Schwabinger Lehrer und Lehrerinnen besuchten das Todesmarsch-Mahnmal in Fürstenfeldbruck

Erinnern und Gedenken – Das Todesmarsch-Mahnmal in Fürstenfeldbruck

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Die Sprecherin des „Arbeitskreises Mahnmal FFB“, Julia Zieglmeier, informierte die Lehrer des Schwabinger Gisela-Gymnasiums am Mahnmal mitten in der Stadt über den damaligen Todesmarsch quer durch den Landkreis.

Fürstenfeldbruck – Mitten im Herzen der Kreisstadt auf einer Verkehrsinsel an der Ecke Augsburger-, Dachauer Straße steht seit dem 28. April 1994 ein Mahnmal, das an den Todesmarsch von KZ-Häftlingen in den letzten Kriegstagen aus den Lagern von Landsberg/Kaufering nach Dachau erinnert. Obwohl tagtäglich viele Menschen an diesem Todesmarsch-Mahnmal vorübergehen, weiß die Öffentlichkeit wenig über die schrecklichen Ereignisse von damals. Der 1994 ins Leben gerufene „Arbeitskreis Mahnmal Fürstenfeldbruck“ hat sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung und die thematische Aufarbeitung eines Kapitels jüngster Zeitgeschichte in der Region nicht wieder in Vergessenheit geraten zu lassen.

So erinnert der Arbeitskreis in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt nicht nur jährlich am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, der auch von den Vereinten Nationen im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt wurde, mit einer Gedenkfeier an den Leidensweg und das Schicksal der ca. 50.000 Häftlinge des KZ Dachau und seinen 160 Außenlagern. Der Arbeitskreis hält auch Kontakt zu den noch wenigen lebenden Zeitzeugen. Einer von ihnen ist der 87-jährigen Abba Naor, der über sein Schicksal mehrmals im Jahr im Landkreis vor Schülerinnen und Schülern spricht. 

Am achten Oktober besuchte nun eine Lehrervertretung des Gisela-Gymnasiums München-Schwabing die Kreisstadt. Zunächst machten die unter Führung des stellvertretenden Personalrats-Vorsitzenden Norbert Weigler Station im Haus des Kreisjugendrings in Gelbenholzen. Nach der Besichtigung der Einrichtung, die dem Gymnasium gehört und an den Landkreis vermietet ist, stand ein Besuch des Klosters Fürstenfeld auf dem Programm und bevor die Lehrer den Tag mit einem Cafébesuch ausklingen ließen, trafen sie sich mit der Sprecherin des Arbeitskreises, Julia Zieglmeier, um mehr über den Todesmarsch und die Geschichte des Mahnmals zu erfahren. 

Seit der Aufstellung des ersten „Todesmarsch-Mahnmals“ in Gauting im Juli 1989 wurde das Denkmal des Pullacher Bildhauers Hubertus von Pilgrim in weiteren 22 Gemeinden eingeweiht. Die identischen Skulpturen befinden sich auf den Routen der sogenannten Todesmärsche, auf denen die vollkommen geschwächten Häftlinge des KZ Dachau im Frühjahr 1945 Richtung Süden getrieben wurden. Seit 1992 steht auch eine Skulptur in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. 

Der „Arbeitskreis Mahnmal Fürstenfeldbruck“ ist ein loser Zusammenschluss von Personen, der aus der Gruppe hervorgegangen ist, die sich für die Errichtung des Mahnmals seinerzeit engagierten. Derzeit gehören Julia Zieglmeier, Helmut Zierer, Richard Gedorn, Jürgen Schulz, Wolfgang Popp sowie vom Landratsamt Jutta Remsing und Ulrike Winkler an.

Dieter Metzler

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