13. Wirtschaftsempfang im Landkreis Fürstenfeldbruck

Faktor Mensch – Kompetenzen der Zukunft

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Landrat Thomas Karmasin, Prof. Dr. Jutta Rump, Stellvertretender Landrat Johann Wieser, Bezirkstagsabgeordnete Gabriele Off-Nesselhauf, Landtagsabgeordneter Dr. Herbert. Kränzlein und Leiterin der Wirtschaftsförderung Barbara Magg.

Fürstenfeldbruck – Der Fachkräftemangel, der auch auf die Unternehmen im Landkreis in den nächsten Jahren zukommt, war beim 13. Wirtschaftsempfang des Landkreises am 12. November das beherrschende Thema. Sowohl Landrat Thomas Karmasin bei seiner Begrüßungsansprache, als auch die Gastreferentin, Prof. Dr. Jutta Rump, befasste sich bei ihrem anschließenden Vortag zum Thema „Faktor Mensch: Kompetenzen der Zukunft“ mit den Herausforderungen, die auf die Arbeitswelt zukommen.

Eine von der Wirtschaftsförderung des Landratsamtes im Frühjahr initiierte Befragung bei Unternehmen mit mehr als fünf Mitarbeitern habe deutlich gemacht, dass der Fachkräftemangel im Landkreis zunimmt, sagte Karmasin. Bei der Frage, wie man Fachkräfte gewinnen könne, ergaben sich als Ergebnis der Umfrage drei Kriterien: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie Weiterbildung und die Akquirierung von ausländischen Arbeitskräften. Aber auch die jungen Menschen möchte man versuchen, im Landkreis zu halten und überlege deshalb zusammen mit dem Arbeitskreis Schule und Wirtschaft Lösungsmöglichkeiten. Eine 22-köpfige Delegation breche noch im November nach Spanien auf, um Fachkräfte anzuwerben. 

„Ich habe mir nicht träumen lassen, dass bis heute schon 1.000 Bewerbungen vorliegen“, berichtete Karmasin von der gemeinsam mit der Brucker Patenstadt Almunecar erst vor wenigen Wochen gestarteten Initiative. „Wir haben Arbeitskräfte gerufen, aber es sind Menschen gekommen“, zitierte Karmasin in diesem Zusammenhang den Schweizer Schriftsteller Max Frisch. Womit er zum Ausdruck brachte, dass den ausländischen Arbeitskräften entsprechende Lebensumstände geschaffen werden müssen, damit sie sich hier wohlfühlen. „Wir wollen etwas längerfristiges schaffen“, so Karmasin. 

Gerade der Wirtschaftsempfang eigene sich als eine hervorragende Plattform, um dieses Thema zu diskutieren, meinte der Landrat abschließend zu den ca. 250 geladenen Vertretern aus Industrie, Handel, Handwerk, Banken und Wirtschaft sowie der öffentlichen Verwaltung und der Politik. „Und ich bin mir sicher, dass es nach dem Vortrag von Prof. Dr. Jutta Rump noch viel zu diesem Thema zu sagen gibt.“ So stellte die Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt internationales Personalmanagement und Organisationsentwicklung an der Fachhochschule Ludwigshafen anschaulich die Zusammenhänge zwischen der Demografieentwicklung und der Fachkräfteproblematik dar. Rump, die zu den sieben wichtigsten Professoren für Personalmanagement im deutschsprachigen Raum zählt, zeigte eindrucksvoll auf, wie sich die Anforderungen an Arbeitnehmern verändern und auf welche neuen Herausforderungen sich Arbeitgeber einstellen müssen. „Wie bleibe ich jobfit in einer Welt, die vor großen Herausforderungen steht?“ fragte Rump. 

Die Rente mit 67 sei nicht das Ende der Entwicklung angesichts des demografischen Umbaus der Gesellschaft. Man gehe in eine Arbeitswelt hinein, die nicht konfliktfrei bleibe, meinte Rump. Die Generation Y, die wie selbstverständlich mit digitalen Medien aufgewachsen sei, „ticke“ einfach anders, als die Generationen vor ihr. „Wir leben in einer Welt, die vor großen Herausforderungen steht“, sagte Rump zu Ende ihres mit viel Beifall bedachten Vortrags. „Das Profil der Beschäftigungsfähigkeit ist mit dem Konzept des lebenslangen Lernens verbunden. Das wird zu einem wichtigen Sicherungsanker für den Einzelnen. Lernen in der Vergangenheit sei die notwendige Voraussetzung zum beruflichen Aufstieg, Lernen in der Zukunft notwendig zur Vermeidung des beruflichen Abstiegs. Die Verantwortung für Lernen und Beschäftigungsfähigkeit liege jedoch nicht nur beim Einzelnen. Organisationen, die dieses Profil fordern, sind auch in der Pflicht es zu fördern“, so die Professorin. 

Dieter Metzler

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