Immenser Bevölkerungszuwachs in der Metropolregion München - Aber zu wenig Grundstücke und kein bezahlbarer Wohnraum – Gemeinden setzen auf Kooper ...

Keine kommunale Wohnungsbaugesellschaft für den Lkrs. FFB

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Der Am Sulzbogen im Brucker Westen leer stehende Wohnblock ehemaliger Sozialwohnungen steht fast leer und wird demnächst abgerissen.

Fürstenfeldbruck – Eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft wird es im Landkreis nicht geben. Kein anwesender Gemeindevertreter zeigte bei der Auftakt-Veranstaltung zur Erstellung eines Aktionsplanes zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum Interesse an der Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft.

Die Gemeinden sprachen sich vielmehr für eine enge Zusammenarbeit mit den bereits im Landkreis tätigen Wohnungsbaugenossenschaften und –gesellschaften aus. Dem vom Landkreis initiierten Aktionsplan folgten neun Gemeinden und mit Fürstenfeldbruck, Germering, Olching und Puchheim alle vier Städte im Landkreis. Daneben erklärten sich die Sparkasse und die Volks- und Raiffeisenbank zur Mitwirkung bereit. 

Für die nächsten Jahre werde ein Bevölkerungszuwachs für die Metropolregion München von über 300.000 neuen Einwohnern prognostiziert, berichtete Landrat Thomas Karmasin am 27. Januar bei der Auftaktveranstaltung im Landratsamt. Der Landkreis ist nach dem Landkreis München bereits heute schon der dichtest besiedelte Landkreis in Bayern. Der Landrat hält deshalb ein weiteres Bevölkerungswachstum für den Landkreis nicht mehr für vertretbar und sieht hier den Freistaat in der Pflicht.

 Karmasin schlägt vor, die Bevölkerungsströme mit einer konstruktiven Arbeitsmarktpolitik umzuleiten, in dem Arbeitsplätze in Regionen mit ausgeglichenen Wohnungsmärkten geschaffen werden. Der Leiter des Wohnungsamtes im Landratsamt, Jürgen Weise, präsentierte die neuesten Zahlen des preisgebundenen Wohnungsmarktes auf Landkreisebene. Die Daten bestätigten, dass bereits heute die Lage mehr als angespannt ist. Im Vorjahr ließen sich 715 wohnungssuchende Haushalte für eine Sozialwohnung vormerken. Im Vergleich zu 2013 (661 Haushalte) sind die Vormerkzahlen um 8,16 Prozentpunkte gestiegen. Der Bedarf an preisgebundenen Wohnraum besteht insbesondere im östlichen Landkreis. Der Anteil der vier Städte sowie der Gemeinden Gröbenzell und Eichenau am Gesamtbedarf beträgt 85 Prozent. Demgegenüber steht ein Bestand an Sozialwohnungen 1.527 Wohnungen, der sich jedoch durch Auslaufen der öffentlichen Bindungen in den nächsten zehn Jahren um ein Drittel auf 1013 Wohneinheiten reduziert. 

Nur jeder zehnte vorgemerkte Haushalt kam im vergangenen Jahr bei der Sozialwohnungsvergabe zum Zuge (Versorgungsquote 9,79 Prozent). Der stellvertretende Geschäftsführer des Brucker Jobcenters, Johannes Loibl, sieht in den ständig steigenden Mietzahlungen der Hartz IV-Empfänger langfristig ein Problem für die Haushalte des Bundes und des Landkreises. Besorgniserregend sei auch, dass immer mehr jugendliche und junge Erwachsene in die Obdachlosigkeit abdriften, teilte Jugendamtsleiter Dietmar König mit. Als erstes Ergebnis der Auftaktveranstaltung wurde deutlich, dass die Definition „bezahlbarer Wohnraum“ nicht ausschließlich auf staatlich geförderte Sozialwohnungen begrenzt ist. 

Selbst die sogenannte Mittelschicht der erwerbstätigen Bevölkerung habe immer größere Probleme, bezahlbaren Wohnraum auf dem Wohnungsmarkt zu finden, so die Vertreter der Finanzwirtschaft. Gerade dieser Personenkreis sei aber für eine funktionierende Wirtschaft wichtig und dürfe nicht vernachlässigt werden. Die Teilnehmer der Veranstaltung einigten sich, dass sie den Aktionsplan mehr als ein Forum nutzen wollen, in dem sich die Kommunen untereinander austauschen und geplante Maßnahmen aufeinander abstimmen. Bei der nächsten Veranstaltung wollen sie sich mit dem bauplanungstechnischen Instrument der sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) beschäftigen. Die SoBoN könnte bei der künftigen Akquirierung von Baugrundstücken für die Gemeinden eine zentrale Bedeutung einnehmen.

 Dieter Metzler

 

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