Vor dem Medizinstudium "weltwärts" mit dem entwicklungspolitischen Friedensdienst -   Abiturientin Franziska Asbeck arbeitet in den Anden 

Nach dem Abitur nach Bolivien

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Franziska Asbeck, Abiturientin des Viscardi-Gymnasiums, wird einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Bolivien antreten.

Fürstenfeldbruck – Abitur in der Tasche, und danach: „Raus in die Welt“ will Franziska Asbeck, ehemalige Schülerin des Viscardi-Gymnasiums. Und mit diesem Wunsch ist sie nicht allein. Mehrere ihrer Mit-Abiturienten wollen nach Neuseeland und Australien mit „work & travel“, Franziska und ihre Freundin Friedrike Beck allerdings haben sich für „weltwärts“, den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst entschieden. Während Friedrike mit afs nach Kenia geht, fliegt Franziska Anfang September via Madrid nach Bolivien, wo sie nach einem mehrtägigen Einführungsseminar im Sozialprojekt Colegio Ave Maria in LaPaz zwölf Monate lang Kinder und Jugendliche betreut und unterrichtet.  

Bolivien - das Einsatzland von Franziska Asbeck aus Fürstenfeldbruck.

 In den Sommerferien – auf der Südhalbkugel kurz vor unserem Weihnachtsfest – will die Bruckerin dann auch gemeinsam mit anderen Freiwilligen das südamerikanische Land bereisen und wenn möglich auch noch einen Abstecher ins Nachbarland Chile machen. Nach dem Auswahlverfahren durch „weltwärts“ in Kassel und der Zusage der Entsendeorganisation – Franziska entschied sich für ein Projekt des Bolivianische Kinderhilfswerks e.V. (BKHW) hat sie noch die verpflichtenden Impfungen (Gelbfieber, Tollwut, Typhus und Hepatitis A) vornehmen lassen. Das Visum für Bolivien erhält sie im Land selbst.  Ein 12-Stunden-Flug mit einer spanischen Fluggesellschaft nach Santa Cruz, der größten Stadt des Landes liegt vor ihr. Nach der Ankunft im Hochland – zwischen 3000 und 4000 Höhenmetern – erwartet sie ein Klima, wo die Tage warm, und die Nächte bis zu 3 Grad minus kalt sein können. Eine echte Herausforderung, die richtige Kleidung und das richtige Schuhwerk auszuwählen.

Franziska freut sich auf Bolivien, ein „Land der Extreme“, wie sie sagt. 30% in dem Land mit 10,67 Mio Einwohnern (2013) sind Hochland mit zwei Andenzügen, in den übrigen Landesteilen Feuchtwälder, Flachland, im Norden Amazonasgebiet, im Süden trockene Savanne. 36 verschiedene – meist indigene – Stämme, 33 indigene Sprachen sind als Amtssprachen anerkannt. Die meisten Bewohner sind Katholiken. Was sie alle eint, ist die Sprache der einstigen Eroberer – Spanisch. 1538 wurde das Gebiet des heutigen Bolivien von Spanien erobert. Franziska büffelt seit Wochen in einem Sprachinstitut in München und hat mittlerweile das Sprachlevel A1 erreicht. Die größte Schule Boliviens, das Colegio Ave Maria in LaPaz, wohin Franziska nach dem Einführungskurs in Santa Crux in einer 16-stündigen Busfahrt gelangt, erhält keinerlei Förderung durch den Staat Bolivien und ist deshalb auf Spenden aus Deutschland angewiesen. Sie wurde für ihre Leistung 2008 vom deutschen Außenministerium zu einer Partnerschule in dem Projekt Schulen: Partner der Zukunft ernannt. Die Abiturientin aus Fürstenfeldbruck: „Nachdem zu den sieben Nonnen aus Deutschland nur etwa 50 Helfer im ganzen Colegio arbeiten, sind sie auf die Hilfe von Freiwilligen angewiesen und ab September werde ich für zwölf Monate eine davon sein.“

Der Schule sind auch ein Internat und ein Kindergarten angegliedert. Es werden dort bevorzugt Kinder von Eltern aufgenommen, die inhaftiert sind, und Kinder aus Urwald-Familien. Schul-Uniformen und Schulgeld werden über Spenden aus Deutschland finanziert. Mit einer weiteren Deutschen und fünf Freiwilligen aus anderen Ländern wird die junge Fürstenfeldbruckerin dann die Nachmittagsbetreuung der bolivianischen Kinder und Jugendlichen übernehmen: „Ich werde bei den Hausaufgaben helfen, sie in Englisch, Mathematik und Deutsch unterrichten, auch Sport gehört dazu. Und auch die Mitarbeit in umliegenden kleinen Bauernhöfen, die Kartoffeln und Gemüse für die Schulverpflegung erzeugen, sowie in der Bibliothek, in der auch deutsche Bücher stehen. An der Schule wird Deutsch unterrichtet, es wird deutsche Kultur vermittelt. Auch deshalb ist diese Partnerschule im Förderprogramm des BMZ aufgenommen worden. Das BMZ trägt 75% der Gesamtkosten. die restlichen 25% sollen durch Spenden des Freiwilligen aufgebracht werden. Franziska: „Bei mir sind das 2 500 Euro. 1075 davon werde ich von der Pfarrjugend St. Bernhard, in der ich aktives Mitglied bin, aus den Spendeneinnahmen der letzten Aktionen bekommen. Da dies sowohl für mich als auch für die Jugend eine große Summe ist, mit der wir das Bolivianische Kinderhilfswerk unterstützen, wollte ich das Projekt und die Freiwilligenarbeit über die Presse bekanntmachen.“ Sie hat schon Spenden gesammelt über eine Benefizveranstaltung und beim Abi-Gottesdienst.

Über ihre Arbeit will Franziska Asbeck auf ihrem Blog mit Fotos und Beiträgen regelmässig informieren unter fraenzaenzfaraway.wordpress.com

Beim Bolivianischen Kinderhilfswerk e.V., Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen ist folgendes Konto eingerichtet: IBAN: DE12 6115 0020 0100 8333 59. BIC: ESSLDE66XXX

Franziska gefällt der Leit-Spruch des Colegio Ave Maria: „Wenn Hilfe den Stein ins Rollen bringt, so dass er auch ohne Unterstützung von außen weiterrollt, dann hat sie ihren Zweck erreicht.“

 Hedwig Spies

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz BMZ genannt, hat 2008 das entwicklungspolitische Freiwilligenprogramm „weltwärts“ ins Leben gerufen. Jedes Jahr werden rund 3 500 junge Erwachsene zwischen 18 und 28 Jahren in einem Auswahlverfahren ermittelt, um einen „weltwärts“-Freiwillingendienst im Ausland abzuleisten. Weitere Informationen unter www.weltwaerts.de

Auch Diözesen, Kirchen und andere Organisationen entsenden Freiwillige.

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