Abgespecktes Erlebnisbad

Nach einer zweistündigen Diskussion hat sich der aktuelle Marktgemeinderat Reutte hinter die Entscheidung des alten Gremiums gestellt, das Erlebnisbad Ehrenberg bauen zu wollen. Zwar betragen die Kosten dafür noch immer 13,6 Millionen Euro, dafür wurde aber das Bauvolumen deutlich reduziert, Rutsche und Freibadebereich fallen der Diät zum Opfer.

Als eine Art Zwischenstand hatte sich Alois Oberer den Tagesordnungspunkt Erlebnisbad vorgestellt und stellte ihn gleich an den Anfang der Sitzung. So kamen Klaus Schiffer von den Kommunalbetrieben Reutte (RKB) als künftiger Betreiber sowie der Finanzexperte Erich Heidingsfelder zu Wort. So wird das Erlebnisbad noch 13 690 700 Euro kosten, dafür bekommt Reutte ein großes Becken mit vier 25-Meter-Bahnen, ein Plansch- und ein Therapiebecken sowie eine Finn-, Dampf- und Infrarotsauna. Weggefallen in der neuen Planung ist der Freibadebereich, die Fassade und das Dach können nicht wie geplant geöffnet werden und auch die Rutsche wird nicht gebaut. Dafür würden aber beim Bau bereits Möglichkeiten geschaffen, so Schiffer, um den Wellness und Saunabereich später zu Erweitern. Auch ein Wildwasserkanal sowie ein Saunateich im Freien sollen entstehen. Der aus Lechbruck angereiste Betriebswirt Heidingsfelder präsentierte die Zahlen, die schon vor anderthalb Jahren für die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Bades herangezogen worden waren. So rechnet Heidingsfelder mit mindestens 142 000 jährlichen Besuchern, durch die Reutte im Schnitt 52 Cent Betriebskosten ausgeben muss. Der jährliche Abgang (inklusive Kreditaufnahme) wird 568 000 Euro betragen. Der Finanzexperte hatte für seine Berechnungen den Einzugsbereich des neuen Bades (Heidingsfelder rechnet mit bis zu 45 Minuten Anfahrt) betrachtet, eine Mischkalkulation für die Eintrittspreise erstellt und auch benachbarte Bäder betrachtet. Während die Schwangauer Therme Tagesgäste aus über 300 Kilometern Entfernung anlockt mit ihren neun verschiedenen Saunen, dem Solebecken und Außenbereich, war es in Füssen nicht zuletzt das Hubbodenbecken, dass immer wieder für Verdruss wegen Reparaturen sorgte. Genau dieses Becken soll als Therapiebecken für Baby- und Rehaschwimmen in Reutte locken. So war es an Vizebürgermeister Dietmar Koler, daran zu erinnern, dass man für den Erwerb des Grundstücks sowie den Abriss des alten Bades bereits 1,5 Millionen Euro ausgegeben habe. Außerdem seien 70 Prozent aller Arbeiten bereits vergeben. Man könne nun nicht einfach alles zuschieben und eine Erlebniswiese daraus machen. Alois Oberer, der Zwischenbericht und Diskussion angeschoben hatte, weil er, wie er es ausdrückte, endlich alle Fakten kennen wollte, nahm während der Sitzung keine einheitliche Position ein, machte aber sich und den anderen Räten Mut, zu dem Bad und der Entscheidung des damaligen Rates und Bürgermeisters zu stehen.

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