"Bei Anruf Licht" kommt nicht

So genannte Licht emittierende Dioden, kurz LED. Sie sind energiesparend, erzeugen keine Hitze und sind deshalb in der Straßenbeleuchtung stark im kommen. Foto: Schuster

Es ist drei Uhr morgens, Füssen schläft. Nur vereinzelt streift der ein oder andere, vielleicht auf dem Nachhauseweg von einem fröhlichen Fest, durch die Straßen. Dumm nur, dass die Straßenbeleuchtung zu diesem Zeitpunkt schon ausgeschaltet ist. Wie gut, dass man ja ein Handy hat – mal eben die „dial4light“-Nummer gewählt und schon gehen die Laternen an, die einen sicher durch die Stadt leiten. Die Idee, die Füssener Straßenbeleuchtung bei Nacht auszumachen und bei Bedarf per Handy wieder aktivieren zu können, hatte die SPD-Fraktion im Stadtrat bei der jüngsten Sitzung eingebracht und stieß dabei auf wenig Anklang. Das störte aber die Antragsteller nicht, denn ihnen war vor allem wichtig, dass der Rat sich überlegt, wie man die hohen Kosten der Straßenbeleuchtung senken kann. Und es kamen Vorschläge.

„Dial4light“ nennt sich die Technik, die es ermöglichen soll, Straßenlaternen über eine bestimmte Telefonnummer, einzuschalten. Der Sinn liegt darin, die Lampen nachts auszuschalten, so dass der Bürger selbst sie bei Bedarf per Handy kurzzeitig wieder einschaltet. Einige Städte in Nordrhein-Westfalen haben dies bereits umgesetzt. Die Stadtrats-SPD regte an, über die Einführung in Füssen nachzudenken, um die Stromkosten für die nächtliche Beleuchtung zu reduzieren. „Es geht uns nicht um die komplette Abschaltung der Lampen“, machten Stadträtin Brigitte Protschka klar, aber das Dauerlicht habe negative Auswirkungen auf Mensch und Tier. Und sie kostet Geld. Lieber LEDs? Über den Plan wunderte sich jedoch Stadtrat Gabriel Guggemos (Füssen-Land), gerade weil er von der SPD kam, die mit Ilona Deckwerth auch die Seniorenbeauftragte stellt. „Die Senioren, die nachts Angst haben, die sollen um 1 Uhr zuhause sein?“ fragte er und erinnerte: „Wir haben auch viele Kurgäste“. Ein Problem sei laut seinem Fraktionskollegen Herbert Dopfer, dass einige der älteren Füssener Lampen nach einer Abschaltung erst abkühlen müssen, um neu zu starten und so bei Bedarf vielleicht gar nicht zur Verfügung stehen. Dr. Martin Metzger (BFF) lobte die Genossen für ihren Antrag, regte aber an, man solle lieber die Lampen auf kostengünstigere LED-Technik umstellen und fand dabei Unterstützer, auch in Bürgermeister Paul Iacob (SPD). „Die LEDs sind jetzt im kommen“, erklärte er und erinnerte, dass in Füssen ab 23 Uhr die Leistung der Lampen um 50 Prozent gedrosselt wird. Den Einwand von Stadtrat Klaus Keller, dass man etwa die Beleuchtung des Parkplatzes Achmühle nachts bedenkenlos abschalten könne, korrigierte Dopfer. „Die Straßenbeleuchtung endet an der Straße“ - der Parkplatz werde privat beleuchtet. Weil die Summe der Nachteile überwog, lehnte der Rat einstimmig die Einführung des „dial4light“-Systems ab. Die Verwaltung bekam jedoch die Aufgabe, das Einsparpotential bei der nächtlichen Straßenbeleuchtung auszuloten. Damit war auch die SPD zufrieden, denn nach Aussage von Ilona Deckwerth war es vor allem deren Absicht, die Diskussion zu dem Thema anzuregen.

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