Pressekonferenz: Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand und Landrat Thomas Karmasin  informieren über aktuelle Flüchtlingspolitik

Erweiterung der Asylkapazitäten im Brucker Fliegerhorst

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Die Erhöhung der Asylkapazitäten im Fliegerhorst gaben Landrat Thomas Karmasin (li.) und Regierungspräsident Christoph Hillenbrand bei einer Pressekonferenz bekannt

Fürstenfeldbruck – Gegenwärtig sind 800 Asylbewerber in der Außenstelle der Münchner Erstaufnahmeeinrichtung im Brucker Fliegerhorst untergebracht. Bis zum Jahresende wird die Münchner Dependance Platz für 1.600 Flüchtlinge bieten. Dies teilten Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand und Landrat Thomas Karmasin (CSU) bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am 23. September zur aktuellen Lage über eine weitere Unterbringung von Flüchtlingen mit.

Seit nunmehr einem Jahr wird der Fliegerhorst zur Unterbringung von Asylbewerbern genutzt. Waren anfangs 200 Asylbewerber im Fliegerhorst einquartiert, so fanden bereits ab November 600 Asylbewerber eine vorübergehende Bleibe. Aufgrund der starken Flüchtlingszuströme im September 2015 hatte die Regierung von Oberbayern in Absprache mit dem Landratsamt und der Stadt die bestehenden Räumlichkeiten nachverdichtet und die Kapazität auf 800 erhöht. Bis zum Jahresende werden in die drei weiteren von der Bundeswehr überlassenen Gebäude sukzessive Flüchtlinge untergebracht, so dass die Zahl auf rund 1.600 anwachsen werde, informierte Hillenbrand. Das sei die richtige Antwort auf die große Herausforderung, zeigte sich Oberbayerns Regierungspräsident von der zügigen Bereitstellung der Gebäude durch die Bundeswehr beeindruckt.

Nachdem der Fliegerhorst vor einem Jahr das Unteroffizierheim und den benachbarten Gebäudekomplex freigab, wurden nun die nördlich anschließenden Gebäude zur Verfügung gestellt, in denen der Stab des Jagdbombergeschwaders 49 sowie der Stab und Abteilungen des Flugmedizinischen Instituts einst beheimatet waren. Das ehemalige Fliegerhorst Kino (Saal der Luftwaffe) und die Bücherei eignen sich als Gemeinschaftsräume bzw. für eine zweite Kantine. Die große Grünfläche (Air-Force-Platz) im Innenbereich könnte die Aufenthaltsqualität steigern. Eine absolute Obergrenze an unterzubringenden Asylbewerbern für Fursty kann er im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Flüchtlingsströme nicht versprechen, so Hillenbrand.

Er freue sich, dass die Flüchtlinge eine menschenwürdige Unterkunft erhalten und dankte der Bundeswehr für die kurzfristige Freigabe weiterer Gebäude, sagte Landrat Karmasin. Die Kapazitätserweiterung trage dazu bei, dass man vorerst von einer weiteren Belegung in Turnhallen im Landkreis Abstand nehmen kann. Auch die geplante Beschaffung einer Traglufthalle hat das Landratsamt erst einmal gestoppt. Mit der Erhöhung der Flüchtlingszahlen sei aber auch zugleich eine deutliche Mehrbelastung verbunden, wie beispielsweise die Aufstockung der Asylsozialberatung, der ärztlichen Versorgung und des Wachdienstpersonals. Die Vielzahl der Flüchtlinge mache darüber hinaus eine zweite Kantine und eine zweite Kleiderkammer erforderlich.

Auch wenn die Unterbringungsplätze im Fliegerhorst auf die Quote des Landkreises angerechnet werden, und die Bundeswehr womöglich auch noch weitere Räume zur Verfügung stellen werde, so haben die Städte und Kommunen im Landkreis mindestens das im April mit den Bürgermeistern vereinbarte Kontingent zu erfüllen, warnte Karmasin aus der Erweiterung der Unterbringungskapazität im Fliegerhorst falsche Schlüsse zu ziehen. „Auch wenn wir neben München zu den Besten zählen, wir haben die Quote nicht erfüllt.“

Die Stadt habe von Anfang an die Maßnahmen zur Unterbringung von Flüchtlingen unterstützt und stehe auch zur Dependance, wohlwissend, was da auf die Stadt zukomme, sagte Brucks zweiter Bürgermeister Erich Raff (CSU), der in Vertretung des erkrankten OB Klaus Pleil an der Pressekonferenz teilnahm. Wenn die Flüchtlinge anerkannt sind, sind sie Bürger der Stadt und „wir müssen sie irgendwo unterbringen.“ Das sei bisher gelungen, aber, so Raff, „wir sind auf die Solidarität der anderen Gemeinden und Städte angewiesen“. Zu der geplanten Verlegung der Bushaltestelle am Fliegerhorst sagte Hillenbrand eine Kostenübernahme in Höhe von 50 Prozent zu.

Bis Ende des Jahres werden nach den offiziellen Prognosen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mindestens 800.000 Asylbewerber in Deutschland unterzubringen sein. Das bedeutet für Oberbayern nach der festgelegten Quote bis Ende 2015 insgesamt rund 80.000 Flüchtlinge. Das sei eine enorme Herausforderung, so Hillenbrand, bei der neue Kapazitäten für 1.000 Menschen zwar ein wichtiger Schritt sei, aber deshalb die Suche nach weiteren zusätzlichen Möglichkeiten mit Hochdruck weiter betrieben werden müsse. 

Dieter Metzler

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