Organisatoren stellen Programm von "Füssen goes Jazz" vor

Alles, was zu Jazz dazugehört

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Konstantin Wecker

Füssen – Funk, Soul, Boogie Woogie oder auch Gospel: Das Festival „Füssen goes Jazz“ hat heuer „alles, was Jazz so bietet“, sagt Sabina Riegger. Zusammen mit Katja Kalbantner von FTM organisiert sie bereits zum sechsten Mal das Musikfestival. Das findet von Freitag, 29. Juli, bis Sonntag, 31. Juli, in der Lechstadt statt.

Das Hauptziel der beiden sei, „dass es ein Festival für Füssener und die darum herum wird“, so Riegger. Deshalb halten sie an dem Konzept fest, das bereits im vergangenen Jahr „sehr gut aufgegangen“ sei: Die kostenlosen Konzerte am Freitagabend. Damit soll nicht nur einem breiten Publikum der Zugang zum Festival ermöglicht, sondern auch gezeigt werden, „was alles zu Jazz dazugehört“, so Riegger.

Für diesen Tag konnten die beiden Organisatorinnen einen Künstler gewinnen, der 2013 „The Voice of Germany“ wurde: Andreas Kümmert. Der 28-Jährige will am Freitag, 29. Juli, ab 22.30 Uhr im Klosterhof St. Mang das Publikum mit seinem Programm „Here I Am“ unterhalten. Das ist inspiriert vom Blues, Rock und Soul einer längst vergangenen Zeit.

Davor, ab 20 Uhr, ist „San2 & His Soul Patrol“ zu hören. Der Rhythm & Blues-Sänger präsentiert Lieder seines zweiten Album „Hold On“, auf dem er die schwarze Musik der 1960er und 70er Jahre mit packenden Melodien und einer Prise Pop ins 21. Jahrhundert katapultiert. „San2“ derzeitige Tour ist „erste Sahne“, meint Riegger.

Daneben sei der Musiker bereits beim letztjährigen Stadtfest „bombastisch“ beim Publikum angekommen. Da der Klosterhof nur Platz für 600 Leute bietet, heißt es frühzeitig da zu sein. „Letztes Jahr war er sehr schnell voll“, meint Kalbantner. Deshalb werde der Einlass geregelt. Da aber bei kostenlosen Konzert erfahrungsgemäß eine große Fluktuation herrsche, werden immer wieder Leute hineingelassen, sobald Platz sei, so Kalbantner. Besucher können hier an Stehtischen oder auf Bänken der Musik lauschen. Die Bewirtung mit Bier, Wasser oder auch Cocktails übernimmt FTM.

Es gibt noch Karten

 Der zweite „Leading Act“ des Festivals ist das Liedermacher-Urgestein Konstantin Wecker. Für den Musiker ist Füssen „ein besonderer Ort“. Schließlich war er Mitkomponist beim Musical „Ludwig ²“. Und auch bei der Premiere des neuen Ludwig-Musicals im August wird er dabei sein. Davor will er aber am Samstag, 30. Juli, um 20.30 Uhr im Klosterhof St. Mang das Publikum mit seinem Programm „Revolution“ unterhalten.

Das setzt sich aus Titeln seiner aktuellen CD „Ohne Warum“ und Wecker-Klassikern wie „Anarchie“ oder „Frieden im Land“ zusammen. Begleitet wird der Musiker dabei unter anderem von Cynthia Nickschas an der Gitarre. Die 28-Jährige ist auch Weckers Duett-Partnerin bei dem Lied „Revolution“, das dem Programm seinen Namen gibt. Karten für dieses Konzert sind noch im Internet unter www.muenchenticket.de oder bei der Füssener Tourist Info erhältlich.

Da Weckers Konzert drei Stunden dauert, kosten die Karten 35 Euro. „Ich finde das ist angemessen“, meint Riegger. Während abends die breite Palette des Jazz auf die Bühne kommt, steht untertags klassischer Jazz im Fokus. Neu ist allerdings, dass keine Marching Band durch Füssen ziehen wird. Die Organisation war „ein bisschen zu viel. Irgendwo macht man Abstriche“, so Riegger. Dafür sei in der Innenstadt „wirklich guter Jazz“ zu hören.

Der kommt auch aus der Region. So tritt unter anderem Matthias Heiligensetzer, ein geborener Kemptener und laut Riegger ein „Virtuose auf dem Klavier“, in der Reichenstraße auf. Auch die Lokalmatadoren Walter Catulla und Masako Sakai, der Schlagzeuger Max Kinker aus Marktoberdorf und „Gfreeze“, eine Pfrontener Band, die laut Riegger „sauguten Soul“ macht, werden ihr Können in der Innenstadt präsentieren.

Gospel zum Abschluss

Am Sonntag beschließt dann ein Gospelkonzert das Festival. Hier treten Liz Howard, die bereits bei Thomas Gottschalk zu Gast war, und Philipp Stauber auf. Stauber „gehört zu den besten Jazz-Gitarristen, die wir in Deutschland haben“, so Riegger. So wartet „richtig guter Gospel“ auf die Besucher, meint Riegger. Bei guten Wetter findet das Konzert im Klosterhof St. Mang statt. Falls es regnet, wird es in die Franziskanerkirche verlegt. „Ein Teil des Eintrittspreis geht an die Kirche“, so Kalbantner. Karten für zehn Euro können Interessierte bei der Füssener Tourist Info kaufen.

Die übrigen Veranstaltungen werden bei jedem Wetter stattfinden. „Wir haben keine Alternativen“, so Kalbantner. Das Festival „sagen wir nicht ab.“

Bars laden zur Afterparty 

Um bei dem Festival auch die Jugend ins Boot zu holen, gibt es heuer „Afterpartys“ nach den Konzerten. Funk und Soul sind im Bayrish Pub zu hören, bei Acid Jazz, einer Mischung aus elektronischer Musik und Jazz, kann man in der Schiffwirtschaft einen Absacker trinken. Mit einer dritten Bar sei man derzeit noch im Gespräch, informierte Riegger.

„Jedes Jahr ist es eine neue Herausforderung“ das Festival auf die Beine zu stellen, so Rieger. Schließlich wolle man den „Geschmack der Leute treffen.“ Doch manchmal gelingen Sachen, „die man einem kleinen Festival gar nicht mehr zutraut“, sagt die Organisatorin. So wollte beispielsweise der im März verstorbene Roger Cicero im kommenden Jahr anreisen.

Zum Budget will Riegger zwar nichts sagen. Doch „ohne Sponsoren würde es nicht gehen.“ Deshalb gilt der Dank der Organisatiorinnen ganz besonders dem Hauptsponsor, den Elektrizitätswerken Reutte (EWR), aber auch allen kleineren Sponsoren. „Ein Dankeschön geht auch an die Stadt Füssen“, so Riegger. Die Stadtverwaltung stelle den Klosterhof zur Verfügung, in dem der städtische Bauhof jedes Jahr eine große Bühne aufbaue.

kk

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