Kein ehrenamtlicher Nachfolger für die im kommenden Jahr ausscheidende Vorsitzende des Tierschutzvereins und Leiterin der Auffangstation

Den Tierfreunden Brucker Land droht das Aus

Hilferuf: Heidi Minderlein übergibt einen offenen Brief mit der Bitte um finanzielle Unterstützung an Maisachs Vize-Bürgermeister Roland Müller. Andreas Daschner

Maisach – Den Tierfreunden Brucker Land und ihrer Tierauffangstation in Überacker droht das Aus. Für die im kommenden Jahr scheidende Vorsitzende des Tierschutzvereins und Leiterin der Auffangstation, Heidi Minderlein, findet sich kein ehrenamtlicher Nachfolger. Für eine hauptamtliche Lösung fehlt aber das Geld.

 Der Verein richtet deshalb einen Hilferuf an die Bürgermeister im Landkreis. Voraussichtlich im Mai oder Juni 2017 wird die Jahreshauptversammlung der Tierfreunde mit den turnusmäßigen Neuwahlen stattfinden. Schon jetzt steht fest: Die bisherige Vorsitzende Heidi Minderlein macht aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter. Das trifft den Tierschutzverein gleich doppelt hart, denn Minderlein engagierte sich bislang auch als Leiterin der Auffangstation und arbeitete dort an sieben Tagen in der Woche bis zu zehn Stunden lang. „Heute findet sich kaum noch jemand, der sich ehrenamtlich engagiert“, sagt Minderlein. Um die Stelle des Leiters der Auffangstation zu bezahlen, benötigt der Verein jedoch Geld. Allein aus den Mitgliedsbeiträgen und Spenden ließe sich das nicht bezahlen.

 „Wir brauchen finanzielle Hilfe“, sagt Minderlein. Deshalb haben die Tierfreunde einen offenen Brief an Maisachs Bürgermeister Hans Seidl verfasst. Darin bittet Minderlein den Gemeindechef darum, sich dafür einzusetzen, dass die Bürgermeister sowie Gemeinde- und Stadträte des Landkreises dem Verein unter die Arme greifen. „Wäre es dem Verein finanziell möglich, eine Tierheimleitung in Vollzeit und einige Helfer auf 450-Euro-Basis zu beschäftigen, könnte eine Schließung abgewendet werden“, heißt es in dem Brief. Derzeit sind gut 20 Helfer rein ehrenamtlich tätig. Sie müssen sich um aktuell mehr als 120 Tiere kümmern. Jährlich werden bei den Tierfreunden bis zu 400 Tiere abgegeben – gut 90 Prozent davon sind Fundtiere. Einige Gemeinden im Landkreis – laut Minderlein jedoch bei weitem nicht alle – bezahlen dem Verein 28 Tage lang einen Tagessatz von acht Euro für die Versorgung sowie die erste Impfung von Fundkatzen.

Darüber hinaus müssen die Tierfreunde selbst für die anfallenden Kosten aufkommen. Außerdem fordern die Tierschützer, dass die Gemeinden und Städte eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Tiere einführen. Zum einen würde damit eine unkontrollierte Vermehrung gestoppt. Zum anderen könnten Fundtiere wesentlich schneller ihren Besitzern zurückgegeben werden – oft noch bevor etwaige Kosten anfallen. Seidl konnte das Schreiben wegen eines Trauerfalls in der Familie zwar nicht persönlich entgegen nehmen. Sein Stellvertreter Roland Müller, der seinerzeit das alte Wasserhaus in Überacker als Gebäude für die Auffangstation ins Spiel gebracht hatte, geht jedoch davon aus, dass der Maisacher Rathauschef das Schreiben bei der nächsten Bürgermeisterdienstbesprechung anschneiden wird. Außerdem riet er den Tierfreunden, sich auch an das Landratsamt zu wenden, den:. „Fundtiere sind eigentlich Aufgabe des Landkreises.“ Müller kann sich vorstellen, dass hier die Bürgermeister auch ihren Einfluss geltend machen können.

Andreas Daschner

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