Im Rahmen einer Waldbegehung hat das Brucker Forst-Amt  Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Wald der Zukunft aussehen kann

Wald der Zukunft

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Die Freude über die im Fichtenbestand “untergebaute” Buche steht beiden im Gesicht: Franz Klaß (links) und Hans-Jürgen Gulder.

Adelshofen - Im Rahmen einer Waldbegehung hat das Brucker Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Wald der Zukunft aussehen kann. “Da die Witterung immer mehr Kapriolen schlägt und sich damit der Klimawandel nachweislich abzeichnet, ist dies dringend notwendig”, betonte Amtschef Hans-Jürgen Gulder. Am Beispiel des Waldes von Franz Klaß in Adelshofen konnte anschaulich demonstriert werden, wie der Wald zukunftssicher umgebaut werden kann. 

Geschichtlich bedingt besteht der Wald heute im Landkreis Fürstenfeldbruck fast ausschließlich aus Fichten. Dies hat sich ab 1750 so eingebürgert, zumal der Wald bis zu diesem Zeitpunkt wie leergefegt war. Bis dahin war der Rohstoff Holz im Prinzip für das tägliche Leben ausschlaggebend. Nicht nur als Brennholz, sondern eben auch für die Belange des Alltages. Fast alles war aus Holz: vom Besteck bis hin zum Fortbewegungsmittel.

Was man sich heute kaum noch vorstellen kann: Holzräder und Kutschen aus Holz waren der Mobilitätsgarant der damaligen Gesellschaft. Die große Holznot war dann für die Landesfürsten der Anlass für die erste Aufforstungswelle zwischen 1750 und 1800. Damals wurde die schnell wachsende Fichte ausgewählt und das ist bis heute so geblieben. “80% des Waldes im Landkreis Fürstenfeldbruck besteht aus Fichten”, sagt Hans-Jürgen Gulder und das könne aufgrund des Klimawandels in Zukunft nicht so bleiben, zumal die Fichte den sich abzeichnenden Witterungsveränderungen langfristig “nicht gewachsen ist”. Die Fichte würde heiße Tage, wie diese meteorologisch  im letzten Jahr häufig festgestellt wurden, nicht vertragen. Zudem seien die Fichtenwurzeln gegen die in diesem Jahr eingetretene “Staunässe”empfindlich. Wenn dann noch heftige Winde dazu kommen, dann sei der Wald in Gefahr, wie dies der Sturm Niklas im März 2015 gezeigt hat. Hinzukommt der Borkenkäfer, der sich hauptsächlich im Fichtenbestand einnistet.

Der Trocken- und Hitzestress des letzten Sommers und der milde Winter habe zur starken Vermehrung des Borkenkäfers geführt, begünstigt durch das reichliche Schadholz nach dem Sturm, war bei der Waldbegehung zu hören. Wie in dieser Situation Abhilfe geschaffen werden kann, wurde am Beispiel des Waldes von Franz Klaß in Adelshofen deutlich: In den bestehenden bzw. noch übrig gebliebenen Fichtenbestand wurden Buchen und Tannen gepflanzt. Hans-Jürgen Gulder: “Wir haben hier dringenden Handlungsbedarf, zumal Mischwälder einfach klimatoleranter sind”. Der Wald von Franz Klaß sei hierfür ein gutes Beispiel. Da wo Wind und der Borkenkäfer seine Spuren hinterlassen haben, stehen jetzt zwischen den Fichtenstämmen junge und gesunde Pflanzen anderer Baumarten.

Bei Buche und Tanne ist aktuell nichts bekannt, dass der Borkenkäfer diese Baumarten angreift. So müsse es laut Gulder im Sinne der Risikovorsorge das Ziel sein, dass in Zukunft der heimische Wald nicht weiterhin nur aus Fichten besteht, sondern dass jeder Bestand mindestens drei bis vier zukunftsträchtige Baumarten aufweist. Dieser Umbau des Waldes wird staatlich gefördert. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten berät die “umbauwilligen Waldbesitzer”, wie das auch bei Klaß der Fall war.

Georg Johannes Miller

 

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