Bebauungsplan ist durch

Innerhalb des schwarz gestrichelten Bereichs gilt der Bebauungsplan Theresienhof. Südlich davon verläuft die Sebastianstraße, der „Hammer“ unten rechts stellt die Einfahrt zur Theresienstraße dar, die am östlichen Rand des B-Plans nach Norden verläuft. Stadt Füssen

Mit 13:9 Stimmen hat der Stadtrat am Dienstag dem Bebauungsplan Theresienhof sein Okay gegeben. Knapp drei Stunden lang hatte das Gremium zuvor die Einwände von Behörden und Privatpersonen abgewogen und einzeln darüber abgestimmt. Bei keinem Punkt fand sich jedoch eine Mehrheit, die einem Einwand gegen das Projekt stattgab. Zur Sitzung waren auch zahlreiche Anwohner erschienen.

Es zeichneten sich in der Sitzung unter den Stadträten zwei Lager ab, wie Günther Knauss (Bürgerblock) feststellte. Nämlich die Theresienhof-Befürworter einerseits und die Gegner andererseits. Magnus Peresson (UBL) gab ihm da recht. In der Tat stellten sich die Mehrheitsverhältnisse bei den einzelnen Abstimmungen ähnlich dar, wie bei der Abstimmung über die Satzung am Schluss. Während eine Mehrheit, vor allem aus SPD- und CSU-Räten, die Einwände gegen den B-Plan abschmetterte, war eine Minderheit, deren Kern aus Freien Wählern und der Ausschussgemeinschaft aus UBL, Grünen, Bürgern für Füssen und dem Parteilosen Dr. Bernd Rösel bestand, auf Seiten der Kritiker. Die Stimmenverteilung variierte jedoch von Punkt zu Punkt. Entsprechend dem Baugesetzbuch hatte der Bebauungsplanentwurf öffentlich ausge- legen, um jedermann die Möglichkeit zu geben, dazu Stellung zu nehmen. 18 Stellung- nahmen von so genannten „Trägern öffentlicher Belange“ galt es am Ende abzuwägen, zudem hatten sich 17 private Einwendungen gefunden. Die hatten es aber in sich, denn allein das Anwaltsbüro Wendler Tremml hatte 17 Einzelpunkte zu beanstanden – im Auftrag einer Gemeinschaft von Anwohnern (Der KREISBOTE berichtete). Die Methodik der Abstimmung erläuterte Bürgermeister Iacob (SPD) durchaus treffend, als Rechtsanwalt Tremml in seinem 15. Punkt die zu hohe Lärmbelastung für die Anwohner monierte. „Das ist die Erkenntnis des Dr. Tremml. Dem stellen wir unsere Erkenntnis entgegen“. Dann war es am Stadtrat, über den jeweiligen Punkt abzustimmen. Eine Mehrheit für die Richtigkeit der Festsetzungen im Bebauungsplan fand sich in jedem der Punkte. Die Kritikpunkte waren indes nicht neu: Lärmschutz für die Anwohner und das drohende Verkehrsproblem lauteten die wichtigsten, die die Kritiker beanstandeten, eine Mehrheit dann aber abschmetterte. Die Lärmschutzwerte werden laut Gutachten nicht überschritten, eine Ampel an der Sebastianstraße werde kein Verkehrschaos verursachen, wie Stad- trat Martin Lochbihler (CSU) befürchtete und Anliefern darf man sowieso nicht vor 6 Uhr morgens. So lauteten die Aussagen der Fachleute, die den Einwänden der Öffentlichkeit entgegenstanden. Gegen die Lösung der Anlieferzonen machte Stadtrat Magnus Peresson mobil. Die solle nämlich laut Bebauungsplan ohne Rangieren möglich sein. Dafür hatte im vergangenen Jahr vor allem Dr. Martin Metzger (BFF) gekämpft, nach dessen wiederholter Forderung die Firma Geiger, die den Theresienhof baut, sich zu einer eingehausten Lieferzone für den geplanten Rewe-Markt bereiterklärte. Nun sollen die Laster, die den Supermarkt dreimal täglich anfahren, von Norden her in die Lieferzone fahren, deren Tor dann geschlossen wird. Nach dem Anliefern fährt der Laster dann vorwärts aus einer südlichen Ausfahrt wieder heraus, um links in die Sebastianstraße Richtung Schwangau einzubiegen, wo der nächste Rewe-Markt zu finden ist. Dass die Lieferanten anderer Geschäfte aber sehr wohl nur mit Rangieren beliefert werden können, davon stehe nichts im Bebauungsplan, monierte Magnus Peresson und forderte eine Erklärung. Hier machte Hans Lipp von der Firma Geiger deutlich, dass etwa der Backshop von der Schulhausstraße her und der Textiler Charles Vögele von Norden her ihre Waren bekommen, und die Laster sehr wohl vorwärts und rückwärts fahren müssen. Die kommen aber sehr viel seltener als die Supermarktlaster. Auf die Frage von Dr. Martin Metzger, ober der Bäcker auch am Sonntag beliefert werde gab Lipp zu: „möglicherweise ja“. Ein Antrag, den Dr. Martin Metzger in der Sitzung stellte hatte Erfolg: Er forderte, dass die Verwaltung oder der Bürgermeister aktiv mit der RVA um eine bessere ÖPNV-anbindung verhandle. Metzger war es dann auch, der zum Ende des Tagesordnungspunkts eine Bitte an die Firma Geiger richtete: Nämlich die Einwände der Bürger bei der Ausgestaltung des Projekts nach Möglichkeit doch zu berücksichtigen.

Meistgelesene Artikel

"Ein Segen für unser Land"

Füssen – Gegen persönlichen Egoismus und zunehmende Respektlosigkeit setzen die „Blaulichtorganisationen“ in Füssen und im Umland weiterhin ein …
"Ein Segen für unser Land"

1649 Stunden im Einsatz

Reutte – Viel zu tun hatte die Freiwillige Feuerwehr Reutte im vergangenen Jahr. Das wurde bei der Generalversammlung der Wehr im Hotel „Goldener …
1649 Stunden im Einsatz

Arbeiten am Comeback

Füssen – Die Freien Demokraten von der FDP wollen im September zurück in den Bundestag. Der Kemptener Stephan Thomae als erfahrener Kandidat und der …
Arbeiten am Comeback

Kommentare