Aktion Pit-Togohilfe-Vorsitzende bei medizinischem Großeinsatz und OP's auf dem Land in Togo mit Ärzteteam unterwegs 

"Tausende haben zum ersten Mal in ihrem Leben einen Arzt zu Gesicht bekommen"

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Margret Kopp, Vorsitzende der PiT-Togohilfe mit einer Patientin mit Verwachsungen im Gesicht, bei der letzten Aktion "Das Krankenhaus zu den Menschen bringen" im Mai/Juni in Togo.

Maisach – In Togo geht die Aktion von Dr. Serge Michel Kodom,  "Aimes-Afrique" - der Kreisbote berichtete über den Einsatz des Mediziners und seiner Kollegen   - in die nächste Runde. Fünf Jahre lang bringen Togoische Fachärzte, vorwiegend Chirurgen, das “Krankenhaus zu den Patienten” auf dem flachen Land - in allen fünf Bezirken des 7-Millionen-Einwohner-Staates in Westafrika. Beim letzten Einsatz im Mai/Juni war Margret Kopp von der Pit-Togohilfe Maisach als Beobachterin dabei, sie hatte auch wieder Spenden für die Finanzierung organisiert.  Auch die Bayerische Staatskanzlei beteiligte sich. 

 

Margret Kopp war von dem  Andrang aus der  Bevölkerung überwältigt: “In Tabligbo war alles schwarz vor Menschen. Dort haben Dr. Kodom und sieben Chirurgen, darunter auch Fachrichtungen wie HNO und Augenärzte in einem kleinen Krankenhaus sechs Tage von morgens bis abends operiert.” Insgesamt wurden 6000 Landbewohner behandelt, d.h. es wurden Blutuntersuchungen durchgeführt, Diagnosen erstellt, Verbände angelegt, Arzneimittel ausgegeben, woran sich auch PitTogohilfe mit Spenden aus der Pharmaindustrie beteiligt hat. Alles wurde handschriftlich dokumentiert. 

Kopp: “Die Patienten bekommen ein Heft mit allen Daten und Behandlungsempfehlungen und Anwendung der Arzneimittel mit, wenn sie wieder zurück in ihre Dörfer gehen.” Über 600 wurden operiert - von Leistenbrüchen über Kropf-Operationen und Missbildungen, gynäkologischen Problemfällen (häufig: Gebärmuttervorfall) bis zu Augen-OP’s. Ein kleiner Junge hat nach einer Katarakt-OP wieder seine Sehfähigkeit erlangt. 

Afrikanische Patienten sind geduldig, es gibt keine Fall-Pauschale, das Essen für die Kranken besorgt die Großfamilie, in den kleinen Krankenhäusern geht es spartanisch zu. Man improvisiert, sagt Margret Kopp. Als die OP-Lampe ausfiel, wurde eben eine Stehlampe aus dem Büro eingesetzt, bei Stromausfällen steht ein Generator bereit. Zusätzlich hat das Ärzte-Team eine Fortbildung für die Dispensaire-Leiter (Krankenhaus-Leiter)  angeboten, die begeistert angenommen worden ist. Denn in den kleinen Krankenstationen im Busch dümpelte so mancher Pfleger oder manche Schwester  jahrzehntelang vor sich hin ohne jede Fortbildung.  Jetzt wurden die  medizinischen Fach-Kenntnisse aufgefrischt, vor allem Hygienemaßnahmen und die Wundversorgung.  Zugleich erhielten diese Pflegekräfte ein Basis-Set mit Schmerzmitteln, sterilem Verbandsmaterial, Antibiotika und anderen Hilfsmitteln.

 Im September 2015 führt der nächste Einsatz die Chirurgen und Fachärzte aus Lomé in die Zentralregion in die Gegend um Kara. Eine Region nach der anderen in Togo wird  medizinisch erschlossen. Dabei konnte Margret Kopp diesmal Spenden der Aktion Pit-Togohilfe e.V.  und der Bayerischen Staatskanzlei beisteuern. Schirmherr der Spenden-Aktion Santé pour tous, zu deutsch: "Gesundheit für alle",  ist bekanntlich Landrat Thomas Karmasin. 

90 000 Euro pro Mission seien erforderlich - für jeweils  6000 Patienten, die vorher noch nie einen Mediziner zu Gesicht bekommen haben. "Aimes Afrique" heißt  die humanitäre Organisation, mit der Dr. Kodom mit Kollegen und Pharmazeuten auch in anderen afrikanischen Nachbarländern medizinische Hilfsprojekte für die Bevölkerung realisiert. Aimes-Afrique-Förderer könnten schon mit 10 Euro pro Monat viel bewirken - damit können in Togo zwei Kinder pro Jahr behandelt werden, bei 10 Spendern wären das schon 20 Kinder im Jahr, rechnet Margret Kopp vor.    

Dieser medizinische Großeinsatz, der auf fünf Jahre  in den fünf Regionen Togos angelegt ist,  sei angesichts der Tatsache, dass für die 7 Millionen Einwohner Togos nur 648 Ärzte zur Verfügung stehen, und davon 420 in der Hauptstadt ansässig sind, dringend erforderlich. Wie sollten die  228  Mediziner, die auf dem Land leben, die restlichen 6 Millionen Menschen außerhalb von Lomé versorgen? 

Darüberhinaus läuft die Alt-Brillenaktion für die Pit-Togohilfe Maisach weiter. Ein engagierter Optiker aus Maisach übernimmt kostenlos die Messungen, danach werden die Brillen in Togo an junge und alte Bewohner mit Sehschwächen ausgegeben. Wer alte Brillen, gerne auch Kinderbrillen, spenden will, kann diese bei der Pit-Togohilfe Maisach zusammen mit einer kleinen Spende abgeben oder sie beim Kreisboten Fürstenfeldbruck, Hauptstraße 30, 1. Stock, vorbeibringen.

Hedwig Spies

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