Bilanz der Stadtbibliothek begeistert Stadträte

"Wir müssen stolz darauf sein"

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Die Ausleihezahlen der Füssener Stadtbibliothek haben sich auf hohem Niveau eingependelt. Seit Jahren liegen sie bei fast 140.000 im Jahr.

Füssen – „Ich bin immer dankbar für die Stunden hier. Es ist ein Ort von Würde und Kultur.“ Womit sich ein Füssener im Gästebuch der städtischen Bibliothek verewigt hat, sehen offenbar immer mehr Menschen aus aller Herren Länder so.

Insgesamt 36.600 Besucher und 138.242 Entleihungen verzeichnete die Bücherei im vergangenen Jahr. Im Kulturausschuss gab es deshalb in der vergangenen Woche ein dickes Lob der Stadträte für die Arbeit des Bibliothek-Teams. Tatsächlich halten sich nach Angaben von Bibliotheks-Leiterion Sabine Frey im Kulturausschuss die Ausleihezahlen seit 2012 konstant bei über 130.000 pro Jahr.

„Die Ausleihezahlen haben sich auf einem hohen Niveau eingependelt“, erläuterte sie den Mitgliedern des Kulturausschusses. Zu den 36.600 Besuchern kommen demnach noch 34.300 virtuelle Besuche über WebOPAC. Schwerpunkte der Arbeit des Füssener Bibliothek-Teams sind Sabine Frey zufolge vor allem die Bereitstellung von Medien, die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen und das Anbieten kultureller Veranstaltungen.

Vor allem „die Leseförderung gewinnt eine immer größere Bedeutung“, so die Leiterin der Stadtbücherei. „Denn Eltern haben dafür meist immer weniger Zeit.“ Deshalb bekommen in Füssen bereits Grundschüler eine Einweisung in die Bücherei. Dazu werden Lesungen und Einführungen in die Literaturrecherche für Schüler angeboten. Insgesamt, so Frey weiter, fanden im vergangenen Jahr 131 Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche in der Einrichtung statt. „Das Spektrum, das wir in der Arbeit mit Schulen anbieten, ist sehr breit“, sagte sie.

"Wohnzimmer der Stadt"

 Die verschiedenen kulturellen Veranstaltungen in der Füssener Stadtbücherei, wie das „LiteraturCafè“, die Reihe „bittersüß“ oder „LeseZeit“, erfreuen sich Sabine Frey zufolge ebenfalls großer Beliebtheit bei den Füssenern. So seien im vergangenen Jahr zu den 36 Veranstaltungen der oben genannten Reihen rund 1100 Besucher gekommen. Das zeige, dass die Bibliothek „ein wichtiger, nicht-kommerzieller Aufenthaltsort für jedermann sei“, so Frey.

Der Begriff „Wohnzimmer der Stadt passt sehr gut“. Um das Niveau auch in Zukunft halten zu können, sind für dieses Jahr verschiedene Maßnahmen geplant. So sollen zum Beispiel die Jugendräume neu gestaltet werden, kündigte die Leiterin der Bibliothek an.

Darüber hinaus soll für funktionale Analphabeten ein neues Angebot in Form leicht verständlicher Medien eingerichtet werden. Denn funktionale Analphabeten sind laut Frey zwar in der Lage, ihren Namen oder einige Wörter schreiben zu können. Sinn und Inhalt eines längeren Textes verstehen sie dagegen entweder nicht oder nicht gut genug, um mit dem Inhalt etwas anfangen zu können. Untersuchungen zufolge hätten 14,5 Prozent der Bürger in Deutschland dieses Problem. „Deshalb wollen wir künftig gezielt einfache Medien zur Verfügung stellen“, kündigte Frey an.

Die Landesmedienanstalt werde dieses Vorhaben finanziell fördern. Festival gastiert in Füssen Erweitert wird das Angebot der Füssener Stadtbücherei heuer durch die Teilnahme am „Allgäuer Literatur-Festival“, das zusammen mit 12 anderen Bibliotheken vom 31. Mai bis 11. Juni im Allgäu organisiert wird. In Füssen gastiert das Festival am 8. Juni, wenn Matthias Nawrat in der Bibliothek liest. Bei den Mitgliedern des Kultur- und Sportausschusses kam das Gehörte gut an.

 Vor allem CSU-Stadtrat Michael Jakob zeigte sich begeistert: „Wir haben die Bibliothek zu einem vorbildlichen Vorzeigeobjekt gemacht“, freute er sich. „Wir müssen echt stolz darauf sein, so etwas zu haben!“ Daher werde auch jeder Ärger mit ihm bekommen, der am Budget für die Bücherei kürzen wolle.

 Apropos Budget: Da das Programm der „LeseMäuse“ ausgebaut werden soll, muss das Projekt ab dem kommenden Jahr aus dem Etat der Bibliothek finanziert werden, wie Frey auf Anfrage von Wolfgang Bader (SPD) erläuterte. Bisher läuft die Finanzierung über den Förderverein „Lesezeichen“.

Matthias Matz

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