Aus dem Archiv – für das Archiv

Im Jahr 1918 endete der erste Weltkrieg und Deutschland befand sich im Umbruch von der Monarchie zur Demokratie. Doch was geschah in Füssen während dieser Zeit? Der Leistungskurs Geschichte des Gymnasiums Füssen brachte jetzt Licht ins Dunkel: Im Rahmen ihrer Facharbeiten erörterten die Schüler die Revolutionszeit in Füssen und begaben sich zur Recherche ins Stadtarchiv. Dort werden nun auch die Arbeiten zu finden sein. Am Montag übergaben die Gymnasiasten die Facharbeiten an die Archivarin Ruth Michelbach.

„Das Thema kam in den Zeitungen nicht vor“, erläutert Lehrerin Andrea Riedel eine überraschende Schwierigkeit, die sich den Schülern beim recherchieren stellte. Das bestätigt Lisa Hauser. Sie warf einen Blick in alte Zeitungen und fand unter anderem Werbung für Tanzveranstaltungen, das Kino oder Wahlwerbung, aber nichts, was auf Versammlungen hinwies. Überhaupt scheint die Revolution in Füssen auf leisen Sohlen gekommen zu sein. Die Einwohnerwehr hatte keine Einsätze, sagt Sara Waibl. Die Menschen betrauerten die Gefallenen, die vor allem an der Westfront gekämpft hatten, wie Axel Wanner aus alten Todesanzeigen erfuhr. Wichtigste Figur in der Zeit des Umbruchs war der damalige Füssener Bürgermeister Dr. Adolf Moser, der sich von Nationalisten zum Sozialdemokraten gewandelt habe. „Ohne Moser wäre die Revolution nicht so ruhig abgelaufen“, ist sich Christian Neutzner sicher, der sich mit der Person des Bürgermeisters befasst hatte. „Es sind keine radikalen Kräfte aufgekommen“, sagt der Gymnasiast. Die im Archiv recherchierten Facharbeiten wandern nun selbst ins Stadtarchiv, wo sie aber „nicht in Schachteln verstauben sollen“, so die Archivarin, Ruth Michelbach. Schließlich sollen in Zukunft andere auf der Arbeit von heute aufbauen. Sie wünschte sich, dass auch in Zukunft Schüler den unüblichen Weg gehen und das Stadtarchiv nutzen.

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