Bebauungsplan "Uferstraße Nord"

Orientalischer Basar am Hopfensee

+
Die Bebauung der nördlichen Uferstraße in Hopfen sorgt seit Jahren für Diskussionen. Nun hat der Bauausschuss frühere Beschlüsse zum Teil wieder kassiert.

Füssen – Nach jahrelanger Planung hat der Bauausschuss im Mai den Entwurf für den Bebauungsplan „Uferstraße Nord“ gebilligt und die Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und Träger öffentlicher Belange beschlossen. Eine Arbeit, die sich die Räte hätten sparen können, wie sich jetzt zeigte.

Als das Landratsamt im Jahr 2006 die Stadt Füssen aufforderte, für die Uferstraße Nord in Hopfen einen Bebauungsplan aufzustellen, war das Ziel klar: Eine weitere unkontrollierte Bebauung der „Riviera des Allgäus“ zu verhindern oder zumindest zu ordnen.In der Mai-Sitzung hatte das Gremium dann die künftige Bebauung der nördlichen Uferstraße am Hopfensee festgelegt und einige Bauvorhaben abgelehnt oder zumindest stark verkleinert. Vieles davon ist seit Dienstagabend vergangener Woche aber schon wieder Makulatur. Denn verschiedene Grundstücksbesitzer und Bauwerber aus Hopfen am See hatten daraufhin konkrete Bauvoranfragen gestellt, die der Bauausschuss vergangene Woche nach einer Ortsbesichtigung weitgehend durchwinkte – obwohl er sie mit Verweis auf die Mai-Beschlüsse ohne weiteres hätte ablehnen können. 

„Den Bebauungsplan hätte sich die Stadt sparen können“, kritisierte dann auch Stadtrat und Architekt Magnus Peresson (UBL). „Das müssen wir eigentlich alles ablehnen. Da sind wir gelinkt worden.“ Ganz anders bewertet Bürgermeister Paul Iacob (SPD) die Entscheidungen des Gremiums. Dass die Beschlüsse vom Mai damit konterkariert würden, sehe er nicht. „Wir haben erreicht, dass ursprüngliche Größenordnungen nicht zustande kommen, sondern reduziert werden“, sagte er am nächsten Tag im Gespräch mit dem Kreisbote

"Orientalischer Basar" 

So hatte das Gremium noch im Mai den Bau eines Hauses neben dem Sparkassen-Gebäude abgelehnt. Den überarbeiteten Plänen stimmte er nun aber zu. Diese sehen nun ein verkleinertes Gebäude weiter weg von der Uferstraße und dichter an der bestehenden Bebauung vor als ursprünglich beantragt. Da das Vorhaben nun aus „städtebaulicher Sicht“, so Bauamtsleiter Armin Angeringer, vertretbar sei, stimmte der Ausschuss bei zwei Gegenstimmen zu. 

Wie „auf einem orientalischen Basar“ (Bürgermeister Paul Iacob) feilschten die Ratsmitglieder anschließend um die Länge eines Hauses am östlichen Ortseingang. Dieses sollte nach dem Willen des Bauwerbers eigentlich ein Doppelhaus werden, doch der Mai-Beschluss sieht hier nur ein Einfamilienhaus mit einer Grundfläche von zehn mal zehn Metern vor. Nach einigen Diskussionen trafen sich die Räte irgendwo in der Mitte und einigten sich schließlich auf 13 Meter. 

Größerer Neubau 

In der zweiten Reihe der nördlichen Uferstraße in der Nähe des Sonnenhangs kann ein Neubau dagegen jetzt deutlich größer gebaut werden als bislang vorgesehen. Für Nachdruck bei der Forderung des Bauwerbers sorgte wohl auch ein Schreiben „einer namhaften Münchner Anwaltskanzlei“, wie es Füssens Bauamtsleiter Angeringer formulierte. Zwei der Stadträte stimmten trotzdem dagegen. Hotel darf vergrößern Ebenfalls zwei Ratsmitglieder stimmten gegen das Ansinnen eines Hopfener Hoteliers, der nun laut Bebauungsplan ebenfalls höher bauen darf als zunächst noch genehmigt. So kann er einen Verbindungsgang zwischen seinen beiden Gebäuden nun zwei- statt eingeschossig bauen, um auch dort Hotelzimmer unterzubringen. Um „eine Riegelwirkung“ des Verbindungsganges zu verhindern, untersagte der Ausschuss ein drittes Geschoss.     Matthias Matz

Meistgelesene Artikel

Neue Ideen

Pfronten – Für frischen Wind beim diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde Pfronten im Pfarrheim St. Nikolaus sorgten jetzt die Geistlichen Andreas …
Neue Ideen

"Irgendjemand steuert das"

Füssen – Die erste Sitzung des Stadtrates hat noch nicht einmal stattgefunden, da erlebt die Stadtpolitik bereits ihren ersten Eklat im neuen Jahr.
"Irgendjemand steuert das"

Eine vorsichtige Kalkulation

Nesselwang – Weniger Einnaben, geringere Schlüsselzuweisungen und gestiegene Kosten: 2017 wird wohl ein nicht so gutes Wirtschaftsjahr für die …
Eine vorsichtige Kalkulation

Kommentare