Abschied mit viel Wärme

So wie Karola Hartung 20 Jahre lang die Grundschule Wertach als Rektorin leitete, so wurde sie nun in den Ruhestand verabschiedet: mit Worten voller Wärme und Herzlichkeit, voller Dank und Anerkennung.

Schulamtsdirektor Günter Finger blickte noch einmal auf den beruflichen Werdegang von Hartung zurück, die 1971 die Lehramtsprüfung in Bremen ablegte und schon 1974 ins Allgäu kam. Seit dem 1. August 1974 unterrichtete sie an „ihrer“ Grundschule in Wertach. Beste Beurteilungen, feste Überzeugungen und volles Engagement führten 1984 dazu, dass sie stellvertretende Schulleiterin wurde, die Schulleitung wurde ihr dann 1989 übertragen. Ihre Lebensleistung sei, so der Schulamtsdirektor, dass die Wertacher Schule eine familiär und musisch geprägte Wohlfühlschule sei mit hohem Ansehen. Eberhard Jehle, 1. Bürgermeister von Wertach, wandte sich an die Schüler und erklärte ihnen, dass Hartung nun in den Ruhestand ginge, „obwohl sie doch noch gar nicht so alt aussieht“. Schon viele Mamas und Papas der Kinder seien von ihr unterrichtet worden. Sie sei immer für die Probleme der Kinder und Familien dagewesen und habe Lösungen gefunden. Zum Schluss sagten er und die Kinder dreimal laut: „Danke, Karola!“ Stellvertretende Landrätin Gertrud Knoll hob hervor, dass es Karola Hartung immer wichtig gewesen sei, nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen zu vermitteln, sondern auch Werte. Sie habe Anderen nie nach dem Mund geredet, habe Brücken gebaut zu Schülern, Eltern, der Gemeinde, habe den Mut gehabt, Kinder zu erziehen. Elternbeiratsvorsitzender Volkmar Lipp bemerkte, dass Karola Hartung stets ihre eigenen Interessen hintenangestellt und Loyalität gezeigt habe zum Wohle der Kinder und der Schule. Pfarrer Franz J. Reiner übergab Hartung einen kleinen Torbogen als Symbol für ihre immer gezeigte Offenheit, Leichtigkeit des Herzens, Freude und Begeisterung auch bei der Lösung schwerer Aufgaben, Entgegenkommen, Verständnis. Norbert Bauer, langjähriger Kollege und Wegbegleiter, der im September die Nachfolge von Karola Hartung als Schulleiter antreten wird, blickte aus einer ganz persönlichen Sicht auf die vielen gemeinsamern Jahre zurück, und er zeigte dazu einige Bilder. Bauer hob ihre rheinische Fröhlichkeit hervor und ihren stets 150 prozentigen Einsatz, der sie zeitweise auch an die Grenzen ihrer Belastbarkeit führte. Ohne sie sei beispielsweise der vor einigen Jahren dringend nötig gewordene Schulhausneubau nicht zustande gekommen. Das letzte Wort gehörte der so viel Gelobten. „Das bin ich doch gar nicht“, meinte sie gerührt. Ohne die Hilfe ihrer Familie (Ehemann, Schwester und Schwager waren bei der Verabschiedung dabei), der Gemeinde mit den jeweils amtierenden Bürgermeistern Max Wittwer, Otto Hengge und Eberhard Jehle, der Pfarrgemeinde, der Eltern und Elternbeiräte, Schulverwaltung, aber auch Kinder hätte sie das alles nie allein bewältigen können. Obwohl Schule in erster Linie ein Ort der Wissensvermittlung sei, werde in ihr, wie in einer Familie, auch gelacht, geweint, geschimpft. Und: „Ich bin Gott dankbar, dass er mir diesen Weg gewiesen hat.“ Als Familienbeauftragte der Gemeinde und Pfarrgemeinderatsmitglied wird Karola Hartung auch künftig ihr Wissen, Können und ihre Erfahrung einbringen. Die Kinder der 2. Klasse hatten zu Ehren ihrer scheidenden Schulleiterin das Singspiel „Der Regenbogenfisch“ eingeübt – ein Ohren- und Augenschmaus mit besonderen gesanglichen und spielerischen Leistungen von Jonas Göhl und Lisa Angerer. Die Flötengruppe trug auch zum guten Gelingen der Feier bei sowie das Lied aller Kinder und der Instrumentalgruppe „I like the flowers“.

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