Am 29. April um 16 Uhr eröffnete die Ausstellung "Das andere Leben - die jüdischen Kinder von Kovno 1941 - 1945" von Solly Ganor im Landratsamt.

20 Jahre "Todesmarsch-Mahnmal" in Fürstenfeldbruck: Schreckliches erlebt und überlebt  

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Holocaust-Überlebender Karl Rom und Kuratorin Barbara Hutzelmann führten durch die Fotoausstellung

Fürstenfeldbruck  – Am 29. April um 16 Uhr eröffnete die Ausstellung "Das andere Leben - die jüdischen Kinder von Kovno 1941 - 1945" von Solly Ganor im Landratsamt. Anlässlich des 20. Jahrestages der offiziellen Übergabe des "Todesmarsch-Mahnmals" in der Kreisstadt (gegenüber dem Rathaus), findet die Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Dachau in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Mahnmal Fürstenfeldbruck und dem Landratsamt statt. Holocaust-Überlebender Karl Rom und Kuratorin Barbara Hutzelmann führten durch die Fotoausstellung. 

 Die stellvertretende Landrätin Gisela Schneid begrüßte u.a. Julia Zieglmeier, die Sprecherin des Arbeitskreises Mahnmal Fürstenfeldbruck, Waltraud Burger, Leiterin der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau, einige Gemeindevertreter sowie Barbara Hutzelmann, die als Kuratorin anschließend durch die Ausstellung führte. Besonderer Gast des Tages war Karl Rom, einer der Überlebenden des Todesmarsches, der wie Solly Ganor (der aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte) aus Kovno/ Kauna kam. Der heute 88-jährige ist Mitglied der "Vereinigung der Überlebenden der Außenlager Landsberg/ Kaufering des KZ Dachau". 

In ihrer Eröffnungsrede sprach Gisela Schneid über den Tag vor genau 69 Jahren, als am 28. April 1945 KZ-Häftlinge durch unsere Felder und Straßen getrieben wurden. Sie waren aus den Außenlagern des KZ Dachau auf dem Todesmarsch Richtung Alpen unterwegs: gefoltert, geschunden und verhungert. "Sie haben Schreckliches erlebt und überlebt". So wie Solly Ganor, der in seinem Buch "Das andere Leben" von seiner Kindheit, seinem Leben und Überleben im Ghetto Kaunas und in nationalsozialistischen Konzentrationslagern berichtet. Die Fotos in der Ausstellung bezeugen jenes "andere Leben" und zeigen die Orte der Verfolgung und Entrechtung. Die Bilder wurden heimlich von dem jüdischen Fotografen George Kadish aus dem Ghetto Kaunas aufgenommen. Sie dokumentieren die grausame Realität des Ghettolebens und geben den ausgegrenzten Menschen ein Gesicht. Fotos aus den Konzentrationslagern bei Landsberg und Kaufering, vom Todesmarsch sowie der Befreiung durch die US-amerikanische Armee vervollständigen die Ausstellung. Solly Ganor (geb. 1928) im litauischen Kovno/ Kaunas wurde mit seiner Familie nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion im Sommer 1941 von den Besatzern in ein Ghetto gezwungen. Gemeinsam mit Vater und Freunden verschleppte man Solly Ganor in die Außenlager des KZ Dachau bei Landsberg und Kaufering.

Das Todesmarsch-Mahnmal in Fürstenfeldbruck an der Verkehrsinsel Dachauer Straße/ Ecke Augsburger Straße, wurde am 28. April 1994 der Öffentlichkeit zum Gedenken an die Todesmärsche der KZ-Häftlinge kurz vor Kriegsende 1945 übergeben. Die Bronzeskulptur von Hubertus Pilgrim markiert Stationen des langen und meist tödlichen Leidensweges Tausender. Der damals gegründete Arbeitskreis Mahnmal Fürstenfeldbruck ermöglichte die Realisierung des Projekts - dank zahlreicher Spenden aus der Bevölkerung und der Unterstützung von Stadt und Landkreis FFB. Die Ausstellung "Das andere Leben" kann noch bis 9. Mai im Landratsamt besucht werden. (Montag bis Donnerstag, 8 bis 18 Uhr, Freitag bis 16 Uhr).

 Nicole Burk

 

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