Ausdrucksstark und talentiert

Die Meister und ihre Schüler (v. l.): Anna Tyshayeva, Da Hyei Min, Julia Bisling, Jens Koschinski, Birgit Brücklmayr, Pauline Eibel und Grigory Gruzman. Foto: lex

Das Abschlusskonzert der Teilnehmer des jüngsten internationalen Meisterkurses für Klavier bildete vor kurzem auch gleichzeitig den Abschluss des Klavierfestes, das vom Montag, 4. Juni, bis zum Donnerstag, 7. Juni, in der „Villa“ in Pinswang über die Bühne gegangen ist. Während die Dozenten Prof. Grigory Gruzman und Anna Tyshayeva, die den Meisterkurs leiteten, dabei unisono „die besonders schöne Atmosphäre“ in der „Villa“ lobten, sprach Tyshayeva den fünf 18 bis 22 Jahre alten Meisterschülern zudem ein großes Lob dafür aus, dass sie sich in diesen vier Tagen alle „sehr gut verbessert“ hätten. Das freute auch Hausherr Alexander Holzammer, der mit seiner Frau Lilian dafür gesorgt hatte, dass sich die beiden Virtuosen am Klavier, Tyshayeva und Gruzman, wohl in Pinswang gefühlt und so am Montag sowie am Dienstag zwei „sehr gut besuchte und aufgenommene Konzerte“ gegeben hatten.

Im Mittelpunkt des letzten Abends des kleinen Festivals, zu dem rund 40 Besucher den Weg in die „Villa“ gefunden hatten, standen jedoch mit Birgit Brücklmayr, Julia Bisling, Da Hyei Min, Pauline Eibel und Jens Koschinski fünf junge Nachwuchspianisten aus Deutschland sowie Frankreich. Deren virtuose Zeugnisse ihres musikalischen Könnens bedachte das Publikum dann auch mit ähnlich großem Beifall, wie sie ihn ein paar Tage vorher schon Tyshaeva für ihren Kammermusikabend, ein Konzert für Klavier und Streichorchester, und Gruzman für seinen Klavierabend erhalten hatten. Es bestanden aber auch einige Unterschiede zwischen den phasenweise brillanten Darbietungen der gebürtigen Ukrainerin, die von Verena Sennekamp am Cello, Pawel Katz an der Violine, Elena Tsaur ebenfalls an der Violine, Wan-Xuan Tseng an der Bratsche und Grigori Katz am Kontrabass begleitet wurde, sowie Gruzmans und deren talentierten Schülern. Infolgedessen bestach aber auch Brücklmayr, die an diesem Abend mit ihrem ausdrucksstarken Vortrag zweier Werke von Johann Sebastian Bach beziehungsweise Wolfgang Amadeus Mozart den Auftakt gestaltete. Technisch in nichts nach stand ihr anschließend aber auch Koschinski, der ebenfalls Bach sowie den ersten Satz von Josef Haydns „Sonate e-moll“ erklingen ließ. Das galt allerdings auch für Bislings berührende Präsentation dreier Präludien von Dimitrij Schostakowitsch, denen sie ein Bach-Stück vorangestellt hatte. Min hatte sich dagegen ganz der Musik Alexander Skrjabins verschrieben, die sie bei der „Prélude und Nocturne für die linke Hand“ in atemberaubend artistischer Vollendung und dennoch elegant mit nur einer Hand darbot. Gemäß dem Motto: Das Beste kommt zum Schluss, machte jedoch Pauline Eibel den stärksten Eindruck bei diesem Abschlusskonzert. Mit ihrem Vortrag einer Etüde Claude Debussys und des besonders temporeichen „Scherzo Nr. 1 in h-moll“ von Frédéric Chopin setzte sie dem Abend die imaginäre Krone auf. Neben einem kräftigen Beifall sicherte sie sich damit auch den im Rahmen eines Meisterkurses in der „Villa“ zum ersten Mal verliehenen Publikumspreis.

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