6 Studierende der Technischen Universität München präsentierten im Landratsamt FFB Ideen für eine innovative Freiraumentwicklung

"Wasserbüffel im Landkreis sind ein Gewinn"

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Wasserbüffel in Fürstenfeldbruck – Ein Gewinn für die Landschaft, Erholung und Landnutzer

Fürstenfeldbruck - 6 Studierende der Technischen Universität München präsentierten am 22.07. 2016 im Landratsamt Fürstenfeldbruck Ideen für eine innovative, multifunktionale Freiraumentwicklung im Landkreis Fürstenfeldbruck. Die Region München zählt zu den 10 wichtigsten Metropolregionen in Europa. Die Zunahme des Flächenverbrauchs für Siedlung und Verkehr liegt bundesweit über dem Durchschnitt und hat in den vergangenen Jahren 2004 und 2010 bei rund 6% gelegen. Für den Landkreis Fürstenfeldbruck prognostiziert das Bayerische Landesamt für Statistik für die nächsten 20 Jahre einen Bevölkerungszuwachs von rund 15%. Er ist somit höher als der erwartete Zuwachs der angrenzenden Landeshauptstadt München, der bei ca. 13,5 % liegt.  

Veranstaltung am 22.07.2016

 Mit dem Bevölkerungszuwachs und der Siedlungsentwicklung nimmt der Druck auf die Freiflächen der Region zu. Zugleich wächst mit der Bevölkerung auch der Bedarf an Erholungsflächen. In der Folge kann es zu verschiedenen, zum Teil miteinander konkurrierenden, Nutzungsansprüchen kommen, was zu Konflikten führt.

 Ein Semester lang haben sich Studierende von der Technischen Universität München gemeinsam mit Dozent Dipl. Ing. (FH) Werner Rolf mit verschiedenen Freiräumen im Landkreis Fürstenfeldbruck und ihren Entwicklungsmöglichkeiten beschäftigt. In ihren Konzepten haben die Studierenden auf die bisherigen Resultate und die Zielsetzung der Struktur- und Potenzialanalyse aufgebaut und Landschaftsräume gestaltet bzw. siedlungsnahe Angebote zur Naherholung geschaffen. Die Ergebnisse wurden nun im Landratsamt präsentiert und gemeinsam mit Vertretern der Kommunen und des Landkreises diskutiert. Im Rahmen des Projektes untersuchten die Studierenden die Freiraumstrukturen und analysierten ihre Funktionen. Zudem wurden Kurzinterviews im Untersuchungsgebiet durchgeführt, um Einstellungen, Meinungen und Bedürfnisse von verschiedenen Bevölkerungsgruppen abzufragen. Darauf aufbauend erarbeiteten sie unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten und betrachteten sie hinsichtlich des sich verändernden Nutzens.

Letztlich leiteten sie planerische Handlungsempfehlungen ab. Die Untersuchungen zeigen, dass die Freiräume eine Vielzahl verschiedener Funktionen erfüllen können. So übernehmen sie wichtige ökologische Ausgleichfunktionen, beispielsweise für das Stadtklima. Weiterhin bieten sie einen vielfältigen Freizeitnutzen. Es zeigt sich, dass naturnahe Erholungsbereiche besonders geschätzt werden. Einen der wichtigsten Landnutzer in den untersuchten Gebieten stellt die Landwirtschaft dar. Hier sehen Studierende auch wichtige Partner bei der Freiraumentwicklung. Auch landwirtschaftlich geprägte Bereiche können eine hohe Erholungsqualität bieten, gerade in stark verdichteten Räumen, so die Studierenden.

 Es wurden verschiede-ne Möglichkeiten aufgezeigt, wie so ein partnerschaftlicher Nutzen aussehen kann. Neben den weithin bekannten Erdbeer-Pflückfeldern, können auch sogenannte „Mietfelder“ eine solche Möglichkeit darstellen, die dann von Anwohnern zum Gemüseanbau genutzt werden könnten.

Mietfelder böten nicht nur eine Einnahmequelle für Landwirte, sondern könnten den sozialen Austausch fördern und böten somit eine wichtige Aufenthaltsqualität. Eine studentische Gruppe schlug sogar ein „Wasserbüffelprojekt“ vor. Wenn Ochsenfleisch in Münchner Biergärten serviert werden kann, warum sollte man dann nicht auch Produkte von Wasserbüffel regional vermarkten können? – so die in den Raum gestellte These der Studierenden. Davon haben alle etwas: ein extensives Weidesystem kann verschiedene ökologische Funktionen erfüllen, eine Attraktion für Erholungssuchende bieten und zugleich eine Einkommensmöglichkeit für den Landnutzer darstellen.

 „Wasserbüffel in Fürstenfeldbruck sind ein Gewinn für die Natur, Landschaft, Erholung und den Landnutzer“, so das eindeutige Credo der Studierenden. Wenn Freiräume einen hohen Nutzen für die Erholung aufweisen, vielfältige soziale, wirtschaftliche und ökologische Funktionen miteinander verknüpfen, kann ihre Wertschätzung gefördert werden. Ein hoher Nutzen sei das beste Argument für den Erhalt von Freiräumen, fasst Werner Rolf, vom Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung von der TUM, zusammen.   

 

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