Behindertenbeirat diskutiert über Toiletten und Querungshilfen

Mangelnde Sauberkeit

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Zum Zustand der Toiletten für Menschen mit Handicap sammelte Christine Halaby (rechts) Informationen: sie überreicht die Dokumentation an Dagmar Rothemund (links), Erste Vorsitzende des Füssener Behindertenbeirats.

Füssen – Der Behindertenbeirat will in Füssen etwas bewegen. Deshalb sammelten die Teilnehmer des Behindertenbeirats unter Leitung von Dagmar Rothemund (SPD) am Mittwoch Themen, die in Angriff genommen werden sollten, um die Bedingungen für Menschen mit Handicap schrittweise zu verbessern.

Dabei kam ein Thema zur Sprache, das in Füssen seit 15 Jahren zum Himmel stinkt, aber scheinbar unlösbar ist: der katastrophale Zustand von „behindertengerechten Toiletten“. Dem Behindertenbeirat hat Christine Halaby mit einer selbst erstellten Dokumentation zugearbeitet. Thema: die zwölf Toiletten, die speziell in Füssen, Bad Faulenbach, Hopfen am See und Weißensee für Menschen mit Handicap zur Verfügung stehen. Halabys Ergebnis: acht der zwölf Toiletten sind ohne Notruf ausgestattet. „Die Sauberkeit lässt teilweise zu wünschen übrig“, monierte die Wahl-Füssenerin.

Ihr Engagement ist rein privater Natur, wie sie bei der Sitzung des Behindertenbeirats vorausschickte. „Ich war vor Ort und habe fotografiert“, so Halaby. Ihre Aufnahmen, die anschließend die Runde machten, lösten bei den Sitzungsteilnehmern Kopfschütteln aus. Weiter führte sie aus: auch fehle häufig der Putzplan, oder sei nicht ausgefüllt worden.

Sicher über die Straße

Vor 15 Jahren schon wurde das Thema zur Sprache gebracht, geändert habe sich fast nichts, hieß es aus dem Kreis der rund 20 Versammelten.

Der Einladung in den Kleinen Sitzungssaal des Rathauses waren neben Vertretern sozialer Organisationen wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK) und die Lebenshilfe auch Privatpersonen gefolgt. Nach längerer Diskussion gab es den Beschluss, exemplarisch die Zuständigkeit für die WCs an der Morisse und im Sparkassen-Parkhaus zu klären, damit zumindest dort bis zu einem festgelegten Termin der Zustand der Toiletten verbessert werden könne.

Das zweite groß diskutierte Thema der Sitzung: Wie überqueren Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, sicher verkehrsreiche Straßen? Hier herrschte keine Einigkeit über Ampeln, Zebrastreifen und Querungshilfen. Demnach gibt es keinen Königsweg. Es gab aber den Tipp, sich durch Handzeichen mit den Autofahrern zu verständigen, um Gefahren vorzubeugen.

Nach Angaben des Beirats leben in der 15.000 Einwohner-Stadt Füssen 1450 Menschen mit Handicap. Das werde durch einen Ausweis amtlich dokumentiert.

Problem auch für andere

Brigitte Protschka, Ortsvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO), gab den Hinweis, dass die angesprochenen Probleme auch für andere Gruppen bestehen, beispielsweise für Eltern und Großeltern, die in der Altstadt „mit Kinderwagen unterwegs sind“. Die Beiratssitzung diente auch dem Informationsaustausch der Versammelten. Dabei wurden auch positive Entwicklungen in Hinblick auf das Ziel „barrierefreies Füssen“ beleuchtete.

Chris Friedrich

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