Lechbruck will testweise einen Gästekontrolleur einsetzen

Kontrolle ist besser

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Dass bei Übernachtungszahlen und Kurbeiträgen in Lechbruck alles seine Ordnung hat, soll in zunächst einer Saison ein Gästekontrolleur überwachen.

Lechbruck – Zunächst für eine Saison will die Gemeinde Lechbruck einen Gästekontrolleur einsetzen. Dieser soll die korrekte Anmeldung der Übernachtungsgäste überwachen und sicherstellen, dass der Kurbeitrag abgeführt wird. Das hat jetzt der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Wie auch andere Kommunen im Landkreis Ostallgäu erhielt die Verwaltung Lechbrucks ein Angebot der Firma K&B Kommunale Dienstleistungen. Darin bietet das Unternehmen den Gemeinden an, die Einhaltung der Kurbeitragssatzung zu überprüfen. 25,50 Euro pro Stunde soll der Gästekontrolleur die Kommunen kosten, die ihn nach Gutdünken einsetzen können. Zustandekommen soll das Angebot aber nur, wenn sie genügend Kommunen beteiligen.

Laut Lechbrucks Bürgermeister Helmut Angl seien die Lechbrucker Vermieter zum überwiegenden Teil für den Einsatz eines solchen Kontrolleurs. Wie man seinen Worten weiterhin entnehmen konnte, muss es wohl das eine oder andere „schwarze Schaf“ in Lechbruck geben. Nicht umsonst erwähnte Angl, dass Bußgelder bis zu 10.000 Euro verhängt werden könnten.

Externer soll prüfen

 Bei der Kontrolle der Vermieter ist man in Lechbruck ein gebranntes Kind. Nicht umsonst war einer der ersten Kommentare auf den Vorschlag: „Das gab’s schon mal und hat uns viel Ärger eingebracht“. Denn die Kontrolleure – seinerzeit wohl aus der Verwaltung der Kommune – seien nicht sehr beliebt. Daher nun die Idee eines externen Kontrolleurs. Wie es auf der Homepage der Firma K&B heißt, „übernehmen wir in Ihrem Auftrag die Kontrolle der Kurbeitragssatzung. Dabei werden zum einen die Beherbungsstätten auf die korrekte Meldung der Gäste, sowie die Zweitwohnungsbesitzer auf die eigene Meldung und somit die Kurbeitragspflicht überprüft“.

Dabei, so folgert K&B, würden die Kommunen von den Vorteilen und Erfahrungen eines externen Dienstleisters profitieren, „indem der Mitarbeiter nicht direkt aus Ihrem Ort ist und auch die Folgetätigkeiten von Profis übernommen werden“. Das alles geschehe immer in Abstimmung mit der jeweiligen Verwaltung. Auch dabei blieben die jeweiligen Kommunen „Herrin des Verfahrens“ und behielten zudem Weisungsrecht gegenüber den Mitarbeitern.

Lohnt sich der Aufwand?

 Kosten soll die Dienstleistung die Kommunen 25,50 Euro pro Stunde, wobei man eben nicht, wie manch Gemeinderat gerechnet hatte, bei 2400 Euro – umgelegt auf einen Achtstundentag – herauskomme. Denn der Kontrolleur sei nur wenige Stunden im Monat im Ort unterwegs, wie Angl versuchte klar zu stellen. Immerhin teile man sich das Angebot ja auch mit anderen Orten im Allgäu. Von Pfronten wisse er, so Angl, „dass die es gemacht haben“.

 Trotzdem wollten sich die Lechbrucker Räte zunächst nicht so ohne weiteres mit dieser Überwachung abfinden und hinterfragten, ob man denn „wirklich alles überwachen muss?“. Nicht zuletzt wurde im Gremium das Argument angeführt, ob sich dieser Einsatz lohne, bzw. ob sich der Einsatz in Relation zu dem Geld, das verloren gehe, tatsächlich rechne.

Dem muss scheinbar so sein, denn es waren neben der Verwaltung eben auch die Vermieter, die in einer Versammlung mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt hatten. Fliegt ein schwarzes Schaf auf, liegt es in der Hand der Kommune, wie sie weiter verfährt. Bis eben zur Verhängung von Bußgeldern, wie Angl schon festgestellt hatte. Aber man wolle das ja für eine Saison ausprobieren, so der Bürgermeister weiter, ehe er abstimmen ließ.

Diesem Vorschlag schlossen sich neun der zwölf Gemeinderäte an, drei votierten gegen das zunächst auf eine Saison begrenzte Experiment.

Oliver Sommer

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