Zahnersatz gab es schon bei den Etruskern - Zahnmedizinerin sprach vor dem Männerkreis in der Evang. Gnadenkirche

Die Brucker Zahnärztin Elke Lütke trug ihre Ansichten zur Zahnpflege, zum Zahnerhalt und Zahnersatz dem Männerkreis in der ev. Erlöser-/Gnadenkirche vor. Foto: Günter Schäftlein

Die demografische Wahrheit ist, dass die Menschen immer älter werden, aber die Zähne nicht. Oder kürzer: Die Zahn-Probleme wachsen kräftig mit. Die Brucker Zahnärztin Elke Lütke nahm die Einladung zu einem umfassenden Resümee über Zahnerhalt und -ersatz vor dem Männerkreis in der ev. Erlöser-/Gnadenkirche gern an.

Den jüngst im kleinen Gemeindesaal anwesend Beteiligten drohte jedoch keine Zahninspektion auf einem zahnärztlichen ‚Folterstuhl’ - und gebohrt wurde auch nicht. Stattdessen gab es eine Lernstunde für Zahnpflege, zum ernährungsbedingten Zahnerhalt und über die Voraussetzungen für Implantate. Elke Lütke nannte die Grundübel der Zahnerkrankungen und des Gebissverlustes: Karies als Zahnsubstanzvernichter, Parodontitis als Zahnbettzerstörer, beides als eine zunehmende Zivili-sationserscheinung. Einzig positiv in der Kariesvermeidung statistisch belegbare, stark verbesserte Zahlen bei Kindern. Was angesichts des Süßigkeitsangebots in Erstaunen versetzt, möglicherweise aber mit der aufmerksameren Vorsorge der Eltern zusammenhängt. Allgemein gelten zahnärztlich Zahnpflege, Ernährung und Fluorid als die dreifachen Säulen in der Karies-prophylaxe (Vorbeugung). Erhebliche Zahn-Gegner sind Zucker und Säuren. Beispielsweise befindet sich versteckter Zucker in Eis (21%), Ketchup (30%) aber auch in Salatdressing (30%). Wichtig bei der Zahnvorsorge ist die regelmäßige Zahnsteinentfernung und der Einsatz von Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen bei geschlossenen oder zu engen Zahnzwischenräumen. Sorge bereiten aus zahnärztlicher Sicht die gerade in mittleren Altersgruppen (2. Lebenshälfte) versäumten Vorsorgeuntersuchungen mit den Folgen eines zunehmenden Zahnfleischverlustes: Bedingt durch die Risikofaktoren Raucher/in, Diabetes, schlechte Mundhygiene, erbliche Faktoren. Statistische Angaben von 2002 (I+G Gesundheitsforschung) belegen Zahnverluste zwischen 45 und 64 Lebensjahren von durchschnittlich 10 bis 15 Zähne. Die vollständige Zahnlosigkeit der 65 bis 74 Jährigen beträgt dazu bereits fast 25 Prozent. „Ein steigendes Lebensalter erhöht den Bedarf nach Zahnersatz.“ Frau Lütke: „Zahnersatz gab es nachweislich schon bei den Etruskern – und das ist 2500 Jahre her …“ Unter den heutigen Möglichkeiten des Zahnersatzes (Füllungen, Kronen, Brücken, Implantate) in Form von Metall/Gold, Keramik, Plastik (fest-sitzend oder herausnehmbar, Klammer- oder Teleskop-Prothesen) hat Amalgam einen schlechten Ruf. Oft zu Unrecht, sagt die Zahnärztin, denn für Amalgam spräche die Langlebig- und Kostengünstigkeit. Der Anteil von Quecksilber darin sei unvermeidbar, „aber bei den anderen Materialien gibt es auch Nachteile.“ Bei einer teilweisen Zahnlücke oder völligen Zahnlosigkeit überlegt man auch den Einsatz von - nicht billigen! - Implantatlösungen. Allerdings: „Ein Patient, der seine Zähne nicht pflegt, sollte vom Implantat Abstand nehmen!“ Der Sitz des Pfostens im Kiefer für das geschraubte oder zementierte Implantat muß durch die Kiefernchirurgie sorgfältig geprüft und beurteilt werden. Nachträgliche Korrekturen oder Veränderungen könnten sonst schmerzhaft und langwierig werden. Frau Lütke favorisiert elektrische Zahnbürsten und auch so genannte ‚Zungenreiniger’: Zungenbeläge wären oft der Grund für unangenehmen Mundgeruch. Und: Bei der normalen Zahnreinigung immer von rot (Zahnfleisch) nach weiß (Zähne) bürsten …

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