Unternehmensbefragung 2016

Fachkräftebedarf ungebrochen

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Josef Rother, Geschäftsführer der GEFAK aus Marburg, und Barbara Magg, Wirtschaftsförderin des Landkreises, bei der Präsentation der Ergebnisse der Unternehmensbefragung

Fürstenfeldbruck – Der Landkreis Fürstenfeldbruck betreibt seit Jahren eine aktive Wirtschaftsförderung. Für die strategische Ausrichtung dieser Aufgabe sind Standortbewertungen und Standortanforderungen der im Landkreis ansässigen Unternehmen von zentraler Bedeutung. Um diese zu ermitteln, bedarf es eines systematischen Dialogs mit der Wirtschaft. Da aus Kapazitätsgründen dieser nur bei einem Bruchteil der Unternehmen durch persönliche Gespräche geführt werden kann, sind breit angelegte Unternehmensbefragungen wichtige Bestandteile dieses Dialogs.

Die Wirtschaftsförderung des Landkreises hat nach 2013 deshalb bereits zum zweiten Mal eine Unternehmensbefragung durchgeführt. Thema in diesem Jahr war der Standort Landkreis Fürstenfeldbruck und der aktuelle Fachkräftebedarf. Die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte ist einer der wichtigsten Standortfaktoren für Unternehmen im Landkreis. „Der Mangel an Fachkräften als Folge des demografischen Wandels, aber auch der Flächenengpass spiegeln sich im Ergebnis der Befragung von 2016 sehr deutlich wider“, schrieb Landrat Thomas Karmasin in seinem Grußwort an die Unternehmer.

Am 22. November präsentierte Josef Rother, Geschäftsführer der Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung (GEFAK) aus Marburg, im Sitzungssaal des Landratsamtes den Unternehmern das Ergebnis. Anschließend erhielten die Unternehmer die Möglichkeit, sich in zwei Foren entweder zum Thema „Fachkraftfindung und –bindung“ oder zum Thema „Wohnraum für Fachkräfte“ einzubringen.

Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit den Teilnehmern nach Lösungen zu suchen, und die Herausforderungen des Landkreises als Wirtschaftsstandort für die Zukunft anzugehen. Dabei sollen Strategien entwickelt werden, um künftig optimale Bedingungen im Bereich Standort- und Fachkraftsicherung bieten zu können.

18 Prozent Befragungsbeteiligung

Bei der Befragung in nicht anonymisierter Form wurde dabei nicht allein das Thema Fachkräfte in den Mittelpunkt gestellt, sondern auch die Themen Standortzufriedenheit, Entwicklungspläne, Flächenbedarf, Kooperationen, Nachhaltigkeit sowie die Anforderungen an die Wirtschaftsförderung untersucht. Von den rund 1.450 Betrieben quer durch alle Branchen kamen 239 (18 Prozent) der Fragebögen zurück. Das sind ein Siebtel aller Arbeitsplätze (10.368 Beschäftigte) im Landkreis.

So wurde im Bereich der Zufriedenheit die Verkehrsanbindung als sehr gut bezeichnet, dagegen die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, Gewerbeflächen als auch die Wohnflächen mit schlechter als befriedigend bewertet. Insgesamt werde die Zufriedenheit der Unternehmer jedoch als gut bezeichnet. 90 Prozent der Betriebe nannten aber die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte sowie die Breitbandversorgung als besonders wichtig.

Verkehrslage verschlechtert

Ein Vergleich der Befragungsergebnisse von 2013 mit denen von 2016 zwischen 100 Betrieben, die an beiden Befragungen teilgenommen haben, ergab für 2016 eine schlechtere Bewertung der überregionalen Verkehrslage. Die Situation bei den Fachkräften ist unverändert geblieben. Und es ist zu spürbaren Engpässen bei den Flächen gekommen. Aufgrund der dynamischen Entwicklungsperspektiven, die die Unternehmen bei der Befragung aufgezeigt haben, wird sich der Druck auf den Landkreis als Wirtschaftsstandort zukünftig noch verschärfen.

Dieter Metzler

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