"Füssen goes Jazz" verwandelt die Innenstadt drei Tage lang in eine einzige Bühne

Füssen im Jazz-Fieber

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„Drums United“ liefern beim diesjährigen „Füssen goes Jazz“ eine leidenschaftliche und begeisternde Vorstellung ab.

Füssen – Starker Applaus für drei Tage „Füssen goes Jazz“ in der Altstadt und dazu stürmischer Applaus bei der traditionellen Riverboat-Shuffle auf dem Forggensee: Das „Roberto Morbioli Trio featuring Edward Wade“ sorgte am Donnerstag bei den Schiffspassagieren für Begeisterung.

Mehrere hundert Besucher „an Bord“ zogen ab Freitag die Konzerte an, die auf Plätzen in der Innenstadt angeboten wurden. Der absolute Magnet war dabei der Klosterhof. Im historischen Ambiente wurden an den beiden Veranstaltungsabenden jeweils 600 Personen auf hohem Niveau unterhalten. Eine größere Publikumsschar musste sogar draußen bleiben, um den Sicherheitsvorschriften zu genügen. 

„Ein buntes Programm“ hatte im Namen des Veranstalters Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier Einheimischen und ihren Gästen versprochen. Auch ein hohes Niveau auf dem Sektor Unterhaltungsmusik wurde von Füssen Tourismus und Marketing (FTM) für dieses Musikfestival angekündigt. Dieses ambitionierte Vorhaben ging Note für Note auf. Organisatorin Sabina Riegger kann, anders als noch zu den Anfängen von „Füssen goes Jazz“, eine gute Auswahl von Instrumentalisten und Sängern bescheinigt werden. 

Sinnliches Erlebnis 

Im Rahmen des diesjährigen Festivals glänzten nicht nur die großartigen Stimmen von Julia Neigel, Max Mutzke und Kai Podack, die als Solisten mit der „Lumperjack Big Band“ aus Göppingen der Bühne standen. Es durften darüber hinaus die vielen Musiker gefeiert werden, die dafür sorgten, „Füssen goes Jazz & much more“ zu einem sinnlichen Erlebnis im Citybereich zu machen. 

Rhythmuswechsel war angesagt. Angeführt vom Grand Marshall marschierte die „Jugets Jazzband“ aus den Niederlanden mit Klängen aus New Orleans durch die Reichenstraße. Vorm Stadtbrunnen gab es Musik von Lokalmatador Till Twardy am Piano. 

Direkt hier um die Ecke hatten Toni Lill und seine Band zum Einsteigen in den – erstmals beteiligten – Jazz-Bus animiert. Entspannt unterm Sonnenschirm zelebrierte erneut der bekannte und beliebte Gitarrist Walter Catulla seinen populären „Gipsy Jazz“. Seine Bühne – am Schrannenplatz. 

Wer Party feiern wollte, war dagegen bei der extrem heiß servierten „Soße“ aus Musikstilen wie Reggae, Samba und HipHop im Klosterhof am Freitagabend genau an der richtigen Adresse. Hier hatte Sabina Riegger zusammen mit Katja Kalbantner von FTM für das begeisterte Publikum mit „Chupacabras“ aus Köln eine internationale Supergruppe nach Füssen geholt: einfach mitreißend, die Bläser-Performance. Da kam richtige Urlaubsstimmung auch bei den Einheimischen auf. 

Die Gruppe „Drums United“ dürfte währenddessen ebenso ihren Fankreis weiter vergrößert haben wie das aus Wien stammende „Diknu Schneeberger Trio“. 

Zufriedene Besucher 

Dass sich die Stadt Füssen – mit Werkstätten der Lauten- und Geigenbauer – an den vier Festivaltagen ganz anders als von den vielen Musikfreunden gewohnt, präsentieren konnte und in diesem extrem bunten Rahmen nicht nur einen moderaten Ticketpreis verlangte, sondern auch freien Eintritt gewährte, kann man mutig nennen. 

Das Publikum nahm diese Einladung jedenfalls an, ließ sich von ein paar Regentropfen nicht die gute Entscheidung verderben und musste wirklich keinen seiner Konzertbesuche bereuen. Denn das Niveau war gut, wie zahlreiche Besucher auf Nachfrage des Kreisboten betonten. Doch auch über Musikgeschmack ließe sich streiten.

 Dass Max Mutzke bei den Frauen ankommt, steht allerdings unstrittig fest. Das war direkt vor der Bühne im Klosterhof lang zu beobachten. Sein kurzes Duett mit Julia Neigel wurde am Samstag kurz vor Mitternacht zur musikalischen Sternstunde im Klosterhof, der zum zweiten Mal „ausverkauft“ gemeldet hatte. 

Am Sonntagmittag trat der „Gospels-N-Joy-Chor“ aus Landsberg unter der Leitung von Charles B. Logan in der Stadtpfarrkirche St. Mang vor 350 Zuhörern auf. Sie bedankten sich für das Gottesdienst-Chorkonzert nach einer guten Stunde mit stehenden Ovationen. Dass Logan weniger als Chorleiter denn als predigender Protagonist einer One-Man-Show auftritt, fiel aber auf.

Chris Friedrich

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