Die Arbeitslosenquote liegt an der Spitze

Stefan Garbislander (links) hat trotz aller Zahlen gute Nachrichten für die zahlreichen Unternehmer: die Tiroler Wirtschaft ist auf Wachstumskurs. Auch die Ertragslage sei besser als prognostiziert. Foto: gau

Die Forschungen der Uni Innsbruck in der Wirtschaft zur Anwendung zu bringen, das ist die Aufgabe des unieigenen Transferzentrums „transidee“. Vergangene Woche war dann im Bezirk Reutte Premiere, denn die Wirtschaftskammer Reutte hatte zum Expertenvortrag nach Höfen geladen. Dabei ging es um die aktuelle wirtschaftliche Situation Tirols und wie man Teams erfolgreich führen kann.

Die Firma Holzbau Saurer, ein Traditionsunternehmen, das im kommenden Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, hatte Bezirksstellenleiterin Graziella Herzog für das Treffen der Außerferner Unternehmer ausgesucht. Chef Wolfgang Saurer übernahm es dann auch, sein Unternehmen kurz vorzustellen, das inzwischen nicht nur im Außerfern oder Tirol erfolgreich agiert. Dass die Situation mittlerweile nicht mehr so rosig sei, haben die Besucher danach von Stefan Garbislander erfahren. Garbislander ist für Wirtschaftspolitik und Strategie an der Wirtschaftskammer Tirol (WK) in Innsbruck zuständig und gab eine Situationsanalyse der Tiroler Wirtschaft ab. Auch wenn sich der Geschäftsklimaindex im Frühjahr wieder erhole, sei die aktuelle Lage angespannt. Seit November vergangenen Jahres würden die Daten nach unten zeigen, so Garbislander, auch wenn sie im Vergleich zu 2009 recht positiv seien. Aktuell würde die Tiroler Gewerbetreibenden die Lage als eher schlecht beurteilen, nur ein Drittel sehen positive Vorzeichen. Noch immer aber kann Tirol im Vergleich mit Europa eine sehr gute Arbeitslosenquote von nur 5,9 Prozent vorweisen, die selbst in Österreich mit 6,7 Prozent an der Spitze liegt. Spitze sind auch die Tiroler Exporte, die sich mit einem Volumen von 11,5 Milliarden Euro seit 1996 verdreifacht haben. Problematisch in dem Zusammenhang sei aber die Abhängigkeit von den Exportländern. So stehe an zweiter Stelle hinter Deutschland mit 28 Prozent doch das krisengeschüttelte Italien mit zwölf Prozent. Das sei aktuell Tirols Achillesferse, so Garbislander. Wobei Österreich und vor allem Tirol natürlich im Windschatten Deutschlands und dessen wirtschaftlicher Entwicklung fahre. Dass Krise und Schulden nicht notwendigerweise gekoppelt sein müssen, das machte der Wirtschaftsexperte deutlich und entkräftete damit die weit verbreiteten und gängigen Vorurteile. So hätte Österreich auch schon vor der Krise - seit den ausgehenden 1990 Jahren - eine Schuldenquote von mehr als 60 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt gehabt, erst vor wenigen Jahren wurde die 70-Prozentmarke überschritten.

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