Farbe ist zu grell

"Diese Farbe muss nicht sein"

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Derzeit wird bereits auf dem Gelände neben dem Autohaus Heuberger gearbeitet. Hier will der V-Markt seinen Bau- und Gartenfachmarkt errichten.

Füssen – Was der Füssener Bauausschuss bereits abgesegnet hat, dem stimmte jetzt auch der Zweckverband Allgäuer Land zu: Die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden gaben dem Bauantrag für den V-Markt Bau- und Gartenfachmarkt grundsätzlich grünes Licht.

Nachdem sie die zweite Änderung des Bebauungsplans in diesem Bereich beschlossen hatten, präsentierte Füssens Bauamtsleiter Armin Angeringer die Pläne für den Markt. Doch dabei gab es einen Punkt, der vor allem Riedens Bürgermeister Max Streif störte: Die Farbe, die an die Außenfassade kommen soll.

Nach der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans ist die Regierung von Schwaben bei der landesplanerischen Beurteilung zu dem Schluss gekommen, dass das Einzugsgebiet aus Österreich nicht so groß sei, wie gedacht, erklärte Stadtplaner Prof. Dr. Dr. Lothar Zettler. Deshalb müsse die Verkaufsfläche des Baumarkts um insgesamt 340 Quadratmeter verkleinert werden, um 330 Quadratmeter wird das Kernsortiment, um zehn Quadratmeter das Randsortiment reduziert, so Zettler. Aber „beim Gartencenter bleibt alles wie gehabt“, so der Stadtplaner. Diese Änderung segneten die Mitglieder einstimmig ab.

Weitere Einwendungen hatte unter anderem der Obi-Markt. Man sei nicht grundsätzlich gegen Konkurrenz, man wolle aber einen fairen Wettbewerb, so die Geschäftsführung in ihrer Stellungnahme. Doch den Einwänden erteilte Zettler eine Absage. Unter anderem bei der Flächenberechnung käme sie auf andere Ergebnisse, weil sie andere Zahlen verwenden, so der Stadtplaner.

Neben der landesplanerischen Beurteilung liege auch eine Stellungnahme des Landratsamts Ostallgäu vor. Das erklärte, dass das beschleunigte Verfahren nach § 13a Baugesetzbuch, nach dem der Bebauungsplan behandelt werde, „seine Richtigkeit“ habe, so Zettler.

Erneute Auslegung

Und auch die potentiellen Verluste, die der Bund der Selbstständigen befürchtet, seien laut Gutachten „nicht problematisch“ und hätten „unwesentliche Auswirkungen“, informierte der Stadtplaner.

Daneben habe sich die Regierung von Schwaben zu Bedenken des Landverbrauchs geäußert. Sie kam zu dem Ergebnis, dass „kein zusätzlicher Landverbrauch“ stattfinde, so Zettler, weil nur das verbraucht werde, was laut Bebauungsplan eh schon für den Gewerbepark festgelegt wurde. So empfahl der Stadtplaner die zweite Änderungen des Bebauungsplans mit der reduzierten Verkaufsfläche abzusegnen und auszulegen, damit sich die Träger öffentlicher Belange dazu äußern können. Dafür gaben die Mitglieder grünes Licht. In drei Wochen soll dann die endgültige Satzung beschlossen werden.

Konkreter wurde es dann bei der Vorstellung des Bauantrags. Nördlich des Autohauses Heuberger will der V-Markt seinen Bau- und Gartenfachmarkt mit einer Verkaufsfläche von insgesamt rund 8359 Quadratmeter errichten, die der Bauherr aber noch genau differenzieren müsse, erklärte Angeringer.

Neben dem Eingang im Süden soll ein Aufenthaltsbereich für Kunden mit Imbiss entstehen, so wie es in vielen Märkten bereits üblich ist. Daneben stehen den Kunden 300 Parkplätze und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zur Verfügung. Außerdem will der Bauherr das Dach bepflanzen und die Fassade mit Glasflächen, den Farben grau und dem typischen V-Markt-orange gestalten. Doch dieses orange ist nicht nur der Verwaltung des Zweckverbandes zu grell, die eine reduzierte Fläche im „möglichst moderatem orange“ forderte. Ganz darauf verzichten wollte gar Streif. „Einen zweiten Obi brauchen wir nicht. Diese Farbe muss nicht sein“, so Riedens Bürgermeister. Der Zweckverband sei es der Landschaft schuldig sich hier für dezente Farben einzusetzen. „Die Ware im Haus muss gut sein, nicht der Anstrich.“

Nur dezente Farben

Etwas anders sah das Füssens Bürgermeister Paul Iacob. Die Farbe sei ein Merkmal der Firma. Gerade weil man auf das äußere Erscheinungsbild achten wolle, brauche die Verwaltung die Rückendeckung des Zweckverbands damit sie entsprechende Gespräche führen könne. Ähnlicher Meinung waren Markus Berktold, Bürgermeister von Seeg, und Michaela Waldmann, Bürgermeisterin von Pfronten. „Ich teile die Auffassung, dass man grelle Farben vermeiden sollte“, so Berktold.

Allerdings hielt er es für rechtlich schwierig, eine Farbe ganz verbieten zu wollen. Auch Waldmann konnte Streifs Meinung nachvollziehen, aber die Farbe sei „Teil des Marketings.“ Deshalb hielt sie es für den richtigen Weg gedeckte Farben zu fordern. So sahen das auch die übrigen Mitglieder. Sie segneten einstimmig den Vorschlag der Verwaltung ab, die orangen Flächen zu reduzieren und gedeckte Farben zu verwenden.

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