Bürgermeister Iacob verabschiedet Gabriel Guggemos aus dem Stadtrat

Guggemos sagt servus

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Bürgermeister Paul Iacob (links) bedankt sich bei Gabriel Guggemos für sein Engagement.

Füssen – Bürgermeister Paul Iacob hat jetzt offiziell Gabriel Guggemos (Füssen-Land) aus dem Stadtrat verabschiedet. Nach 14 Jahren legt Guggemos zum heutigen Samstag aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen sein Mandat nieder.

Für ihn zieht Christian Schneider in den Stadtrat ein (der Kreisbote berichtete). Seit Mai 2002 saß Gabriel Guggemos für die Wählergruppe Füssen-Land im Stadtrat. In dieser Zeit habe er sich als „typischer Weißenseeer“, vor allem für diesen Ortsteil eingesetzt, so Iacob. Guggemos habe „sehr stark betont: Zuerst kommt Weißensee und dann alles andere“, sagte der Rathauschef. Dabei habe er „manchmal auf sehr unkonventionelle Art Beiträge geliefert, die möglicherweise für einen Funken Erheiterung gesorgt haben und manchmal nachdenklich machten.“

Man sei sich nicht immer einig gewesen. Trotzdem habe man in den vergangenen Jahren manches eingeleitet, das in den kommenden Jahren umgesetzt werde. Guggemos habe „einen großen Verdienst daran“, für den sich Iacob „herzlich“ bedankte.

Guggemos war in den vergangenen zwei Jahren Fraktionsvorsitzender von Füssen-Land. In dieser Legislaturperiode saß er im Haupt-, Finanz- und Personalausschuss sowie im Kultur-, Sozial- und Sportausschuss. Seit Februar 2015 war er außerdem Mitglied im Verbandsrat des Abwasserzweckverbands Füssen. Doch jetzt habe er erklärt, „dass er aufgrund persönlicher und gesundheitlicher Gründe sein Mandat niederlegen möchte“, erklärte der Bürgermeister.

Mit Blick auf seine Zeit als Stadtrat bleiben dem 60-Jährigen vor allem zwei Erfolge im Gedächtnis: „Ganz toll“ findet Guggemos, dass der neue Bahnhof auf den Weg gebracht wurde. „Sehr positiv“ bewertet er auch das interkommunale Gewerbegebiet „Allgäuer Land“. Dadurch werden „hochwertige Jobs“ in der Region angesiedelt, so Guggemos gegenüber dem Kreisbote.

Doch einiges sei auch auf der Strecke geblieben. Allen voran das innerstädtische Verkehrsproblem. Daran sei allerdings nicht allein der Stadtrat schuld, sondern auch die Füssener selbst. „Je lauter man schreit“, desto mehr Aufmerksamkeit erhalte man, so Guggemos. Die Füssener haben jedoch „gar nichts getan.“

Kampf gegen Satzung

 Als einen Schritt in die falsche Richtung bewertet Guggemos außerdem die Altstadtsatzung. „Ich habe immer gekämpft gegen die Altstadtsatzung. Die macht die kleinen Geschäfte kaputt“, ist der ehemalige Stadtrat überzeugt, der als Künstler selbst davon betroffen ist. Wenn kleine Geschäfte keine Warenständer mehr nach draußen stellen dürfen, werden weniger Kunden in die Altstadtgassen gelockt, so Guggemos. Aber gerade kleine Geschäfte machen eine Stadt lebendig, erklärt der ehemalige Stadtrat. Besonders für die „kleinen Bürger“ habe sich Guggemos als Stadtrat eingesetzt. „Unwahrscheinlich viele sind zu mir gekommen“, wenn sie Probleme hatten. „Sie haben sehr viel Vertrauen zu mir gehabt“, sagt Guggemos stolz. „Es war das Schönste“, wenn er ihnen helfen konnte.

Viele Diskussionen

 In den vergangenen Jahren habe sich die Arbeit im Stadtrat verbessert, resümiert Guggemos. Denn während früher die großen Fraktionen eine Meinung vertreten hätten, berücksichtigen die Räte jetzt vermehrt ihre eigene Meinung. Dadurch herrsche eine größere Ausgeglichenheit im Gremium. „Es wird wahnsinnig viel diskutiert. Das ist gar nicht so schlecht“, meint Guggemos. Denn nach seiner Überzeugung sollten die Stadträte zu aller erst die Interessen der Stadt vertreten und dann erst die der eigenen Partei.

Deshalb rät er seinem Nachfolger Christian Schneider, dass er seine eigene Richtung finden soll. Aber „ich denke er wird in die Richtung von Füssen-Land gehen. Das wäre schön.“ Insgesamt findet er es „toll“ einen jungen Nachfolger zu haben. Ganz aus der Lokalpolitik wird sich Guggemos aber nicht verabschieden. Als Vorsitzender der Wählergruppe Füssen-Land wird er seine ehemaligen Stadtratskollegen weiter begleiten.

Katharina Knoll 

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