Bauausschuss lehnt Antrag für Erweiterungsbau des Hotels Sonne ab

Keine Lösung in Sicht

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Das Gehrecht unter den Arkaden ist derzeit der Knackpunkt im laufenden Verfahren um die Erweiterungspläne des Hotels Sonne.

Füssen – Verhärtet sind derzeit die Fronten zwischen der Stadt Füssen und dem Hotel „Sonne“. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses klar.

Das Hotel möchte erweitern (der Kreisbote berichtete), was die Stadträte auch grundsätzlich begrüßen. Doch in dem Zug fordert die Stadt die Arkaden für die öffentliche Nutzung zu sichern. Das lehnt jedoch das Hotel ab, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer.

Um einen Rechtsstreit zu vermeiden soll die Stadtverwaltung jetzt das Gespräch mit den Bauherren suchen. Neben der Sicherung des öffentlichen Gehrechts, hatten die Stadträte in der Maisitzung unter anderem gefordert, dass sich das Landesamt für Denkmalpflege (LfD) die Fassadengestaltung ansehen sollte.

Nach den Plänen des Bauherren sollte der erste Stock des Erweiterungsbaus freischwebend über dem Gehweg liegen – was einigen Räten gar nicht gefiel und auch die Stadtverwaltung ablehnte. Nun habe das Landratsamt Ostallgäu und die Denkmalpflege den Bau beurteilt.

Nach den neuesten Plänen sollen jetzt vier Stützen den ersten Stock tragen, eine „durchaus harmonische Lösung“, wie Angeringer erklärte. Daneben soll der Verbindungsbau mit einer sogenannten Vorhangfassade, einer äußeren Hülle aus Metall, versehen werden. „Das LfD hat das als möglich eingestuft“, so Bauamtsleiter Angeringer.

Noch keine Lösung gebe es dagegen bei der Sicherung des öffentlichen Gehwegs unter den Arkaden, so Angeringer weiter. Der Grund gehört dem Hotel. Damit der angrenzende Bürgersteig aber nicht zu schmal werde, hatte der Bauausschuss eine Sicherung des öffentlichen Gehrechts gefordert, was der Bauherr aber ablehnt.

Dieser verweist in der Sache auf das zuständige Architektenbüro, das aber aufgrund des laufenden Verfahrens keine Auskünfte erteilt.

Unerlaubte Verbindung 

Das Problem lasse sich auch nicht so lösen, wie Stadtrat Dr. Christoph Böhm (CSU) das in der Maisitzung vorgeschlagen hatte. Da der Bauwerber für seine Erweiterung die Passage zwischen der Reichen- und der Luitpoldstraße überbauen möchte, hatte Böhm gefordert, dass die Stadt unter dem Motto „eine Hand wäscht die andere“ ein eingetragenes Gehrecht unter den Arkaden erhält.

 Doch das geht nicht so einfach. Der Anwalt des Bauwerbers sei zu dem Schluss gekommen, dass sich die Stadt Füssen durch solch eine Verbindung einen Vorteil verschaffe, sagte Angeringer. Eine Schlussfolgerung, die laut rechtlichem Beistand der Stadt „nicht komplett von der Hand zu weisen ist“, so Angeringer.

Allerdings möchte die Stadt an der Sicherung des Gehwegs festhalten, so wie es auch im Bebauungsplan steht. Schon beim ersten Erweiterungsbau wurde das Gehrecht nicht gesichert, so der Bauamtsleiter.

Verzichte die Stadt ganz darauf, könnte ein Präzedenzfall entstehen. „Das hätte Auswirkungen auf die grundsätzliche Ausübung des Bebauungsplans“, so Angeringer.

Rat unterbricht Sitzung 

Da die Stadtverwaltung mit einer Absegnung des Bauantrags laut Angeringer „praktisch keine Möglichkeit“ habe das umzusetzen, lehnten die Stadträte den Antrag einstimmig ab. Jetzt soll die Stadtverwaltung Kontakt mit dem Bauwerber aufnehmen, um doch noch eine Lösung zu finden.

Davor hatten die Räte auf Antrag von Dr. Martin Metzger (BfF) einstimmig die öffentliche Sitzung unterbrochen und sich nichtöffentlich beraten. Ein legitimes Vorgehen, wie Bürgermeister Paul Iacob (SPD) mit Verweis auf interne Details dem Publikum erklärte.

Das hatte unwillig auf die Unterbrechung reagiert. Wohl auch, weil die angekündigte Unterbrechung von fünf bis zehn Minuten deutlich länger dauerte. Ob das wirklich rechtens war, möchte jetzt Jürgen Brecht klären.

Schließlich ging es weder um Grundstücksfragen noch um Personalangelegeheiten, so Brecht. Eine entsprechende Anfrage habe er bereits an die Kommunalaufsicht geschickt.

Katharina Knoll

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