Berufsschüler besuchten Theaterstück ,,Tabu" in der Wittelsbacher Halle

"Tabu" thematisiert sexuelle Gewalt

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Auf der Bühne wurden die unterschiedlichen Situationen zum Thema ,,sexuelle Gewalt" szenisch nachgestellt.

Fürstenfeldbruck - ,,Die Zeit läuft. Korn für Korn fällt durch die riesige Sanduhr. Jede Minute, jede Stunde, jeden Tag gibt es neue Täter, neue Opfer". In dem Stück ,,Tabu", das die Theatergruppe ,,Bühnengold" am 18. Juli in der Wittelsbacher Halle für die zehnten Klassen der Brucker Berufsschule aufgeführt hat, geht es um sexuelle und sexualisierte Gewalt.

 Sexueller Missbrauch kann überall stattfinden: Im Freundes- und Bekanntenkreis, in der Familie sowie in Bildungs-, Sport- und Freizeiteinrichungen. Der gute Ruf wird zum Machtwerkzeug bei sexuellen Übergriffen. Obwohl in den letzten Jahren viel Aufklärungsarbeit geleistet worden ist, sind Unsicherheit und Scham über dieses Thema bei den meisten Menschen immer noch vorherrschend.

Anja Sop von der Berufsschule Fürstenfeldbruck hat sich Anfang Januar bewusst für dieses Theaterstück entschieden: ,,Aufhänger waren die Vorgänge in der Kölner Silvesternacht. Aber ähnliche Situationen passieren im Alltag ständig, so dass dieses Thema immer aktuell ist". Die Figuren in dem Stück treten alle in fester Reihenfolge auf und agieren jeweils mit zwei anderen Figuren. Beispielsweise gibt es den jungen Englischlehrer, der von seiner hübschen Schülerin angeflirtet wird und nun Angst hat, dass sie falsche Gerüchte über ihn verbreitet, weil er nicht darauf eingegangen ist....Oder die junge Sekretärin, die nach Feierabend noch ins Büro ihres Chefs kommen soll, um über ihre Zukunft in der Firma zu sprechen.

 In einer anderen Szene zieht ein Betrunkener in der Nacht herum. An einer Bushaltestelle beschimpft er eine Frau mit beleidigenden und sexistischen Ausdrücken, bis sie den Notruf wählt. Am Ende des Stücks hatten die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, in einem gemeinsamen Nachgespräch das Gesehene aufzuarbeiten. Sie konnten ihre Eindrücke schildern, ordnen und Unklares in der Gemeinschaft besprechen. ,,Die Reaktionen der Schüler waren sehr unterschiedlich. Einige waren sehr betroffen, andere dagegen reagierten eher cool. Vermutlich, um eigene Unsicherheiten zu überspielen", erklärte Anja Sop abschließend.

Nicole Burk 

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