Mobilfunk: Stadt prüft Angebot für Gutachten

"Uns läuft die Zeit davon"

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Einer der neuen Mobilfunkmasten soll nach dem Willen der Stadt und der Telekom auf dem Galgenbichl aufgebaut werden. Doch wohin er genau kommt, steht noch nicht fest.

Füssen – Was das Mobilfunkforum Füssen schon lange fordert, hat Ende Juli auch der Stadtrat beschlossen: Ein Angebot für eine alternative Standortsuche für die neuen Mobilfunkmasten einzuholen.

Daran erinnerte in der jüngsten Stadtratssitzung Andreas Ullrich (FW) und mahnte, den Beschluss „schnellstmöglich“ umzusetzen. Denn „uns läuft die Zeit davon“, so Ullrich. Zumindest beim Standort Fischerbichl ist das aber bereits passiert.

Einstimmig habe der Stadtrat im Juli beschlossen, ein Angebot für eine alternative Standortsuche für den Galgen- und Fischerbichl bei Dr. Peter Nießen vom EMF-Institut einzuholen, erklärte Ullrich. Denn bei seinem bisherigen Gutachten für die Telekom habe sich der Experte auf Standardwerte bezogen. „Die Aussagen sind für die Bürger sehr grenzwertig“, erläuterte Ullrich gegenüber dem Kreisboten. „Das Schätzenlassen ist nicht zielführend. Es geht um die Gesundheit der Bürger.“

Suche nach dem idealen Punkt

Mit dem neuen Beschluss könne der Experten mit Hilfe der tatsächlichen Mobilfunkdaten prüfen, wo der „ideale Punkt“ für den Masten auf dem Galgenbichl ist, bei dem die Bevölkerung eine möglichst geringe Strahlenbelastung abbekommt. In diesem Bereich könne die Stadt noch handeln. Denn hier liege weder ein Pacht- noch ein Bauantrag der Telekom vor, so Ullrich weiter.

Das bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung auch Hubertus Kischkewitz, Pressesprecher bei der Deutschen Telekom. „Es ist noch nichts passiert. Wir haben noch einen Spielraum“, sagte Ullrich.

Stiftung interveniert

 Für den derzeitig diskutierten Standort am Galgenbichl, müsste die Stiftung der Geschwister Anna und Johann Suiter ihr Grundstück verpachten bzw. tauschen. Doch einer der beiden Vorstände hat Bedenken. Er hält die Nähe zum städtischen Wasserspeicher und zum Schulzentrum für problematisch. Deshalb möchte er vorher Gewissheit, „dass es sich alternativlos um den einzigen und besten Standort handelt.

 Dazu fordert auch er Standortvorschläge und -beurteilungen durch ein neues Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen einzuholen“, wie es in einem Schreiben an den Stadtrat heißt.

Angebot liegt vor

Ein Angebot für solch ein Gutachten liegt der Stadtverwaltung bereits auf dem Tisch, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Allerdings könne es noch nicht dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt werden, da die Verwaltung erst intern abklären müsste, welche Gebiete geprüft werden sollen.

Denn neben dem Fischer- und Galgenbichl ist in dem Angebot auch noch Füssen-West als möglicher Standort enthalten, der weder für die Stadt noch für die Telekom in Frage kommt. Denn die Stadtverwaltung will mit dem Masten nicht in die Wohnbebauung rein, wie Hauptamtsleiter Andreas Rist dem Kreisboten erklärte. „Die Stadt will eine möglichst strahlungsarme Region“, so Hauptamtsleiter Rist.

Nicht sinnvoll

 Allerdings sei aus Sicht der Verwaltung ein unabhängiges Gutachten ohne Beteiligung der Betreiber nicht sinnvoll. „Wir brauchen das nicht von Verwaltungsseite, wenn es nicht akzeptiert wird vom Betreiber. Was bringt das?“, sagte Rist.

Für den Standort Fischerbichl dürfte solch ein Gutachten ohnehin zu spät sei. Denn ein Bauantrag für einen 28 Meter hohen Mobilfunkmasten liegt bereits beim Landratsamt Ostallgäu vor, wie Telekom-Sprecher Hubertus Kischkewitz auf Nachfrage bestätigte. „Wir erwarten täglich die Baugenehmigung.“ Daneben wird auf jeden Fall noch bis März 2016 der bisherige Mast im Eschach betrieben. „Ob wir in die Verlängerung gehen werden, ist derzeit noch offen“, so Kischkewitz.

Katharina Knoll

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