Absage an Alpine Coaster

Der Buchenberg soll so bleiben wie er ist. Dafür haben sich die Halblecher Bürger jetzt entschieden. Foto: gau

Über 66 Prozent der Wahlberechtigten, haben sich am vergangenen Sonntag gegen den Bau der Ganzjahresrodelbahn „Alpine Coaster“ am Buchenberg ausgesprochen. Aus Sicht der Interessengemeinschaft (IG) Buchenberg ein Erfolg, vor allem ihrer Informationspolitik. „Wir freuen uns, dass der Buchenberg erhalten bleibt wie er ist“, so Herbert Ott, Sprecher der IG.

Bei einer Wahlbeteiligung von rund 63 Prozent stimmten zwei Drittel der Wähler gegen das Vorhaben der Tegelbergbahn, am Buchenberg eine Ganzjahresrodelbahn, den so genannten Alpine Coaster zu bauen. Ein Erfolg, über den man sich in Halblech freut, nun werde man aber am Ball bleiben und sich vor allem konstruktiv einbringen, so Herbert Ott für die IG. Mit Blick auf die Zukunft müssten nun im Ort Konzepte für Halblech und den Tourismus im Ort erarbeitet werden. „Wir können nicht einfach andere Orte kopieren und deren Konzepte Halblech überstülpen“. Vor allem dürfe man diese Aufgabe nicht einer Firma oder Ortsfremden überlassen, ein Versäumnis, das die Interessensgemeinschaft anprangert. „Uns fehlt ein Konzept für den Tourismus. Was wollen wir eigentlich“, stelle sich die Frage, so Ott. Und es sei die Frage, wer welche Hausaufgaben machen müsse. Es könne nicht Aufgabe der IG sein, Konzepte für den Tourismus zu erarbeiten. Wie es auch nicht die Aufgabe der Interessengemeinschaft gewesen wäre, die Bevölkerung zu informieren. „Ein paar Anrufe unsererseits, und wir wussten, welche Kosten auf die Gemeinde zukommen könnten“, so Ott – Flächennutzungsplanänderung, Straßenumbau für die Parkplätze und ähnliches. Die Gemeinde hätten vom Antragsteller konkretere und detailliertere Pläne verlangen müssen, ehe man in irgendeiner Form Stellung bezieht. Nun aber werde man einiges selber in die Hand nehmen und müsse in die Zukunft schauen, in Richtung Qualität und Nachhaltigkeit denken, vor allem aber wegkommen von den Großprojekten. „Wir wissen aus Gesprächen vor Ort in Imst etwa, dass das Interesse an den Fahrgeschäften nach fünf Jahren schon nachlässt“ – dann brauche es neue „Reize“. Dem will man entgegenarbeiten am Buchenberg. „Es muss eine win-win-Situation für alle sein“, so Ott, wobei er vieles für denkbar hält. Nur müsse man das in kleinen Schritten vollziehen. Das Ergebnis akzeptieren Während man bei der IG den Wählern dankbar ist für ihr deutliches Nein, muss die Gemeinde umdenken. Bürgermeister Bernd Singer hatte sich mehrfach für die Anlage eingesetzt - sein Argument: der sanfte Tourismus habe auch nur sanfte Einkünfte gebracht. Wie Singer der Nachrichtenagentur dapd gegenüber angab, werde man sich an den Wünschen der Bürger orientieren, vor allem das Ergebnis akzeptieren. Von Seiten der Tegelbergbahn hieß es, man werde zu gegebener Zeit über die weitere Entwicklung am Buchenberg reden.

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