Ausschuss lässt sich überzeugen

Das gelbe Haus in der Franziskanergasse soll zu einem Hostel für Rucksacktouristen werden. Der Bauauschuss sprach sich für das Projekt aus. Foto: Schuster

Ein Hostel in der Franziskanergasse? Als sich die Mitglieder des Bauausschusses vergangenes Jahr mit entsprechenden Plänen befassten, witterten sie Billigtourismus mitten in der Altstadt, am Ende gar noch Ärger mit Lärm und Saufgelagen und waren dagegen. Am Dienstag nun stellten die Investoren, vier junge Männer, dem Ausschuss persönlich ihr Konzept vor – und überzeugten.

Ein kleines aber feines Haus, wo sich junge Leute, die mit dem Rucksack reisen, ungezwungen kennenlernen können. Das will das Investorenquartett in der Franziskanergasse eröffnen, wie stellvertretend Christoph Simm und Korbinian Mögele erklärten. Sie selbst hätten die Welt per Rucksack bereist und oft in Hostels gewohnt. Die Vier wollen ein solches nun, da sie berufstätig sind, ein solches in Füssen einrichten. 22 Betten soll es haben, die Zimmer sollen in einem König-Ludwig-Stil eingerichtet werden. Dabei wollen sie durchaus das Outdoor- und Sportklientel ansprechen, wie sie erklärten, „wir haben schon einen Quasi-Vertrag mit der DAV-Kletterhalle“, so Mögele. Herzstück des Hostels sei der Aufenthaltsraum, indem sich die internationalen Reisenden ungezwungen kennenlernen können. Für das Konzept haben sie sich in anderen Hostels in Deutschland umgesehen und präsentierten Beispielbilder aus Weimar und Heidelberg. Die Investoren wollen zunächst eine Vollzeitkraft einstellen, die sich um das Haus kümmert und in ihrer Freizeit selbst vor Ort sein. Ein Hostel ist freilich günstiger als ein Hotel, Billigtourismus schwebe ihnen jedoch nicht vor. „Rucksackgäste sind die Hotelgäste von morgen“, erklärte Korbinian Mögele: wer als Student in Hostels übernachte, komme irgendwann als Hotelgast wieder. Ihnen schwebt außerdem eine umfangreiche Vermarktung vor, etwa auf einschlägigen Internetseiten oder in internationalen Reiseführern wie „Lonely Planet“. Für jeweils 10.000 Euro werden die Investoren jedoch die beiden Stellplätze ablösen müssen, die sie baurechtlich für ihr 22-Betten-Hostel eigentlich hätten vorhalten müssten, aber nicht können. Angetan zeigten sich anschließend die Stadträte. Eine 180-Grad-Wendung machte etwa Jürgen Doser (FW), der zunächst gegen das Projekt gewesen sei, am Dienstag aber das „erfrischende Konzept“ lobte. Aber: „Wir müssen den Nachbarn die Angst nehmen, die meinen, da kommt ein Billigtourismus hin“, mahnte Gabriel Guggemos (Füssen-Land). Kritisch äußerte sich lediglich Günther Knauss (Bürgerblock), der mit dem Hostel-Konzept in der Altstadt „ein kleines Problem“ hatte. Doch auch er stimmte am Ende, wie alle seine Kollegen, für einen positiven Bauvorbescheid. Viel passender sei da der Standort des so genannten „Rucksackhotels“, das ein Investor in der Bahnhofstraße einrichten will, erklärte er, als später in der Sitzung der entsprechende Bauantrag auf der Tagesordnung stand. Hier sahen die Räte jedoch ein anderes Problem: Augenscheinlich wies der Plan für 18 Betten nur eine einzige Toilette und eine Dusche auf. Ausreichende Sanitäranlagen für beide Geschlechter machte der Aus- schuss hier einstimmig zur Bedingung für sein Okay.

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