Ampel demoliert, Versicherung betrogen

Nicht Rowdys, sondern die mutmaßliche Diebesbande, die die Polizei am 13. April gefasst hat (KREISBOTE berichtete), soll die Ampel an der König-Ludwig-Brücke zwischen Füssen und Schwangau beschädigt haben. Das gaben die Beamten unter anderem bekannt. Statt den rund 30 Straftaten, wie ursprünglich vermutet, ordnet die Polizei den Verdächtigen mittlerweile 70 Vergehen und einen Schaden von rund 100.000 Euro zu. Die Ermittlungen gehen zudem weiter.

Neben zahlreichen Diebstählen und Einbrüchen wiesen die Beamten den mutmaßlichen Tätern die beiden Sachbeschädigungen an der Verkehrsampel an der B16, Einmündung B17, im Bereich Schwangau, die zwischen Oktober und Dezember begangen wurden, nach. Allein dabei entstand ein Schaden von rund 25.000 Euro. Zudem soll die Bande mehrere sogenannte „Kürbiskassen“ aufgebrochen haben. Die Bande war laut den Beamten im Herbst vergangenen Jahres nachts im Füssener Umkreis unterwegs und flexten insgesamt sieben Stahlkassen, hauptsächlich im Dienstbereich der Polizei Füssen, aber auch im Bereich Landsberg und Bad Wörishofen auf und stahlen daraus das Bargeld . Besonders dreist gingen die mutmaßlichen Täter beim Diebstahl von vier Autoreifen samt Felgen vor. An einem Autohaus in Biessenhofen sollen sie ein zum Verkauf stehendes Fahrzeug aufgebockt und die Hinterräder abmontiert haben. Als sie nach Angaben der Beamten auch die Vorderräder stehlen wollten, saßen allerdings die Radmuttern zu fest, so dass sie ohne die beiden Räder das Weite suchten. Die passenden Vorderräder sollen sie sich noch in derselben Nacht von einem baugleichen Auto in Kempten besorgt haben. Auch in ein Autohaus in Marktoberdorf wollten die mutmaßlichen Täter einsteigen, lösten dabei allerdings die Alarmanlage aus und ergriffen die Flucht. Größeren Erfolg hatten sie bald darauf bei einem Autohaus in Schongau. Dort sollen sie die Reifen eines BMWs abmontiert und gestohlen haben. Diese lagerten die Verdächtigen daraufhin in einem nahegelegenen Wald. Allerdings fand sie dort zufällig ein Zeuge. Bei einem weiteren Versuch Reifen aus einem Autohaus in Füssen zu stehlen, wurden die mutmaßlichen Täter vermutlich gestört. Die Fahrzeuge hatten sie bereits aufgebockt und auf Holzklötze gestellt, aber ihnen gelang es nicht, die Reifen vollständig abzumontieren. Trotzdem entstand dem Autohaus ein Schaden von rund 1.300 Euro. Dreist versuchte die Verdächtigen Anfang April Ware aus einem Autozubehörmarkt in Oberstdorf zu stehlen. Dazu soll zuvor ein Bandenmitglied unter einem falschem Namen beim Autoteilehändler Waren bestellt haben. Diese wollte er wohl nach der Anlieferung nicht kaufen, sondern stehlen. Dafür beobachtete die Bande den Markt. Dabei fiel den Verdächtigen auf, dass oft der Nachtexpress die Waren anliefert. Aber gerade in der Nacht, in der die Verdächtigen zuschlagen wollten, wurden die Teile verspätet am darauffolgenden Tag angeliefert, so dass es nicht zum Diebstahl kam. Ein Bandenmitglied schreckte laut den Beamten auch nicht davor zurück, falsche Angaben bei der Polizei zu machen, um so an Geld zu kommen. So soll er zusammen mit einer weiteren Person im März sein Auto zerkratzt und sich dafür von der Versicherung 7300 Euro auszahlen lassen haben. Dabei machten sich die Verdächtigen wegen Versicherungsbetrugs und dem Vortäuschen einer Straftat strafbar. Insgesamt wiesen die Beamten der Diebesbande bislang etwa 70 Straftaten nach. Die Ermittlungen dauern jedoch noch an, so dass weitere Straftaten auf das Konto der Bande gehen könnten. Außerdem fehlt noch ein Teil der Beute. Die Polizei vermutet, dass die mutmaßlichen Täter die gestohlenen Gegenstände verkauft haben. Die Käufer sind der Polizei aber noch unbekannt. Der Gesamtschaden liegt inzwischen bei etwa 100.000 Euro.

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