Abschusszahlen verfehlt

Viele Besucher und Jäger interessieren sich für die Trophäenschau des Tiroler Jägerverbands, Bezirk Reutte. Foto: ed

Am vorvergangenen Wochenende hat die Pflichttrophäenschau des Tiroler Jägerverbands, Bezirk Reutte, in der Sporthalle Reutte stattgefunden. Bei der Eröffnungsversammlung begrüßte der Bezirksjäger Arnold Klotz unter den Gästen Tirols stellvertretenden Landesjäger- meister Dr. Stefan Zelger, Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf sowie Reuttes Bürgermeister Alois Oberer.

In seiner Begrüßung betonte Bürgermeister Oberer den nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor Jagd und wies auf die schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe hin, die die Jäger zu absolvieren haben. Er verwahrte sich aus gegebenem Anlass gegen Pauschalverunglimpfungen von Politikern, die Einladungen zur Jagd annehmen. Der Anlass dafür war eine Jagdeinladung an Landeshauptmann Günther Platter. „Das ist keine ‚Anfütterung’ von politischen Entscheidungsträgern und die öffentliche Verallgemeinerung macht mir Sorgen", stellte Oberer fest. Bezirksjäger Arnold Klotz bemerkte dazu: „Zum einen ist dies gewachsene Tradition und zum anderen, wo kommen wir denn hin, wenn der Landeshauptmann im eigenen Land nicht mehr auf die Jagd gehen darf?" Insgesamt, so der Bezirksjäger weiter, wurden zur Schau 2431 Trophäen eingereicht, von denen 2407 Stück den Anforderungen entsprachen. Davon waren 852 Stück Rotwild, 976 Gamswild, 571 Rehwild und acht Steinwild. Insgesamt sei das vergangene Jagdjahr wegen der Witterung und der hohen Abschussvorgabe jedoch ein extrem schwieriges Jahr gewesen. Es bedurfte gewaltiger Kraftanstrengungen, um die geforderten Abschusszahlen zu erzielen, die jedoch knapp verfehlt wurden. Sorgen bereiten dem Bezirksjäger auch die touristischen Aktivitäten, durch die das Wild erheblich gestört werde. Hier sei die Politik gefordert, um Abhilfe zu schaffen. Zuvor hatte Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf in ihrer Rückschau nicht nur Themen wie Abschusszahlen und Rotwildzählung angesprochen, sondern auch den Kampf gegen die Tuberkulose (Tbc) beim Rotwild im Hegebereich Oberes Lechtal. „Über die Hälfte der rund 650 erlegten Hirsche waren davon betroffen und ich bedanke mich bei der Jägerschaft, die durch ihre tatkräftige Unterstützung bei der Problemlösung mitgeholfen hat.“ Aber der Kampf gehe weiter und sei noch nicht abgeschlossen. Kritische Worte fand anschließend Dr. Stefan Zelger als stellvertretender Landesjägermeister bezüglich einer Jagdgesetz-Novelle, die vom Land Tirol vorbereitet, und im Vorfeld mit allen Beteiligten von Jagd, Forst und Landwirtschaft penibel ausgearbeitet und abgesegnet worden war. Als die endgültige Fassung der Novelle jedoch zur Begutachtung im März vorgelegt wurde, seien viele Passagen aufgetaucht, die niemals Gegenstand der Gespräche waren, meinte Zelger. In dem Entwurf wurden zum Beispiel Forst- und Grundeigentümerinteressen im Vergleich zu den Jagdinteressen überbetont. Diese wären über Gebühr eingeschränkt gewesen und somit wurde die Novelle letztendlich abgelehnt.  

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