Veronika Gebhart (23), Dipl.-Sozialpädagogin aus Maisach  war über PiT-Togohilfe mit der Organisation Aimes-Afrique in 10 Dörfern in Togo

Drei Monate Praktikum in Togo

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Veronika Gebhart aus Maisach sammelte nach ihrem Studium "Soziale Arbeit" drei Monate Erfahrungen in einem Dorfentwicklungsprojekt in 10 Modelldörfern in Togo.

Maisach - Erste  Praktische Berufserfahrungen sammelte die 23-jährige Dipl.-Sozialpädagogin Veronika Gebhart aus Maisach nach ihrem Studienabschluss weit entfernt von ihrer Heimatgemeinde von Mai bis August in zehn westafrikanischen Modell-Dörfern. Vermittelt wurde die Projektarbeit durch die Pit-Togohilfe Maisach und die Partner-Organisation Aimes-Afrique, dessen Leiter Dr. med. Michel Kodom auch mit dem BMZ in Berlin zusammenarbeitet.

Beim Ausfüllen der Fragebögen, r. Veronika Gebhart aus Maisach, mit Kolleginnen aus Togo.

Veronika Gebhart  wollte nach dem Abschluss ihres Studiums "Soziale Arbeit"  an der  Kath. Stiftungsfach-Hochschule München nicht gleich ins Arbeitsleben einsteigen, sondern erst noch Erfahrungen der besonderen Art sammeln und ein Praktikum in Afrika machen.  Veronika erkundigte sich bei Margret Kopp,  Vorsitzende der Aktion PiT-Togohilfe e.V. Zusammen mit der Maisacher Einrichtung  und dem togoischen Partner Aimes-Afrique  konnte die Maisacherin ihren Traum realisieren. Am 8. Mai flog sie mit Air France von Paris nach Lomé, in die Hauptstadt des westafrikanischen Staates Togo. Den Flug finanzierte sie aus eigener Tasche. Seit 9. August ist die junge Sozial-Pädagogin, die in Gröbenzell ihr Abitur gemacht hat und ihr Schul-Französisch jetzt gut einsetzen konnte, wieder zu Hause - ein wenig erkältet nach dem drastischen Klimawechsel, aber sofort bereit, über ihre Projekterfahrungen in Togo telefonisch zu berichten.

Drei Monate verbrachte Veronika in Togo und lernte die soziale Arbeit des Vereins Aimes-Afrique hautnah kennen. Nach einer Eingewöhnungsphase in Lomé, Togos Hauptstadt, in der die junge Frau die Organisationsstrukturen und die Arbeitsfelder des humanitären Hilfsvereins unter der Leitung von Dr. Michel Kodom - er war bereits in Fürstenfeldbruck,  kennen lernte, durfte sie sich in einem Projekt im Landesinneren engagieren. Neben dem Projekt "Santé pour tous" - "Gesundheit für alle" - überschrieben mit "Das Krankenhaus zu den Menschen bringen", ist seit einem Jahr ein weiteres - sozialpädagogisches Projekt - im Aufbau. Sie bereiste mit zwei Mitarbeiterinnen von Aimes-Afrique die 10 Modelldörfer des Dorfentwicklungsprojektes "Villages Aimes-Afrique - das lebenswerte Dorf", um dort mit der Dorfbevölkerung selbst die Schwerpunkte des Entwicklungsbedarfs zu definieren und festzulegen.

Neben den Ärzteeinsätzen, die auch vom BMZ gefördert werden (der Kreisbote berichtete "Das Krankenhaus zu den Menschen bringen"), laufen die bekannten Patenkinder-Aktionen, bei denen die Patengelder ausschließlich für das Wohl der Kinder verwendet werden. Gebhart: "Das geht von der Solarlampe für die Schulaufgaben bis hin zu Nachhilfeprojekten." In nächster Zeit sollen auch Schulkantinen im Rahmen des Dorfentwicklungsprojektes errichtet werden. Geplant ist, den Kindern täglich ein gesundes Essen zu ermöglichen. Mais-Brei, Reis und Gemüse sind die Grundlagen. Fast überall auf dem Land wird auf offenem Feuer gekocht.

Die befragte Gruppe in einem der Dörfer.

Togo ist in fünf Regionen unterteilt. In den Dörfern, die für das Dorfentwicklungs-Projekt ausgewählt wurden, leben zwischen 500 und 3000 Bewohner. Die afrikanischen Pisten abseits der vorbildlich geteerten Nationalstraße sind  abenteuerlich: Löcherige Straßen und kleine Pfade, die nur noch mit dem Motorrad samt Gepäck passiert werden konnten. Bei der Ankunft der togoischen Sozial-Pädagoginnen  und der deutschen Kollegin versammelte sich das gesamte Dorf, das Team wurde mit Tänzen begrüßt, es wurde nach Landesbrauch ein Huhn geopfert. Zuvor waren die jeweiligen Dorf-Chefs in das Projekt eingebunden worden, denn ohne ihre Zustimmung läuft nichts.

 Nach den Ärzteeinsätzen in allen fünf Regionen galt es, Projekte zu priorisieren,   Veronika: "Wir führten überall eine Fragebogen-Aktion durch. Wo die Verständigung auf Französisch nicht möglich war, übernahmen die togolesischen Kolleginnen die Aufgabe."  Die Bevölkerung wurde befragt zu den Bereichen Gesundheit, Brunnen, Schulkantinen, Menschenrechte, Handel, Bildung etc. Im Rahmen des EVALA-Festes in Kara  arbeitete Veronika Gebhart auch für ein Programm zur HIV-Sensibilisierung. Zuvor wurden an die örtlichen Krankenstationen Tests verteilt.

Übernachtet haben die Sozial-Pädagoginnen  entweder in gemauerten oder in Lehmhütten. "Wir haben auch hin und wieder mal Schlangen in den Dörfern gesichtet." Auch die ungewohnte Küche, die Hitze und der Mangel an sauberem Wasser macht einen Aufenthalt für Europäer nicht eben einfach.  Gebhart achtete darauf, nur Flaschenwasser zu trinken.  "Ich habe ein paar Kilo verloren", schmunzelt die schlanke Frau bei ihren Erzählungen.  "Anfangs hatten wir 36 Grad Hitze und 85 Prozent Luftfeuchtigkeit," erzählte sie. Erst im Monat Juli, mit Einsetzen der Regenzeit, sank das Thermometer auf rund 24 Grad. Drei Monate verbrachte Veronika insgesamt  in Togo und lernte die soziale Arbeit des Vereins Aimes-Afrique hautnah kennen.

Die Auswertung der Befragung konnte  Veronika Gebhart leider nicht mehr unterstützen, da ihre Aufenthaltsdauer zu Ende ging. Das ganze Team verabschiedete Veronika Gebhart mit Bedauern und versprach ihr, die Ergebnisse der Auswertung nachzuschicken. Dr. Kodom übereichte ihr nicht nur eine Praktikumsbescheinigung, sondern auch eine Ehrenurkunde als Dank für ihren Einsatz bei Aimes-Afrique. Die Maisacher Dipl.-Pädagogin arbeitet hauptberuflich für "Wohnen mit Perspektive" - einer Tochtergesellschaft der Stiftung Kinderhilfe FFB.

Hedwig Spies

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