Die Windenergieanlage an der Bundesstraße 2 zwischen Mammendorf und Malching ist nach nur fünfmonatiger Bauzeit seit Oktober 2015 im Probebetrieb

Windenergieanlage eingeweiht

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 Im Vordergrund die Biogasanlage Egg (Gemeinde Mammendorf), im Hintergrund die beiden einzigen Windräder im Landkreis.
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Stadtwerke-Geschäftsführer Enno Steffens begrüßt die Ehrengäste
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Zahlreiche Ehrengäste waren zur offiziellen Einweihungsfeier des Malchinger Windrades gekommen
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Die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler sprach ein Grußwort
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Maisachs Bürgermeister Hans Seidl sprach ein Grußwort
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Pfarrer Terance Palliparambil und Pastor Clemenz Monninger nahmen Stadtwerke-Geschäftsführer Enno Steffens in ihre Mitte und weihten die neue Windenergieanlage
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Ein Blick ins Innere der Windenergieanlage, hier: der an einem Seilzug befestigte „Fahrstuhl“, der bis in die Windradgondel führt

Maisach – Die Windenergieanlage an der Bundesstraße 2 zwischen Mammendorf und Malching hat nach nur fünfmonatiger Bauzeit im Oktober 2015 den Probebetrieb aufgenommen. Am 19. Mai luden nun die Stadtwerke Fürstenfeldbruck, die Stadt Bruck und die Gemeinde Maisach, die sich zu 80 Prozent und zu jeweils zehn Prozent an der Anlage beteiligten, zur offiziellen Einweihungsfeier ein. Eigentümer der Anlage ist die WindEnergieAnlage Malching GmbH & Co. KG. „Ich freue mich, das Sie den Weg in Richtung Energiewende gemeinsam mit uns gehen wollen“, sagte Enno Steffens, Geschäftsführer der Brucker Stadtwerke, bei der Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste, darunter die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler (CSU), Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (CSU) und Brucks Bürgermeister Erich Raff (CSU).

 Auch zahlreiche Bürgermeister der umliegenden Gemeinden und Kreisräte dokumentierten mit ihrer Anwesenheit, dass sie hinter dem Ziel des Landkreises stehen, die hundertprozentige Energiewende bis 2030 zu schaffen. Steffens dankte dem Windenergieanlagen-Hersteller Enercon und der Beermann Energiesysteme GmbH für die gute und konstruktive Zusammenarbeit und ließ die einzelnen Bauphasen der Windenergieanlage noch einmal Revue passieren. Im Mai erfolgte der Spatenstich für die 186 Meter hohe Anlage vom Typ E-101 des Windradspezialisten Enercon. Sie ist baugleich mit dem Mammendorfer Windrad in unmittelbarer Nachbarschaft Mammendorf und hat ebenfalls einen Rotordurchmesser von 101 Metern. Die Bauarbeiten wurden aufgrund hohen Niederschlags im Frühsommer immer wieder verzögert. Nicht zuletzt durch den Einsatz eines Turmdrehkrans konnte der Terminplan jedoch eingehalten werden. Auch der anvisierte Kostenrahmen von fünf Millionen Euro wurde nicht überschritten.

Als der Oberboden mit archäologischer Begleitung abgetragen wurde und über 100 archäologische Fundstellen entdeckt wurden, befürchtete man schon einen Baustopp. „Doch zum Glück wurde nicht Troja gefunden, sondern nur einige unbedeutende Feuerstellen, die aber kartografisch erfasst wurden, so dass es mit dem Bau weitergehen konnte“, berichtete Steffens. Am 21. Oktober wurde die erste KW/h eingespeist und „wir sind heute mit den Produktionszahlen der Anlage sehr zufrieden“, so Steffens. Die Eigentumsübergabe erfolgte am 9. Dezember. „Mit der Anlage sind wir einen großen Schritt weiter im Landkreis, allerdings ist das nur ein kleiner Schritt, wenn wir im Landkreis bis 2030 zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien liefern wollen.“ Heute stehe man mit 42,7 Prozent schon fast bis zur Hälfte der erzeugenden Menge. Dabei handelt es sich aber nicht ausschließlich um Anlagen der Stadtwerke, sondern auch von Privatleuten und Unternehmen.

Auch wenn es für die Anlage nicht nur Zustimmung gebe, so habe er doch aus der Bevölkerung immer wieder eine breite Zustimmung für die Anlage erfahren. Das 10-H-Urteil habe ihn nicht überrascht, sondern eher enttäuscht, so Steffens. 19 weitere Windräder sowie 40.000 kWp (Kilowatt Peak) müssten installiert werden, um 100 Prozent sauberen Strom im Landkreis zu erzeugen. Aufgrund der 10-H-Regelung unmöglich, außerdem müssten jährlich elf Millionen Euro investiert werden. Der Reaktorunfall vor 30 Jahren in Tschernobyl und die Atom-Havarie in Fukushima haben deutlich gemacht, dass ein Ersatz für die von Atomkraftwerken erzeugte Energie unabdingbar sei, sagte die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler bei ihrem Grußwort. Die Energiewende einzuleiten, stelle eine große Aufgabe und anspruchsvolle Herausforderung dar. Die Nutzung der Windenergie biete eine große Chance, die anspruchsvollen Klimaschutzziele zu erreichen. „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen Windmühlen“, zitierte Drechsler ein chinesisches Sprichwort. Diese östliche Weisheit passe gut zum heutigen Anlass, meinte die stellvertretende Landrätin, „denn in Fürstenfeldbruck wird nicht gemauert, sondern entschlossen und mutig voran geschritten.“

Maisachs Bürgermeister Hans Seidl wünschte sich eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung, denn nur dann könne die Energiewende gelingen. „Die Überzeugung der Bevölkerung ist ein Leichtes, sofern die Bevölkerung nur indirekt betroffen ist. Sobald es aber eine Berührung gibt, gibt es auch Konflikte“, sagte Seidl. Die konsequente Umsetzung von Windkraftanlagen sei letztlich nur möglich, wenn Politik und Wirtschaft eng zusammenarbeiten, beglückwünschte Seidl die Stadtwerke zu der Pioniertat. Die Menschen benötigen mehr Strom, dann müssen sie auch zu den Anlagen stehen, die den Strom erzeugen. Bevor Pfarrer Terance Palliparambil und Pastor Clemenz Monninger das Windrad weihten, hielten sie eine nachdenkliche Predigt über den Begriff der Nachhaltigkeit.

 Dieter Metzler

 

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