Weiberwirtschaft - Erste Seniorinnen-WG Bayerns in Olching gegründet

Der Wunsch an ihre künftigen Mitbewohnerinnen ist für die 61-jährige Ingrid Haude und die 83 Jahre alte Gertrud Krebs ganz klar: Ab 50 Jahre alt, kontaktfreudig sollten die Damen sein, vielleicht ein Faible für Künstlerisches haben und tierlieb. Vor allem aber sollten Interessentinnen eines mitbringen – Lust auf Neues. Denn Ingrid Haude und Gertrud Krebs sind die ersten Bewohnerinnen einer Seniorinnen-WG in Bayern, die in einem geförderten Wohnprojektes entstanden ist.

Daher fühlen sich die beiden ein wenig wie Pioniere und Haude geht sogar noch ein Stück weiter: „Ich spür da so etwas Abenteuerlust.“ Seitdem im Frühjahr dieses Jahres der Grundriss bekannt wurde, ist die frühere Erzieherin im Graßlfinger Hort am Planen. Denn von den 72 Quadratmeter ihrer jetzigen Drei-Zimmer-Wohnung geht es in ein Zimmer mit gut 25 Quadratmetern. Doch diese Planung hat ein Gutes: „Da kann ich mich Stück für Stück an die neue Umgebung gewöhnen.“ Olchings Sozialreferentin Gerlinde Zachmann gewinnt dem noch einen weiteren Vorteil ab. So könne man ohne Zeitdruck selbst entscheiden, von was man sich trennen will. Dem, der plötzlich in ein Altersheim ziehen müsse, bliebe oft viel weniger aus der bisher vertrauten Umgebung. „Ich bewundere die beiden, dass sie Ballast abwerfen können“, so Gerlinde Zachmann. Doch Anne Peiffer-Kucharcik, die erste Vorsitzende von „Älter werden in Olching“ ist vom Erfolg der Seniorinnen-WG überzeugt. Sie kennt ein ähnliches Projekt in Göttingen, sammelte dort positive Erfahrungen. „Man hat das Gefühl gebraucht zu werden.“ Die Kombination aus Gemeinschaft, die in der knapp 30 Quadratmeter großen Wohnküche gut möglich ist, und Rückzugsmöglichkeit ins eigene Appartement macht den Reiz der Seniorinnen-WG aus. Gertrud Krebs freut sich bereits jetzt: „Endlich Lift und endlich Balkon“, sagt die 83-jährige, die beides in ihrer jetzigen Wohnung nicht vorfindet. Bezugsfertig wird die nur für Seniorinnen gedachte WG an der Feursstraße im Januar 2010 sein. Entstanden ist die Idee aus einer Zusammenarbeit zwischen „Älter werden in Olching“ und dem Wittelsbacher Ausgleichsfond als Bauherrn. Der Kaltmiete je Bewohnerin der barrierefreien Wohnungen wird zwischen 250 und 280 Euro betragen. Die Appartements sind jeweils etwa 26 Quadratmeter groß und mit eigenem Wohn- und Schlafraum sowie Teeküche und Duschbad ausgestattet. Insgesamt weist die WG eine Fläche von 194 Quadratmetern auf. Sie ist im zweiten Stock untergebracht, um die Lärmbelästigung so niedrig wie möglich zu halten. Informationen erhalten alle Interessierten über Anne Peiffer-Kucharcik, Telefon 08142/20562. Auskünfte sind aber ebenfalls bei der Leiterin des Sozialzentrums, Daniela Paunert, erhältlich unter Telefon 08142/2842345.

Meistgelesene Artikel

Bedrückende Stimmung im Sitzungssaal

Fürstenfeldbruck – Brucks 53-jähriger Oberbürgermeister Klaus Pleil (BBV) ist nach Feststellung einer amtsärztlichen Untersuchung auf Dauer …
Bedrückende Stimmung im Sitzungssaal

Famata erfolgreich behandelt

Fürstenfeldbruck – Als Fatama Cephas vor vier Jahren das erste Mal im Klinikum behandelt worden ist, war sie acht Jahre alt. Nach einem Sturz ist ihr …
Famata erfolgreich behandelt

Wiederbelebter Fasching

Fürstenfeldbruck – Von wegen „Der Fasching ist tot“. In der Amperstadt wird ihm gerade wieder neues Leben eingehaucht. Am 14. und 18. Februar, gibt …
Wiederbelebter Fasching

Kommentare