88 Hohenschwangauer Abiturienten feiern das Ende der Schulzeit

"Traut euch was!"

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Sie sind die Besten: Sophia Griegel mit einem Notendurchschnitt von 1,1 und Kevin Huang mit 1,2. 

Schwangau – In lockerer, sommerlicher, aber dem Anlass entsprechend festlicher Atmosphäre, feierte das Gymnasium Hohenschwangau am vergangenen Freitag die Verabschiedung des Abiturjahrgangs 2016.

Mit einem Notendurchschnitt von 2,29 schafften alle 88 Abiturientinnen und Abiturienten den besten Schnitt seit der Einführung des G-8. Musikalisch wurde die Feier vom Schulorchester und der Bigband begleitet.

Gleich zu Beginn gab Schulleiter Thomas Schauer die Parole aus: „Sakko aus, kein Krawattenzwang!“ Denn auf dem Campus der Schule, auf dem die Feier stattfand, waren Temperaturen um die 30° angesagt.

„Ihr habt’s geschafft – ihr seid am Ende eines langen Weges angekommen“, so Schauer weiter. „Ihr habt gelernt und gelitten, gefeiert und euch gegenseitig gestützt, wenn es darauf ankam und manchmal kaum unüberwindbare Hindernisse geschafft“, sagte der Schulleiter. „Mit dem Erreichen der Hochschulreife habt ihr Schlüsselqualifikationen errungen“, fuhr fort, „die euch dafür freimachen, das zu lassen, was euch nie interessiert hat und ihr werdet nun in eine Welt entlassen, die zwar immer schnelllebiger, aber auch spannender wird“.

Schauer forderte die Schulabgänger auf, Mut zu haben, sich auf die Suche nach Neuem zu begeben. „Traut euch was, aber vergesst uns nicht und halten Kontakt mit eurer Schule“ sagte er. „Was hab’ i, wenn i Abi hab’?“ Diese zentrale Frage stellte StD Georg Grimm über seinen Festvortrag, der den Weg, den die Schülerinnen und Schüler gegangen sind, nachzeichnete.

Mit einem Schuss Humor und doch mit angemessenem Ernst würdigte er die Leistungen des Abiturjahrgangs 2016. „Nicht zu ignorieren ist euer gewaltiger schulisch-sozialer, musischer, künstlerischer, sportlicher Einsatz, das Engagement im Theater und nicht zuletzt eure Reifung über die Jahre, die sich in respektablen, eigenständigen Entscheidungen zeigen“, skizzierte er die Schulabgänger.

Erinnerung an Kant

 Und er bemühte Immanuel Kant, der sagte: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit – habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, ist also der Wahlspruch der Aufklärung“. Er forderte die Schüler auf, Mut zu haben, den eigenen Verstand zu nutzen mit der Prämisse, weder faul noch feige zu sein. „Was hab’ i, wenn i Abi hab’?“ – ihr habt aus dem bunten Strauß des Kanons – bei geringfügigen Einschränkungen durch die ‚kultusministeriale Bürokratie‘ ganz individuell ein paar Blüten gepflückt. Ihr steht nun auf einem festen Fundament aus Wissen, Bildung und Grundhaltungen und ihr habt die Chance ebenso die Wahl, den geraden Weg zu gehen, der euch ans Ziel bringt“.

Gisela Lederer als Vertreterin des Elternbeirats und Alexander Beck als Vertreter des Fördervereins wünschten dem disjährigen Abi-Jahrgang auf seinem weiteren Weg alles Gute und versicherten, das sie der Hogauer Geist auch weiterhin begleiten werde. Mit der Überreichung der Abiturzeugnisse durch Schulleiter Thomas Schauer – jeder Abiturient und jede Abiturientin hatte sich dazu seinen/ihren eigenen Sound ausgesucht – fand der lange, oft beschwerliche, schulische Weg sein vorläufiges Ende. Symbolisch gab es dazu eine weiße Rose im Gedenken an die Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“ im Dritten Reich.

ed

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