Windige Zeiten im Landkreis? BBV informierte und diskutierte über Windkraftanlagen als Energiequelle

Im Landsberieder Dorfwirt stellten sich vom Bauernverband Kreisobmann Joh. Drexl und Gf. Petra Düring mit den Sachbereich-Referenten Joh. Schnappauf und Veit Hartsperger den Fragen zu Windkraftanlagen. Foto: Günter Schäftlein

Mehr als 100 Landwirte, Bürgermeister, Gemeinderäte, ZIEL 21-Mitarbeiter und an regenerativer Energie interessierte Bürger kamen auf Einladung des Bayer. Bauernverbandes FFB/DAH im Landsberieder Dorfwirt zusammen. Zum Thema Windkraftanlagen - Möglichkeiten und Erfordernisse - referierten vom bbvLandSiedlung Johann Schnappauf, Ansbach, und Veit Hartsperger, Töging a. Inn.

Beide kommen der Herkunft nach aus bäuerlichen Betrieben und haben es über Studium und Ausbildung in die höheren Etagen dieser speziellen BBV-Einrichtung für Beratung, Entwicklung und Projektierung geschafft. Nach dem erkennbaren Rückstand für die Windkraft-Nutzung im Freistaat liegt hier ein großes Feld der Überzeugungsarbeit vor ihnen. BBV-Kreisobmann Johann Drexl, Hattenhofen, und die Geschäftsführerin Petra Düring aus Dachau konnten sich über den Besuch und die lebhafte Diskussionsteilnahme in Landsberied mehr als freuen, wenn auch der eine oder andere Bürgermeister als wichtiger künftiger Ansprechpartner vermißt wurde. Für die Entscheidung als Eigentümer oder Nutzer, Energiegewinnung per Windkraft zu betreiben, ist die Klärung der Standortfrage vorrangig. Voraussetzung hierfür ist die Ermittlung einer tragfähigen Windgeschwindigkeit für die Investition und Inbetriebnahme: Ab 5,5 Meter pro Sekunde ist sie vertretbar; darunter liegende Mittel- und Schwachwindanlagen wachsen unverhältnismäßig in die Höhe und benötigen um 55% größere Rotorenkreisflächen (gegenüber herkömmlichen 90 Meter Rotoren). Zur bestimmenden Windgeschwindigkeit kommen mitentscheidende Faktoren wie aufnahmefähiges Stromnetz, Straßen/Wege für Schwertransporte, Grenzwerte für Schatten und Schall, ein 5facher Abstand/Rotorendurchmesser untereinander, eine freie Windströmung (ungestörte Windfelder nur in Höhen über 100 Meter). Windkraftanlagen sind grundsätzlich behördlich genehmigungspflichtig: In der Gemeinde ebenso wie im Landratsamt und bedingen größtmögliche Rücksichtnahmen auf Nachbarn, Umfeld (Naturschutz/Landschaftsbild) und Tierwelt. In der Regel ergeben sich je nach Anlagen-Größenordnung unterschiedliche Vorprüfungsverfahren, bauplanungsrechtliche Anforderungen und die Berücksichtigung umfassender öffentlicher Belange. Für die Einrichtung und Inbetriebnahme einer Windkraftanlage wird die Überprüfung möglicher Risiken relevant: Für die Wirtschaftlichkeit ebenso wie für bauliche und klimatische Risiken, Technik, Wartung, Finanzierung, Betriebsrechtsform, Vertrag und steuerliche Verpflichtungen. Häufig ist der einzelne Betreiber (Landwirt) mit der Gesamtmaterie überfordert, sodaß sich eine gemeinschaftliche/genossenschaftliche Einrichtung und Finanzierung anbietet. Jedoch: Die Referenten konnten darauf verweisen, dass die Windkraft bundesweit - außer bisher in Bayern - auf dem Vormarsch ist: Seit 1980 ist der Energieertrag mit dieser Technik um das 500fache gestiegen. Einschränkend merkte Hartsperger an, dass rings um München keine ‚Vorrangflächen’ vorgesehen seien und in mehr als zwei Drittel der Anfragen bayernweit die Windkraft-Standorte wegen der kleinteiligen Landwirtschaft nicht geeignet wären. Beide Referenten betonten ihre neutrale Beratung in Sachen Windkraftanlagen „zu Gunsten der Wertschöpfung für die Landwirte - und nicht für Großkonzerne!“ Kreisbaumeisterin Reinlinde Leitz erinnerte im Hinblick auf die Besonderheiten des Landkreises Fürstenfeldbruck daran, dass die Windkraftvoraussetzungen hier nicht die günstigsten wären: Im drittkleinsten und bevölkerungsintensivsten Landkreis bayernweit. Petra Düring fragte, wieviele Standorte unter diesen einschränkenden Umständen dem Landkreis zumutbar wären. Hans Aigner von ZIEL 21 sah keine Verhandlungsnachteile in der Finanzierung bei Eigen- oder Pachtgrund (ca. 1 Tagwerk) für die notwendigen Betriebsflächen. BBV-Kreisobmann Johann Drexl hob lobend ein landwirtschaftliches Beispiel aus Kaufbeuren hervor: Die zwei Kollegen dort hätten 650.000 Euro in eine 65 m hohe Anlage investiert, die sich nach nur 9 Jahren bereits bezahlt gemacht hat (bei durchschnittlich gerechneten 16 Jahren). Drexl: „ Wir nehmen uns als BBV des Themas an, sonst tun es andere. Ich bin tiefschwarz und war früher eindeutig für den Atomstrom. Das hat sich geändert. Ich stehe jetzt auf den regenerativen Strom, denn wir haben die Möglichkeiten dazu …“

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