Karl Gratl legt den Vorsitz des Vereins nieder

Storf übernimmt "Paulusladen"

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Martin Storf (links) ist der Nachfolger von Karl Gratl, dem Gründungsobmann des „Paulusladens“.

Pflach/Reutte – „Mit 73 Jahren kann man nur noch Bundespräsident ober Papst werden“, meinte launig Karl Gratl und legte bei der Generalversammlung des Vereins „Paulusladen“ (Sozialmarkt Reutte) sein Obmann-Amt, das er seit der Gründung innehatte, in jüngere Hände.

Er übergibt an seinen bisherigen Stellvertreter Martin Storf ein gut bestelltes Haus. Der „Paulusladen“ ist in den sechs Jahren seines Bestehens zu einer Institution geworden, die für finanziell Schwache nicht mehr wegzudenken ist. Nach einer gewissenhaften Prüfung und strengen Regeln werden Einkaufsausweise ausgestellt, die es den Inhabern ermöglichen im „Paulusladen“ Waren des täglichen Bedarfs günstig zu erwerben.

Wegen der aktuellen Flüchtlingssituation sind unter den Kunden auch Asylwerber, vor allem aus Afghanistan und Syrien. Den Hauptteil der Kunden, immerhin 3500 Einkäufe pro Jahr, stellen allerdings die Einheimischen.

Mit Ausnahme kleinerer Unterstützungen durch die Gemeinden zum Start, kommt der „Paulusladen“ aktuell ohne die Inanspruchnahme von öffentlichen Geldern über die Runden. Das ist vor allem der Spendenfreudigkeit von Firmen, den Patenschaften und den Mitgliedsbeiträgen des Vereins zu verdanken. Mit den Erlösen aus dem Verkauf allein könnte man keine „schwarze Null“ erwirtschaften. Die Patenschaften, Spenden und Mitgliedsbeiträge decken den Abgang von rund 10.000 Euro im Jahr.

Großen Anteil am Erfolg des „Paulusladens“ haben damit die freiwilligen Helfer, die bei Transport, Verkauf und bei der Mitgliederwerbung überaus aktiv sind. Das betonte der scheidende Obmann und dankte sich ihnen dafür von Herzen. Als „Gründer“ konnte Karl Gratl bei der Generalsversammlung auch seinerseits den Dank des Vereins entgegennehmen. Sein Einsatz für die sozial Schwachen ist über den Verein hinaus hinlänglich bekannt.

Immer mehr Flüchtlinge

 Gratl übergab also ein gut bestelltes Haus an seinen einstimmig gewählten, „logischen“ Nachfolger Martin Storf. „Der gute Geist im Team und der ungebrochene Einsatzwille der Freiwilligen werden es sicher ermöglichen, auch den immer größer werdenden Andrang durch die Flüchtlinge zu bewältigen und im Sinne meines Vorgängers weiter zu arbeiten“, sagte dieser über die Fortführung der Arbeit im Sozialverein. Im neuen Vorstand stehen ihm unter anderen Marion Höfling als Stellvertreterin und Kassierin und Peter Rödhammer als Schriftführer zur Seite.

Hans Nikolussi

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