Günstige Wohnungen sollen kommen

An der Stelle an der Hohenstaufenstraße, an der jetzt ein Spielplatz steht, soll das neue Gebäude hinkommen. Das soll direkt an das Haus im Hintergrund anschließen. Foto: Knoll

Füssen – Den Bebauungsplan W58 für die Hohenstaufenstraße Nordwest hat der Ausschuss am Dienstag verabschiedet. Hier will das Siedlungswerk Füssen zusammen mit der BSG Allgäu barrierefreie, günstige und familienfreundliche Wohnungen schaffen. Einige Anwohner befürchten jedoch Nachteile für sich.

Mitte Januar hatte die BSG Allgäu und das Siedlungswerk zusammen mit Bürgermeister Paul Iacob und Bauamtsleiter Armin Angeringer die Anwohner über die Pläne informiert (der Kreisbote berichtete). Damals war der Ärger der Anwohner groß. Sie hielten das Gebäude für zu massiv und befürchteten unter anderem weniger Sonnenlicht abzube-kommen. Deshalb hat das Siedlungswerk und die BSG einen alternativen Plan erstellt und in den Bebauungsplan integriert, wie Architekt Norbert Pracht im Bauausschuss erklärte. Statt der geplanten vier Vollgeschosse sollen jetzt drei Geschosse plus einer eingerückten vierten Etage entstehen. Dadurch haben nur noch elf statt der zwölf geplanten Wohnungen Platz. 

Doch den Anwohnern reicht das nicht. In einem Schreiben erklärten Willy Hafner und sechs weitere Anwohner, dass sie neben der geringeren Lichteinstrahlung auch größeren Lärm durch die Häuserschlucht befürchteten. Außerdem würde der Neubau ihrer Aussicht auf die Berge behindern. Anwohner haben „keinen Anspruch auf eine freie Aussicht. Eine Aussicht ist nicht im besonderen Maße schützenswert“, hielt der Architekt in seiner Abwägung dagegen. Zudem halte der Bau die Abstandsflächen ein. Außerdem sollen Bäume gerodet werden, damit die Sonneneinstrahlung nicht beeinträchtigt werde. Die Höhendifferenz zum bestehenden Haus betrage zwar 1,7 Meter, da aber der Neubau ein Walmdach bekommen soll und die übrigen Häuser Satteldächer haben, werde die bestehende Firsthöhe nicht überschritten, so Pracht. Der Bauausschuss habe das bereits „als erträglich eingestuft“. 

 Zu monströs erschien auch der Anwohnerin Sabine Funk das Haus, wie sie in einem Schreiben erklärte. Außerdem beklagte sie sich über die zehn überirdischen Parkplätze, schließlich hätten die Anwohner fremde Stellplätze „direkt vor der Nase“. Auch dass Fenster wegen des Anschlusses des Hauses zugemauert werden müssten, ärgerte sie. Diese Zimmer bekommen durch andere Fenster trotzdem genug Licht ab, erklärte der Architekt in seiner Abwägung. Außerdem wies Pracht darauf hin, dass man bei der Ortsbesichtigung mit Stangen den Grundriss abgesteckt habe und deshalb wisse wie der Bau wirken werde. Außerdem habe man bereits die Wohnungen reduziert. Ein kleineres Haus würde sich nicht rechnen. Die überirdischen Parkplätze müssten nicht gleich gebaut werden. Außerdem sollen sie mit Pflanzen vom Wohnhaus abgegrenzt werden. Prachts Abwägungen stießen bei den Stadträten auf Zustimmung. Der Bauausschuss segnete den Bebauungsplan einstimmig ab. kk

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