Zugang zum Burgstall

HVF-Informationen zu den historischen „Gegenpointern“ auf dem Brucker Nikolausberg mit Karin und Rolf Marquardt, Fritz Aneder, Peter Wollein und OB Sepp Kellerer. Foto: Günter Schäftlein

Die historische Burg Gegenpoint (erster Flurname um 800 n.Chr. „Kekingpiunt“) auf dem Brucker Nikolausberg gehörte zwischen 1147 und 1340 zum Besitz der „Ritter von Kekkinpeunt“. Im Zuge seiner Geschichtsaufbereitungen trägt der HVF seit den 1980er Jahren Mosaiksteinchen zu diesem Bodendenkmal zusammen.

Sie waren offensichtlich die ersten Brucker (Be-)Herrscher, beschränkt auf eine Zeit von knapp 200 Jahren. Aber durch sie erhielt der Ort/Markt Bruck (Prugg) die erste urkundliche Legitimation. OB Sepp Kellerer - „Ich bin überzeugt, dass Bruck wesentlich älter ist als der Gegenpointische schriftliche Beleg von 1306!“ - spazierte jetzt in Begleitung von Peter Wollein, Fritz Aneder, Rolf und Karin Marquardt und der Presse über den vom städt. Bauhof hergerichteten neuen Anstieg zu den Gegenpointer Resten/Erinnerungen hinauf. Rolf Marquardt und Fritz Aneder skizzierten nochmals die Geggenpointer als wittelsbachische Dienstleute mit ihnen übertragenem Brucker Marktgericht der höheren Gerichtsbarkeit, des Brückenrechts (Zölle) und der Kirchenvogtei. Alles existenzsichernde Sonderstellungen. Ursprünglich hatten sie jedoch schon vom Bayernherzog Heinrich dem Löwen Brucker Liegenschaften und weitere Güter in Emmering, Biburg, Olching und Roggenstein um 1110 n.Chr. zum Lehen erhalten, was urkundlich überprüfbar ist. Die späteren wirtschaftlichen Schwierigkeiten der „Watten von Geggenpoint“ ergaben sich aus den familiären Erbfolgen/Erbteilungen durch die „Realteilung“, immer mehr wirtschaftliche Substanz aufteilen zu müssen. Dazu wuchs der wittelsbachische Druck über das wirtschaftlich stark geförderte Sühnekloster Ludwigs des Strengen in Fürstenfeld immens. Ab 1340 veräußerten die angeheirateten Ehemänner der Töchter von Geggenpoint deren Mitgift in Lehensanteilen an Rechte und Besitzungen nach und nach bis 1425 an die Klosteroberen in Fürstenfeld. 1391 erlischt das Geschlecht mit „Günter dem Wat von Geggenpoint“ im männlichen Stamm. Die Einflussnahme des Klosters auf das Marktgeschehen in Bruck nimmt fortwährend zu und nach dem letzten Aufkauf von vormaligen Besitzungen und Rechten der Gegenpointer lässt das Kloster die Burganlage auf dem Nikolausberg schleifen - bis auf die Klosterkapelle St. Nikolaus, die erst 1813 abgetragen wird. .Daran erinnert ein gewaltiger Findling mit Schriftplatte, gestiftet vom HVF 1985 zum 50jährigen Stadtjubiläum Fürstenfeldbrucks. Ein Plan von 1886 bestätigte damals die ehemaligen Burgspuren und Umrisse in Gräben und Wällen - bis heute festgehalten in einer Informationstafel auf dem Burgberg.

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