Hören, Nachahmen, Wiederholen - Hannelore Dörries unterrichtet Violine nach der Suzuki Methode 

Kleine Violinspieler besuchen den Papst 

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Hannelore Dörries mit ihren jüngsten Violinschülern bei einer Gruppenstunde im Pfarrsaal in Schöngeising

Fürstenfeldbruck/Inning –  Jetzt in den Pfingstferien werden junge Geigenschüler, die jüngsten von ihnen sind erst vier Jahre,  nach Rom reisen: ,,Wir treten in bekannten Kirchen auf und werden auch eine Audienz beim Papst haben", freut sich Hannelore Dörries. ,,Das ist dann der dritte Papst, den wir besuchen". Hannelore Dörries aus Inning ist eine der erfahrensten und erfolgreichsten Suzukilehrerinnen. Seit 1982 lehrt sie ihren Violinschülern aus dem Großraum München, Fürstenfeldbruck, Landsberg und Starnberg das Geigenspiel nach dieser Methode - einer besonderen Form instrumentaler Früherziehung nach Dr. Shinichi Suzuki (1898 - 1998).

Hier wird in enger Anlehnung an die muttersprachliche Erziehung ganz auf das Notenlesen verzichtet. In erster Linie erfahren die Kinder ihr Instrument durch Hören, Beobachten, Nachahmen. Die jüngsten Schüler und Schülerinnen von Hannelore Dörries sind vier Jahre alt: ,,Die Kinder lernen das Geige spielen wie ihre Muttersprache, die man auch nicht verlernt", sagt sie. ,,Dabei werden sie schon ganz früh in das gesamte Geschehen eingebunden". Neben dem wöchentlichen Einzelunterricht gibt es alle zwei Wochen ein Gruppentraining, bei dem alle unterschiedlichen Levels zusammen spielen.,,Die Kleinen lernen so, neben dem solistischen, auch das gemeinschaftliche Musizieren kennen", erzählt die staatlich anerkannte Musikpädagogin. Eine weiteres wichtiges Element der Suzuki-Methode ist das tägliche Musikhören. Nach Erkenntnissen Suzukis, wird beim täglichen Musikhören das musikalische Feingefühl gefördert, so dass die Kinder unbewusst ein Gefühl für Rhythmus und Melodie bekommen. An Noten werden sie erst dann herangeführt, wenn sie eine gewisse Spielfertigkeit, musikalisches Gehör und Gedächtnis entwickelt haben. ,,Fester Bestandteil meines Unterrichts sind verschiedene rhythmische Spiele und Bewegungsübungen auf bestimmte Lieder. Auch das Halten des Geigenbogens vermittle ich auf spielerische Art", erklärt Hannelore Dörries.

 Grundlegend dabei ist die aktive Mitarbeit der Eltern, die an allen Unterrichtsstunden teilnehmen und ihr Kind beim täglichen Üben anleiten und ermutigen. Jedes Kind kann sich in seinem Tempo entwickeln. Die einen schneller, die anderen langsamer. Insgesamt werden bei der Suzuki-Methode Konzentration, Ausdauer und Merkfähigkeit trainiert, die gelernten Stücke regelmäßig wiederholt: ,,Meine Schüler können mittlerweile ein großes Repertoire von Klassik bis Moderne auswendig spielen", erzählt Hannelore Dörries.

Sie selbst studierte an der Musikhochschule Karlsruhe und ging anschließend an das Bodensee Symphonieorchester Konstanz. Später spielte sie an der Münchner Kammeroper und trat im Rahmen ,,Rock meets Classic" zusammen mit Größen wie Deep Purple und Procul Harum auf. Neben ihrem Unterricht in Inning, Schöngeising und München nimmt Hannelore Dörries mit ihren ca. 40 Schülern an vielen caritativen Konzerten teil und unternimmt seit 1996 jährlich eine Konzertreise ins europäische Ausland. Letztes Jahr ging es nach Spanien, Cadiz und Sevilla, wo die Gruppe auch vor dem Verteidigungsminister und dem Oberbürgermeister von Cadiz spielte. Jetzt in den Pfingstferien reisen die jungen Musiker nach Rom - auch zu einer Papst-Audienz.  Der gemeinnützige Verein ,,Suzuki Violinensemble München e.V.", der von Eltern und ehemaligen Absolventen gegründet wurde, setzt sich für den Erhalt und die Verbreitung der Methode ein und akquiriert Spenden für Konzerte und Konzertreisen, um möglichst vielen Kindern und Familien der Gruppe dieses wunderbare Erlebnis jährlich zu ermöglichen. 

Weitere Informationen unter www.hanneloredoerries.de

Nicole Burk

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