Für den Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn ist ein Ausbau zwischen Pasing und Buchenau erforderlich

Nur mit einem Ausbau der Bahnstrecke zwischen Pasing und Buchenau von zwei auf drei Gleisen ist die Einführung eines „sauberen“ Zehn-Minuten-Taktes für die S8-Strecke machbar. Zu diesem Ergebnis kam Karlheinz Rößler vom Ingenieurbüro Vieregg und Rößler, das eine im Auftrag der Kreisstadt Fürstenfeldbruck sowie der Gemeinden Eichenau und Puchheim erstellte Machbarkeitsstudie am vergangenen Montagabend im Großen Sitzungssaal des Brucker Rathauses vorstellte. Prinzipiell sei auch eine Taktverdichtung der S8 auf sechs Züge pro Stunde und Richtung machbar, so Karlheinz Rößler, aber bei einer Zweigleisigkeit würde das zwangsläufig zu hoher Verspätungsanfälligkeit, einem „Stolpertakt“, führen.

Mit einer dreigleisigen Strecke seien dagegen die Wünsche der Kommunen erfüllbar, erklärte Rößler den Stadt- und Gemeinderäten sowie den Vertretern der Deutschen Bahn, des MVV und des Wirtschaftsministeriums. Die Baukosten für den Ausbau der Strecke auf drei Gleise bezifferte Rößler mit 114 Millionen Euro. Um das Nadelöhr auf der gesamten Strecke, den Pasinger Bahnhof, zu entschärfen, stellte Rößler verschiedene Umbauvarianten vor. Die günstigste Version (Kosten fünf Millionen Euro) wäre ein weiterer Bahnsteig sowie einige Weichen zur Anbindung von Abstellgleisen ans Streckennetz. Hier würde die S8 in Pasing enden, und die Fahrgäste müssten zur Weiterfahrt umsteigen. „Umsteigen in Pasing?“, fragte Eichenaus Bürgermeister Hubert Jung. „Das ist doch nicht realistisch.“ Diese Ansicht teilte auch MVV-Vertreter Ralf Zöllner und erteilte diesem Vorschlag eine Absage. „Das wird kaum ein Fahrgast akzeptieren. Die Züge müssen bis zum Hauptbahnhof fahren.“ Rößler gestand ein, dass ein Umsteigen selbst auf gleichem Bahnsteig nicht attraktiv sei. „Aber wer clever ist, findet einen Platz“, meinte er auf den Einwand, dass man in den Stoßzeiten nur auf überfüllte andere S-Bahnen treffen würde. Auch für Andreas Schulz von der Bayerischen Eisenbahn GmbH stelle der Hauptbahnhof als Fahrziel in den Überlegungen das Minimum dar. Dazu wären jedoch nach laut Rößler nach einer Anpassung der Gleise zwei zusätzliche Brücken für weitere 40 Millionen notwendig. Frank Kutzner vom bayerischen Wirtschaftsministerium bemängelte, dass dem Ministerium die Studie bisher nicht vorliege und zuerst einer näheren Prüfung bedürfe. Gleichwohl kritisierte er, dass bei den Überlegungen zum dreigleisigen Ausbau der Fern- und Regionalverkehr nicht ins Kalkül gezogen wurde, zumal auch hier eine Taktverbesserung angestrebt werde. Ebenso vermisse er Aussagen zum Verkehr der aus Richtung München fahrenden Züge. Peter Michalek vom DB-Netz sprach sich gegen eine dreigleisige Strecke aus, da sie nicht das Problem, Stau und Verspätungen, lösen werde. Seiner Ansicht nach helfe nur ein viergleisiger Ausbau zumindest bis Puchheim sowie eine zweite Röhre in München. „Wir haben zwar viel Zeit, aber keine Geduld mehr“, zeigte sich Brucks Oberbürgermeister Sepp Kellerer gegenüber den Aussagen der Vertreter von Bahn, und Wirtschaftsministerium recht verstimmt. „Mich befriedigt nicht, dass wir hier heute bei dieser geballten Kompetenz keine Aussagen treffen können. Was Herr Rößler vorgetragen hat, das kennen sie alle, sie wollen jetzt nur nichts dazu sagen. Wir fühlen uns abgehängt, und sie kommen nicht in die Gänge.“ Emmerings Bürgermeister Schanderl, der als Zuhörer im Sitzungssaal Platz genommen hatte, legte nach: „Wir sind zwar nicht auf der Karte (gemeint S-Bahnkarte), aber dennoch vorhanden. Sie sollten mehr Energie darauf verwenden, einen besseren Stolpertakt zu schaffen und uns nicht erzählen, was nicht geht.“

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