Nesselwanger Skater freuen sich über neue Hindernisse auf ihrer Bahn

"So kann man es sich nur wünschen"

+
Gregor Podelesny (v.l.), Regionalvertreter des Schweizer Herstellers, Hauptamtsleiter Helmut Straubinger, Bürgermeister Franz Erhart und Gemeinderat und FC-Vorsitzender Werner Mayr (SPD) überzeugen sich von der Qualität der neuen Anlagen.

Nesselwang – „Der Run dazwischen ist jetzt viel flüssiger“. Die neuen Hindernisse auf dem Nesselwanger Skaterpark kommen bei den heimischen Skatern gut an. Was alles neu ist, stellten Bürgermeister Franz Erhart und Jonas Beyer, Sprecher der Nesselwanger Skater, vergangene Woche der Öffentlichkeit vor.

„In Nesselwang kommen an Spitzentagen zwischen 30 bis 40 Skater aller Alterklassen zusammen“, erklärte Beyer. Die neuen Hindernisse auf dem Sportgelände sind zwar klar für Skater ausgelegt, werden aber auch von BMX- und Scooter-Fahrern genutzt. Auch findet ein reger Austausch mit den Skatern aus den Nachbargemeinden statt.

 Der Vorstand des FC Nesselwang und Ratsmitglied Werner Mayr (SPD) bestätigte dies. Mayr lobte auch das Miteinander auf dem Skaterplatz am Sportgelände. „An Spieltagen des FCN ist auch deutlich mehr Betrieb. Da fahren die Kleinsten schon mit ihren Laufrädern über die dafür geeigneten Hindernisse und probieren aus was geht“, berichtet Mayr. Auch sorgten die Skater eigenverantwortlich für die Sauberkeit auf dem Platz.

Gregor Podlesny, Regionalvertreter der Schweizer Herstellerfirma Velosolutions, lobte die Zusammenarbeit mit den Skatern sowie dem Markt Nesselwang. „So wie der gesamte Ablauf war, kann man es sich nur wünschen“. Es wurde alles individuell mit den Skatern abgestimmt und mit ihnen geplant, aber auch Wünsche des Marktes seien berücksichtigt worden, so Podlesny.

Auch seien die neuen Geräte so gebaut, das sie ohne größere Schwierigkeiten umgesetzt werden könnten. „Das Gestell besteht aus verzinktem Stahl“, sagte Podlesny. Auf die stark beanspruchten Beläge gibt der Hersteller fünf Jahre Garantie. Der beim Skaten am stärksten beanspruchte Übergang vom Aspahlt auf die Rampe besteht aus einem stabilen Stahlblech. Die Beläge sind aus einem verwitterungsbeständigen Mehrschichtmaterial.

Großer Einsatz

Bürgermeister Erhart ging nochmals auf die Historie ein. Bei verschiedenen Vor-Ort-Terminen unter anderem in Reutte und Oy, wo Skateranlagen durch die Kommunen betrieben werden, konnte sich die Verwaltung und die Marktgemeinderäte ein Bild von diesen machen. „Im Laufe der letzten Jahre haben wir um die 12.000 Euro an Material in den Erhalt der Hindernisse investiert. Die vielen Stunden der Bauhofmitarbeiter nicht mitgerechnet. Auch die Skater haben sich mit vielen Stunden eingebracht“, lobte Erhart das Engagement der Initiative.

Die Skater hatten die Idee einen Teil der Kosten für die neue Anlage durch Spender zu finanzieren und sich auch darum gekümmert. So wurde in nur zwei Wochen ein Drittel der Investitionskosten in Höhe von 30.000 Euro zusammengebracht. Die Anschreiben für die Aktion wurden zusammen mit dem Markt erstellt und an die Nesselwanger Firmen versendet. „Es gibt nicht DEN einen Skaterpark“, so Beyer. „Die Skater fahren auf vielen Skateparks - wir fahren nach Oy, Füssen oder Kempten. So entsteht eine Community und wir tauschen uns untereinander aus“.

Die neue Anlage in Nesselwang sei jetzt eine nachhaltige Lösung. Im Namen der Skater dankte er dem Bauhof, dem Leiter des Bauhofs Thomas Kunkel und der Marktgemeinde für die bisherige Unterstützung. „Wir haben viel Unterstützung erfahren. Thomas Kunkel hat uns viel geholfen mit seiner Erfahrung“. Sein besonderer Dank galt den Sponsoren, die die neue Anlage in dieser qualitativ hochwertigen Ausführung erst ermöglichten.

So konnten eine „Bank-Hip“, eine „Quarter-Bank-Hip“ und eine „Pyramide“ mit gedämmten Belägen die alten Geräte ersetzen. Beyer dankte auch dem Hersteller, für die schnelle und problemlose Umsetzung und die umfassende Beratung.

„Die Firma ist auf unsere Wünsche eingegangen und hat sogar noch was draufgelegt“. Bürgermeister Erhart erhofft sich durch die neuen Gerätschaften eine deutliche Reduzierung des Lärms und damit auch weniger Beschwerden von Anwohnern. „Es ist schon deutlich leiser im Gegensatz zu den alten in Eigenregie gebauten Hindernissen“, so der Rathauschef nach einer Probefahrt von Jonas Beyer.

Lob von Nutzern 

Sergio Laguna (22), seit acht Jahren begeisterter Skater, lobte die neuen Obstacles. „Der Run dazwischen ist jetzt viel flüssiger“. Skaten ist wie eine Sucht, beschreibt er weiter. Er verbringe viel Zeit auf dem Skaterplatz und ist hier fast täglich anzutreffen, wenn es die Arbeit und das Wetter zulassen. Wenn das Wetter einmal nicht mitspielt, fahren die Skater auch nach Füssen ins Rollwerk im Magnuspark. Aber sobald es nur irgendwie geht, treffen sie sich auf dem Sport- und Freizeitgelände am Badeseeweg.

Dabei helfen auch moderne Kommunikationsmöglichkeiten wie WhatsApp. „Wir haben da eine Gruppe und da wird schnell hin- und hergeschrieben, ob‘s geht“, so Laguna. „Es ist eine große Gemeinschaft hier“, erzählt Stefan Schneider (22) aus Pfronten auf seinem BMX-Rad. „Hier wird keiner gemobbt oder ausgegrenzt, nur weil er kein Skater ist. Jeder ist hier willkommen.“ Anfängern wird auch Hilfestellung und Ratschläge zu Tricks oder deren Umsetzung gegeben.

Herbert Hoellisch

Meistgelesene Artikel

KU braucht neuen Klinik-Chef

Kaufbeuren/Ostallgäu – Dr. Philipp Ostwald, Chef der Ostallgäuer Krankenhäuser, wird seinen Vertrag mit dem Kommunalunternehmen (KU) nicht …
KU braucht neuen Klinik-Chef

Aller guten Dinge sind drei

Füssen – Im dritten Anlauf hat sich der Stadtrat auf den Bau eines neuen Kindergartens in der Dr.-Enzinger-Straße geeinigt. Bei drei Gegenstimmen …
Aller guten Dinge sind drei

Freibad statt Soundeffekte

Reutte – Ein Außenbecken für die Alpentherme Ehrenberg wünscht sich jetzt die Gemeinderatsfraktion „Gemeinsam für Reutte“.
Freibad statt Soundeffekte

Kommentare