgesamt 43.400 Hektar groß ist mit einer landwirtschaftlichen Nutzung von 22.000 Hektar.

Seit 1971 gingen davon im Landkreis 4.400 Hektar an landwirtschaftlicher Nutzfläche verlustig, was der 6fachen Größe der Gde. Hattenhofen oder der Fläche von über 6000 Fußballfeldern entspricht. Das alles verursacht durch Siedlungsbau, Gewerbegebietsausweisungen, Verkehrswege und Ausgleichsmaßnahmen. „Allein“, so Kreisobmann Joh. Drexl, „durch Straßen- und Siedlungsbau wurden in den letzten 30 Jahren 1500 Hektar im Landkreis versiegelt.“ Jungbauernvorsitzender Josef Robeller sieht darin ein landwirtschaftliches Grundproblem für den allgemeinen Bedarf, „denn auf versiegelten Flächen wachsen weder Lebensmittel noch nachwachsende Rohstoffe.“ Und: „Auf versiegelten Flächen wird auch kein CO2 gebunden.“ Dass jeder Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche aktiver Klimaschutz bedeutet, wäre vielen Menschen nicht bewusst: Ein Hektar Mais verwandelt jährlich 32 to CO2, ein Hektar Weizen 24 to CO2 in Sauerstoff und Kohlenstoff. Kreisobmann Drexl ergänzte, dass jeder bayerische Landwirt statistisch täglich im Durchschnitt 1,5 qm an Nutzfläche einbüßt. Kreisbäuerin Gabi Waldleitner berichtete über einen landwirtschaftlichen Nutzflächenverlust in Bayern in den letzten 40 Jahren seit 1970 von über 500.000 Hektar - was der gesamten landw. Nutzfläche von Niederbayern entspricht. Betriebsmitinhaber Andreas Drexl bezifferte den betriebseigenen Flächenverlust an „schönen, großen Wiesen“ durch die kürzlich beendete Bahnausbaustrecke München-Augsburg auf 5 bis 6 Hektar, „für die wir Distelwiesen als Ausgleichsflächen zurückerhielten. Auch sinnvolle Ausgleichsflächen mit Tümpel sind kein angemessener Ersatz. Wir wollen unsere guten Getreideböden erhalten!“ Für einen Milchviehbetrieb wie Drexl in Hattenhofen mit über 100 Milchkühen ist dieser Tausch ein herbes Verlustgeschäft. Dazu kämen noch rund 5000 qm übereignete Betriebsfläche für den neuen Radlweg an der B2 vor und nach Hattenhofen. Gabi Waldleitner schätzte den gesamten zusätzlichen Flächenaufwand für den Bahnausbau im Landkreis auf 50 Hektar ein. Die Verfahrenweise mit den so genannten „Ausgleichsflächen“ - die ja auch der Landwirtschaft irgendwo entzogen werden müssen - sieht Kreisobmann Joh. Drexl kritisch, als „schwer umsetzbar und sehr bürokratisch.“ Die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln und die nachwachsenden Rohstoffe für die Energieversorgung haben für die Jungbauern/-bäuerinnen Vorrang. Sie sehen den weiteren Entzug landwirtschaftlicher Nutzflächen im Landkreis als nicht mehr hinnehmbar. Sie fordern ein Ende des „Landfraßes“, in Bayern ebenso wie deutschlandweit.

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