Der Vorsitzende von "Bürgernah und Unabhängig Mittelstetten", Heinz Nebl, lud 25 Interessenten ein 

Besuch der ersten Windkraftanlage im Landkreis 

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Das Mammendorfer Windrad.

Mammendorf – Nach dem Informationsbesuch der Geiselbullacher Müllverbrennungsanlage (GfA) im Januar organisierte der Vorsitzende von „Bürgernah und Unabhängig Mittelstetten“, Heinz Nebl, einen weitere Besichtigung. Diesmal statteten die Teilnehmer am 27. März der Windkraftanlage Mammendorf einen Besuch ab. 

Auch wenn die Besucher dabei nicht den Landkreis aus der Gondel von oben betrachten konnten, denn dafür hätte das Windrad eigens abgeschaltet werden müssen, sondern alles Wissenswerte im Technischen Betriebsraum erhielten, zeigte sich die Besuchergruppe beeindruckt von der ersten Windkraftanlage im Landkreis. „Das Interesse für die Besichtigung war so groß“, berichtete Nebl, dass er sich bei der Auswahl der Teilnehmer an den genauen Zeitpunkt der Eingangsmeldungen halten musste. Insgesamt hatten 68 Personen Interesse gezeigt, so Nebl, aber der Besuch des Windrads war aus Sicherheitsgründen auf 25 beschränkt. Die allerdings erlebten eine anderthalbstündige intensive Information rund um die Entstehung des Windrads durch den technischen  Betriebsleiter der Brucker Stadtwerke, Franz Hochstatter. 

Mammendorfs Gemeinderat Anton Fasching kommentierte und ergänzte anschließend mit Fotos, die er und seine Kollegen vom Mammendorfer Fotoclub, Reinhard Metzger und Matthias Pöller, gemacht hatten, die Ausführungen Hochstatters. Nachdem der Aufsichtsrat der Stadtwerke im Februar 2014 beschloss, das erste von drei Windrädern zwischen Mammendorf und Eitelsried zu errichten, erfolgte am 28. April der Spatenstich durch den Geschäftsführer der Stadtwerke, damals noch Karl Heinz Schönenborn, Landrat Thomas Karmasin, Brucks Oberbürgermeister Sepp Kellerer, dem Mammendorfer Bürgermeister Johann Thurner und Windkraftexperte Bernhard Schulze, Werksreferent Karl Heinz Stoklossa, Projektleiter Günter Beermann und Franz Hochstatter. Nach dem Erdaushub wurden zunächst 78 Erdbohrungen mit einer Tiefe von elf Metern durchgeführt und mit Kies aufgefüllt. Das Ergebnis waren sogenannte Rüttelstopfsäulen, die den Boden mit stabilen Gesteinsschichten im Untergrund verbinden. Im Zuge dieser Bodenverbesserungsmaßnahmen entstanden nicht nur die Säulen, sondern der gesamte Boden wurde zu einem stabilen Untergrund verdichtet. Diese Maßnahmen waren unbedingt erforderlich, da das Fundament mehr als nur das Gewicht der Anlage aushalten muss. Es muss überdies auch die Kraft des Windes auffangen, die das Windrad wie ein Hebel an das Fundament weitergibt. Im den Monaten Juli/August begann dann die erste Bauphase des Windrades. Notwendig war dazu das Aufstellen eines überdimensionalen Krans, der die Beton-Ringbauteile, die in Halbschalen angeliefert wurden, an ihre Stelle platzierte, wo Arbeiter sie von einer Spezialgondel aus millimetergenau aneinander befestigten. Ein Betonring wiegt je nach Durchmesser zwischen 50 und 80 Tonnen. 

Die Besuchergruppe zeigte sich nach der Besichtigung des Mammendorfer Windrads sehr beeindruckt.

Im Oktober war der Turmaufbau des Windrades bereits 87 Meter hoch und damit höher als jeder Kirchturm im Landkreis. Auf der Spitze des Spezialkrans befand sich eine Wetterstation. Wenn diese Windgeschwindigkeiten größer als neun Meter/Sekunde maß, mussten Montagepausen eingelegt werden, da sonst die transportierenden Teile zu sehr ins Schwingen gerieten und es zu gefährlich für Mensch und Material geworden wäre. Nach Fertigstellung des Betonturms wurde er über die gesamte Höhe verspannt. Dann musste der 114 Meter hohe Spezialkran nochmals um 35 Meter verlängert werden, um die Stahlbau-Turmteile bis auf eine Höhe von 135 Meter zu hieven. In der Endphase wurden zunächst die tonnenschwere Gondel aufgesetzt, dann schrittweise die drei Rotorblätter mit entsprechendem Gegengewicht montiert. Ein Rotorblatt wiegt ca. 20 Tonnen. Mitte Oktober konnte dann der Spezialkran abgebaut werden, da die Windkraftanlage äußerlich fertig war. Zugleich begann die aufwendige Elektroinstallation im Inneren des Turms. Anfang November nahm das Windrad schon den Probebetrieb auf und produzierte erstmals Strom. Am 11. Dezember wurde die 186 Meter hohe Windkraftanlage offiziell in Betrieb genommen. Mit einer Spitzenleistung von drei Megawatt werden 1.800 bis 2.000 Haushalte vom Mammendorfer Windrad mit umweltfreundlichem Strom versorgt. Betreiber der Anlage ist die „Windpark I Brucker Land GmbH und Co KG“, eine Betreibergesellschaft, an der die Stadtwerke zu 40 Prozent, die Stadt Fürstenfeldbruck sowie die Gemeinde Mammendorf zu je 30 Prozent beteiligt sind.

 Dieter Metzler

 

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